Radsport

Georg Preidler gesteht Blutdoping: Radteam bestätigt zwei Blutabnahmen

Von APA
Georg Preidler nahm zwei Blutabnahmen vor.
© GEPA

Georg Preidler hat am Sonntag auch seinen Arbeitgeber, das französische Rad-Team Groupama-FDJ, über seine Selbstanzeige und die Verwicklung in den Dopingskandal um den deutschen Arzt Mark S. informiert. In der Stellungnahme zu dem Fall schrieb der Rennstall am Montag, dass Preidler erklärt habe, er habe sich am Jahresende 2018 zweimal Blut abnehmen lassen.

Der Anfang 2018 zu diesem WorldTour-Team gewechselte Steirer hat laut der Stellungnahme am Sonntag "über seinen sofortigen Rücktritt wegen der unentschuldbaren Verwicklung in die 'Seefeld-Affäre' informiert". Der Rennstall teilte mit, dieser schwerwiegende Fall stünde im völligen Gegensatz zu den ethischen Prinzipien des Rennstalls und seiner Sponsoren.

"Groupama-FDJ bedauert diesen individuellen Fehler zutiefst, und arbeitet mit allen Instanzen zusammen", hieß es in dem Statement. Das Team habe u.a. den Weltverband UCI und den Zusammenschluss der Teams für einen sauberen Radsport informiert.

Georg Preidler: "Du bist immer der Verarschte"

Preidler legte am Sonntag ein umfassendes Geständnis ab und erstattete Selbstanzeige. "Ich kann nur sagen, mit dem Wissen des Betrugs im Hinterkopf zu leben, ist die Hölle. Ich weiß nicht, wie das andere aushalten. Ich musste nun an die Öffentlichkeit gehen. Ich habe das nicht mehr ausgehalten", sagte er der Kleinen Zeitung.

Und weiter: "Du gibst alles, trainierst so hart, du schaust genau auf das Essen und alles und bist trotzdem nicht ganz vorne. Du bist immer der Verarschte. Doch irgendwann reicht dir das. Man hat auch in einem normalen Beruf immer Neider, aber im Spitzensport ist es noch krasser."

Teams: Georg Preidlers Karrierestationen

JahrTeam
2018-2019FDJ
2013-2017Argos-Shimano
2012Team Type 1-Sanofi
2011Tyrol Team
2010RC ARBÖ-Gourmetfein-Wels

Radsport-Verband fordert Gesetzesverschärfungen

Der Österreichische Radsport-Verband (ÖRV) fordert nach den neuerlichen Dopingfällen eine unmittelbare Verschärfung der Gesetzeslage. Bei Betrugsabsicht sollten lebenslange Sperren für Radprofis durchgesetzt werden, hieß es in einer ÖRV-Stellungnahme vom Montag. Außerdem verwies man auf die eigene, strikte "Null-Toleranz-Haltung" gegenüber Doping.

Der ÖRV und all seine Mitarbeiter würden das Vorgehen der betroffenen Radsportler "unmissverständlich" verurteilen, man sei aber gegen kriminelle Absichten im persönlichen Umfeld des Sportlers nicht geschützt. "Der ÖRV distanziert sich von jeder betrügerischen Methode der Leistungssteigerung und steht nach wie vor zu seiner 'Null Toleranz'-Haltung. Das umfasse die Nichtberücksichtigung verurteilter SportlerInnen in den Kadern des ÖRV und keine Beschäftigung von Trainern oder Funktionären mit Doping-Vergangenheit im ÖRV.

Für die unmittelbare Zukunft fordere man die Verschärfung der Gesetzeslage (bei Betrugsabsicht folgt lebenslanges Berufsverbot als Radsportler), zusätzliche Mittel für die weitere Verdichtung der Doping-Bekämpfung (Zusammenarbeit mit der nationalen Anti-Doping-Agentur, NADA) und deutliche Thematisierung mit den zuständigen internationalen Verbänden (Weltradsportverband, Internationale Anti-Doping-Agentur, WADA).

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