Fussball

Warum er noch nicht die Reißleine zieht

Von Jakob Reisinger
Heinz Lindner ist bereit zu kämpfen
© GEPA

Seit mehr als einem Jahr spielt Tormann Heinz Lindner mittlerweile bei Eintracht Frankfurt. Für einen Bundesliga-Einsatz hat es noch nicht gereicht. Warum er trotzdem nicht gewechselt ist, erklärt er bei SPOX.

Im Sommer 2015 machte sich Heinz Lindner auf den Weg, um bei Eintracht Frankfurt in der deutschen Bundesliga durchzustarten. Stammtorhüter Kevin Trapp verließ die Adler und wechselte zu Paris Saint-Germain. Die große Chance für den Österreicher? Falsch gedacht.

Mehr als ein Jahr später steht der ehemalige Austria-Torhüter zwar immer noch in Frankfurt unter Vertrag, aber durchgestartet ist er nicht. Der Finne Lukas Hradecky hat sich zur klaren Nummer eins gemausert und Lindner hat bis dato keine einzige Minute in der deutschen Bundesliga absolviert. Auf seiner Visitenkarte steht ein einziger Einsatz im DFB-Pokal.

Sein Alltag wird von Training und Ersatzbank bestimmt. "Privat passt alles, ich fühle mich wohl und bin bei einem Top-Verein, aber sportlich hat sich leider immer noch nichts geändert", so Heinz Lindner im Gespräch mit SPOX. Selbstverständlich drückt die Rolle als Dauer-Reservist aufs Gemüt. "Wenn das nicht so wäre, würde etwas falsch laufen. Es ist nicht leicht, aber man versucht trotzdem immer alles zu geben. Aber natürlich bin ich unzufrieden und will spielen. Bis jetzt habe ich noch nicht die Chance bekommen, in der deutschen Bundesliga eine Duftmarke zu setzen."

Die unzufriedenstellende Rollenverteilung

Wie er aus dem Teufelskreis ausbrechen will? "Ich warte immer noch auf meine Chance und dafür gebe ich im Training ständig Vollgas. Die Saison ist lang, es kann immer etwas passieren. Ich lasse mich nicht hängen und halte mich in einer Top-Verfassung." An der Rollenverteilung mit Hradecky wird sich aber so schnell nichts ändern. Nur eine Verletzung oder eine Sperre könnten Lindner die Chance auf Einsätze eröffnen. Das wurde dem ÖFB-Legionär auch so kommuniziert.

Als gänzlich verlorenes Jahr will der 26-Jährige die Saison 2015/16 aber auch nicht einordnen. "Ich trainiere mit einer sehr guten Mannschaft und habe neue Impulse bekommen, aber natürlich kann das alles keine Spiele ersetzen." Spiele, die er womöglich bei einem anderen Verein hätte bekommen können, im Sommer stand ein Abgang von Eintracht Frankfurt im Raum. Am Ende haben sich aber alle Optionen zerschlagen.

Heinz Lindner und das Bauchgefühl

Für Lindner waren die Optionen nicht zufriedenstellend. "Es waren Angebote da, aber die waren schnell wieder vom Tisch, weil ich diese Sachen einfach nicht machen wollte." Um welche Angebote es sich gehandelt hat? "Es waren Vereine, wo ich kein gutes Bauchgefühl hatte." Trotz der mangelnden Einsatzchancen hat er sich am Ende für einen Verbleib in der Banken-Metropole entschieden.

Im Winter soll die Situation des Oberösterreichers neu bewertet werden. Sein Vertrag läuft im kommenden Sommer aus. "Wir werden uns wieder umschauen und dann heißt es wieder abwägen. Es ist aber wie bei einem normalen Job. Wenn man Bedenken hat, dann macht einen Wechsel halt einfach nicht. Bis dahin kann sich aber bei Frankfurt auch noch was tun. Im Fußball geht es oft schnell." Am Ende will er auch eine Rückkehr nach Österreich nicht ausschließen. "Ich habe aber schon die Ambitionen mich in einer Top-Liga durchzusetzen. Sonst wäre ich ja gar nicht von der Austria weggegangen."

Der Platz im ÖFB-Team ist erstmal weg

Durch seine Rolle als Nummer zwei bei der Eintracht hat Lindner zuletzt auch seinen Kader-Platz in der Nationalmannschaft verloren. Zum Auftakt der WM-Qualifikation gegen Georgien war er nur noch auf Abruf dabei - der nächste Rückschlag. "Ich habe das mit Teamchef Marcel Koller besprochen und eigentlich ist es nur die logische Konsequenz. Ich habe über ein Jahr nicht gespielt. Die Türe ist aber nicht zu, wenn ich wieder zu Einsätzen komme."

Seinen Transfer von der Wiener Austria, wo er die klare Nummer eins war, nach Deutschland hat er aber trotzdem nie bereut. "Ich denke nicht zurück. Ich bin in einer Top-Liga, habe aber einfach noch keine Chance bekommen." Im Moment heißt es immer noch: Bitte warten. Der Traum von der Nummer eins lebt aber weiter, auch wenn es in Frankfurt enorm schwer werden dürfte.

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