Fussball

SK Rapid Wien - TSV Hartberg 3:4: Eigentor und Doppel-Elfer versenken SCR

Von SPOX Österreich
Hartberg gewann gegen Rapid.
© GEPA

Der SK Rapid Wien hat am Samstagabend eine turbulente Heimniederlage in der österreichischen Bundesliga einstecken müssen. Gegen den TSV Hartberg unterlagen die Hütteldorfer mit 3:4, die Steirer profitierten dabei von einem Eigentor und zwei Elfmeter-Treffern.

Die Steirer gingen durch ein Eigentor von Christoph Knasmüllner (4.) und einen Elfmeter von Dario Tadic (14.) 2:0 in Führung. Rapid schlug in Form von Eigentoren durch Thomas Rotter (29.) und Michael Huber (35.) zurück. Treffer von David Cancola (65./Elfmeter) und Zakaria Sanogo (80.) brachten die Entscheidung, ehe Aliou Badji Resultatskosmetik gelang (84.). Rapid verlor nicht nur das Spiel, sondern auch Thomas Murg mit Gelb-Rot und Boli Bolingoli aufgrund einer Verletzung.

Die 13.100 Zuschauer im Allianz Stadion bekamen eine an spielerischen Höhepunkten arme, aber an Kuriositäten reiche Partie zu sehen. Die erste sonderbare Aktion ereignete sich in der vierten Minute, als Knasmüllner einen Hartberg-Corner per Kopf ins eigene Tor bugsierte.

Wenige Minuten später zog Rajko Rep allein aufs Rapid-Tor und wurde von Goalie Richard Strebinger, der im gesamten Match einige Unsicherheiten zeigte, auf der Strafraumlinie zu Fall gebracht. Den dafür verhängten Elfmeter verwandelte Tadic gleich zweimal - der erste Versuch musste wiederholt werden, weil Spieler zu früh in den Sechzehner gelaufen waren.

SK Rapid ideenlos - Ausgleich vor der Pause

Rapid präsentierte sich in der Anfangsphase ohne Stammspieler wie die im Hinblick aufs Cupfinale vorerst geschonten Stefan Schwab und Murg in der Defensive ungeordnet und im Spiel nach vorne ideenlos. Dass die Wiener trotzdem schnell in die Partie zurückkamen, hatten sie Glück und zwei Standardsituationen zu verdanken.

In der 29. Minute köpfelte Mert Müldür den Ball auf Rotter, von dem der Ball die Innenstange traf und danach wohl mit vollem Umfang die Torlinie überquerte - so sah es zumindest das Schiedsrichter-Gespann, das den Treffer anerkannte. Wieder sechs Minuten danach folgte die nächste skurrile Szene: Philipp Schobesberger brachte eine Freistoßflanke zur Mitte und der Ball fand via Müldür und Huber den Weg ins Netz.

Der Treffer wurde offiziell als Eigentor gewertet, womit die Partie in die Geschichte einging. Noch nie zuvor hatte es in einem Bundesliga-Spiel drei Eigentore gegeben. Nach dem Seitenwechsel wurde vermehrt das gegnerische Gehäuse ins Visier genommen, zunächst vor allem von den Spielern Rapids - Schüsse von Knasmüllner verfehlten das Ziel knapp (57., 60.).

Als die Hütteldorfer Führung nur eine Frage der Zeit zu sein schien, ging Hartberg neuerlich in Führung. Cancola fiel nach einem Duell mit Marvin Potzmann, Schiedsrichter Christopher Jäger entschied umstrittenerweise auf Penalty, den der angeblich Gefoulte verwertete (65.).

Zu diesem Zeitpunkt war Murg gerade einmal vier Minuten auf dem Platz - und verabschiedete sich fünf Minuten später schon wieder. Zunächst sah Rapids derzeit wohl formstärkster Kicker wegen eines Fouls Gelb und danach wegen Schiedsrichter-Kritik offenbar Gelb-Rot. Damit wäre Murg im Cupfinale spielberechtigt. Fehlen dürfte hingegen Bolingoli, der in der 74. Minute nach einem harten Einsteigen von Sanogo verletzt ausgetauscht wurde.

Der Übeltäter sorgte in der 80. Minute - bezeichnenderweise in einer Eigentor-ähnlichen Situation - für die Entscheidung. Sanogos Weitschuss wurde von Maximilian Hofmann unhaltbar abgefälscht. Das 3:4 aus Rapid-Sicht durch Badji (84.) kam zu spät, die hektische Schlussphase brachte nichts mehr ein.

Rapid - Hartberg: Historische Partie mit drei Eigentoren

Damit gelang den Hartbergern im vierten Duell mit Rapid in diesem Jahr der erste Sieg und der erste volle Erfolg überhaupt nach 14 Matches. Ihr Vorsprung auf Schlusslicht Wacker Innsbruck beträgt weiterhin zwei Punkte. Zum ersten Mal seit 2012 profitiert eine Mannschaft von zwei Eigentoren im selben Match. Auch vor sieben Jahren war Rapid der Profiteur, damals ging es gegen die Admira. Drei Eigentore in einem Spiel gab es in der Bundesliga-Historie noch nie.

Rapid hat nun noch zwei Punkte Vorsprung auf den SV Mattersburg, der zu Hause gegen die Admira 1:1 spielte. Neben dem Tabellenvorletzten Hartberg feierte auch Schlusslicht Wacker Innsbruck einen Sieg. Nach zuletzt vier Niederlagen hintereinander gewannen die Tiroler beim SCR Atlach mit 4:1. Damit fährt Hartberg nächsten Samstag mit zwei Punkten Vorsprung auf die Tiroler zum "Abstiegsgipfel" nach Innsbruck.

SK Rapid Wien - TSV Hartberg 3:4 (2:2)

Tore: 0:1 Knasmüllner (4./Eigentor), 0:2 Tadic (14./Foulelfmeter), 1:2 Rotter (29./Eigentor), 2:2 Huber (35./Eigentor), 2:3 Cancola (65./Foulelfmeter), 2:4 Sanogo (80.), 3:4 Badji (84.)

Gelb-Rot: Murg (70./Rapid)

SCR Altach - FC Wacker Innsbruck 1:4 (1:1)

Tore: 0:1 (23.) Dedic 1:1 (34.) Berisha (Foulelfmeter) 1:2 (60.) Dedic 1:3 (80.) Gründler 1:4 (89.) Gabriele

SV Mattersburg - FC Admira Wacker 1:1 (1:0)

Tore: 1:0 (22.) Gruber 1:1 (50.) Bakis

Bundesliga-Tabelle: Qualifikationsgruppe nach dem 28. Spieltag

Platz

Verein

Sp

S

U

N

Diff

Punkte

1.

Rapid Wien

28

11

7

10

4

26

2.

SV Mattersburg

28

11

6

11

-3

24

3.

SCR Altach

28

7

8

13

1

20

4.

FC Admira

28

7

8

13

-18

18

5.

TSV Hartberg

28

8

5

15

-18

16

6.

Wacker Innsbruck

28

6

5

17

-22

14

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