Wintersport

Welche Materialien sind tatsächlich rutschfest?

Von SPOX Österreich
© pixabay.com © manfredrichter (CC0 Public Domain)

Wenn überhaupt sich ein Sportler darüber freut, dass es rutschig auf der von ihm betretenen Fläche ist, dann sind es vermutlich vor allem die Vertreter der Wintersport-Riege. Ganz klar: Wer sich so graziös übers Eis bewegen möchte, wie das Eiskunstlauf-Traum-Duo Bruno Massot und Aljona Savchenko, der wünscht sich eine glatte Eisfläche - und einen neuen Weltrekord. Für alle anderen Sportler und auch nicht Sportler birgt das Rutschen auf dem Untergrund immer auch eine Gefahr. Wie diese unter den unterschiedlichsten Rahmenbedingungen zu bannen ist, verrät dieser Beitrag.

Sicher im Outdoor-Bereich. Gore-Tex ist dafür eine beliebte Materialwahl

Wer sich heute sicher, robust und outdoor-tauglich ausstaffieren möchte, der wird um die Gore-Tex-Technologie beinahe nicht herumkommen. Gore-Tex ist im Grunde genommen eine patentierte Materiallösung, die im Outdoor-Bereich sowohl in Jacken, aber auch in Schuhwerk zum Einsatz kommen kann. Die Grundlage dieser Technologie ist das sogenannten ePTFE-Material, das Wasser und Wind den Weg versperrt und dabei dennoch atmungsaktiv bleibt. Vor allem der zuletzt genannte Parameter - die Eigenschaft der Atmungsaktivität - kann variieren, um das Kleidungsstück mit Gore-Tex-Membran so gut wie möglich auf die Outdoor-Bedingungen anzupassen. Abgewogen wird zwischen Robustheit und Komfort - und zwar sowohl bei Kleidung als auch beim Schuhwerk.

Abbildung 1: Im Eiskunstlauf ist eine makellose, glatte Oberfläche ein wichtiges Detail, das auch Bruno Massot und Aljona Savchenko erst kürzlich zum Erfolg geführt hat. In den meisten anderen sportlichen Disziplinen und auch fernab vom Sport geht es meist darum, das Rutschen mit den entsprechenden Materialien zu verhindern.

Um einen sicheren Stand zu gewährleisten, gilt es mit Blick auf die Schuhsohle das passende Material auszuwählen. Gummisohlen sind widerstandsfähig, wasserfest und flexibel. Abriebfest und anpassungsfähig sind Schuhe, die Gummisohlen haben, ebenfalls. Mit ähnlichen Attributen, aber mit einem deutlichen Plus in punkto Dämpfung kommt die Kunststoff-Sohle daher. Ein No-Go im Outdoor-Bereich ist hingegen eine Ledersohle. Diese ist deutlich zu rutschig, um einen sicheren Halt zu ermöglichen.

Kleine Schuhkunde: Um einen rutschfesten Schuh zu finden, muss der Blick auf die Laufsohle gerichtet werden. Diese ist der äußerste Teil des Schuhs, die sogenannte Außensohle, die rutschfest und abriebfest sein muss, damit sie Sicherheit bietet. Die sogenannte Zwischensohle ist die Schicht davor, die für eine optimale Dämpfung des Tritts sorgt. Im Bereich der sogenannten Brandsohle entscheidet die Materialbeschaffenheit vornehmlich über die Stabilität des Schuhs. Die Decksohle sollte hingegen aus atmungsaktiven Material gefertigt sein, damit der Fuß eine optimale Lüftung und auch Polsterung erfahren kann. Sie stellt die Innensohle dar, die in direktem Kontakt zum Fuß steht.

Auch Autofahrer leben aktuell gefährlich. Blitzeis lässt sie (mit falschen Reifen) schliddern

Natürlich fordern Schneemassen auf der Straße den Autofahrern ein Höchstmaß an Konzentration ab. Richtig gefährlich sind Schneeberge meist aber nicht - zumindest dann nicht, wenn die Temperaturanzeige sich im Plus-Bereich aufhält. Dann nämlich beginnt es langsam zu tauen, was die Straßenverhältnisse zwar matschig werden lässt, aber nicht gefährlich.

Gefährlich kann es dennoch binnen Minuten werden: Dann nämlich, wenn die Temperatur fällt und wenn das Wetter plötzlich umschwingt, kann der nasse, angetaute Untergrund gefrieren. Die Folge: Aus Schnee und Matsch wird Eis und das Fahren auf purem Eis wird zur Herausforderung. So kann Blitzeis entstehen. Auch durch rasch einsetzenden Eisregen kann die normalerweise befahrbare Straße binnen Minuten so glatt werden wie die Eislaufarena in der die Champions Hockey League ausgetragen wird.

Darüber, ob der Fahrer bei Schnee und Eis gut vom Fleck kommt, entscheidet mitunter das Schuhwerk, dass das Fahrzeug trägt, sprich: die Reifen. Eine Grafik in diesem Reifen-Ratgeber zeigt: Bereits ab einer Temperatur von sieben Grad Celsius (mit fallender Tendenz) macht es Sinn, die Sommerreifen einzumotten und auf Winterreifen umzusteigen. Die Sieben-Grad-Hürde ist in diesem Zusammenhang eine Art magische Stufe. Im Temperaturbereich unter sieben Grad Celsius sind Winterreifen sicher fahrbar. Im Temperaturbereich über sieben Grad Celsius sind Sommerreifen die bessere Wahl. Einen Einfluss hat die Reifenwahl (bzw. die Wahl des passenden Materials für die rutschige Fahrbahn) vor allem mit Blick auf den Bremsweg. Zwischen zehn und 20 Prozent kann sich der Bremsweg mit den passenden Reifen verringern.

Abbildung 2: Der Unterschied zwischen Sommer- und Winterreifen ist nicht nur das Profil, sondern auch die Materialmischung des Reifens. Sommerreifen sind härter als Winterreifen. Schließlich müssen sie hohen Temperaturen standhalten. Winterreifen haben hingegen mehr Profil, um ein Schliddern zu verhindern.

Kleine Materialkunde: Entscheidend beim Vergleich von Sommer- und Winterreifen ist nicht nur das Profil, sondern auch die Materialmischung. Die Gummimischung eines Sommerreifens ist deutlich härter als die des Winter-Pendants. Der Grund: Nur so kann der Sommerreifen auch den hohen Temperaturen auf der Straße in den Sommermonaten standhalten. Das bedeutet auch, dass Winterreifen im Sommer deutlich mehr strapaziert werden, weil sie nicht für die Wärme konzipiert sind. Ein langer Bremsweg und ein hoher Abrieb sind die Folge. Das Profil ist das zweite Unterscheidungsmerkmal: Die Lamellen (sogenannten Profileinschnitte beim Winterreifen) verhindern, dass das Fahrzeug über die Fahrbahn schliddert
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