Fussball

"Es hatte den Geruch des Todes"

Von SPOX Österreich
Kuljic im Gerichtssaal

Sanel Kuljic gibt erstmals nach dem Ende seiner Gefängnisstrafe ein Interview. Darin wettert der wegen Wettbetrugs, Erpressung und Nötigung verurteilte Ex-Nationalspieler ordentlich gegen die österreichische Justiz.

Im Gespräch mit dem Schweizer Blick packt Sanel Kuljic erstmals über seine Zeit im Gefängnis aus. "Es ist noch nicht ganz verarbeitet. An einem der ersten Abende ging ich mit ein paar Kumpels raus. Um acht, neun Uhr war ich hypernervös. Meine Freundin wollte mich zu Hause haben, obwohl ich nun nirgendwohin mehr muss", erzählt der 20-fache Internationale.

Die Härte des Urteils kann der Ex-Angreifer noch immer nicht verstehen. An ihm sei ein Exempel statuiert worden, meint Kuljic. "Fünf Jahre für Wettbetrug ... Wenn ich da gewisse andere Urteile sehe, ist das völlig überzogen. Beim Gedanken wird mir gleich wieder schlecht." Unerwähnt bleibt, dass dem ehemaligen Sion-Profi auch Nötigung, Erpressung und das Bilden einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen wurde.

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Geruch des Todes

Mit Grauen denkt der 39-Jährige, der mittlerweile bei einer Immobilienfirma arbeitet, an die Gerichtsverhandlung in Graz zurück, als er 2014 zu fünf Jahren Haft verurteilt wurde: "Es hatte in diesem Raum den Geruch des Todes! Derart voreingenommen waren die mir gegenüber dort." Am meisten störte ihn jedoch die Dauer der Untersuchungshaft. Im Herbst 2013 ging der ehemalige Ried-Stürmer erstmals hinter Gitter.

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"Da darfst du nie raus, auch wenn du ein Musterhäftling bist. Dreiunddreissig Monate! Stellen Sie sich das vor!, erzählt der dreifache ÖFB-Torschütze über die U-Haft. "Ich weiß genau, was ich gemacht habe. Ich weiß auch, dass alles zu viel war. Die Strafe. Die unglaublich lange Untersuchungshaft. Es ist mehr ein Gefühl der Wut. Wenn mir da noch ein Senator sagt, 33 Monate sei keine so lange Zeit, kommt mir das Kotzen."

Steckbrief von Kuljic

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