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04.11.2008 um 22:40 Uhr
Analyse des Iverson Trades
Nichts wird mehr so sein, wie es vorher war.
Dieser Spruch dürfte wohl am besten die momentane Lage der NBA darstellen, nachdem gestern die Meldung rausging, dass Allen Iverson zu den Pistons getradet wurde. Für Chauncey Billups, Antonio McDyess und Cheikh Samb.
Die Pistons geben somit das Gehirn und Gesicht ihrer Franchise in Form von Billups ab, garniert mit ihrem besten Bankspieler McDyess und Rollenspieler Samb. Im Gegenzug erhalten sie in Iverson den wertvollsten Spieler des Jahres 2001, einst erfolgreichster Puntkesammler der NBA und in der vergangenen Saison Teil des besten Scorerduos zusammen mit Carmelo Anthony.
Viele Fans und Experten fragen sich nun, was die Pistons dazu bewegt hat, den Finals MVP 2004, Chauncey Billups, der wie kein anderer die Arbteitermentalität der Pistons verkörperte, für den mit 33 in die Jahre gekommenen Iverson einzutauschen. Dies und die Gewinner, Profiteure und Verlierer des Trades werden im Folgenden detailliert dargestellt.

Gewinner:

Denver Nuggets
Allen Iverson, erst vor zwei Jahren in einem Mehrspieler-Trade für u.a. Joe Smith und Andre Miller nach Denver gekommen, hat dort nie die Erwartungen erfüllen können. Die Nuggets erhofften sich mit einem bereits damals seinen Zenit überschreitenden Iverson und dem ehemaligen dritten Pick des 2004er Drafts, Carmelo Anthony, die Vorherrschaft der San Antonio Spurs und Dallas Mavericks in der Western Conference beenden zu können.Doch schnell offenbarte sich, wieso kein anderes Team der Liga sich um die Dienste des als schwieriger Charakter geltenden AI bemühte. Öffentliche Beschwerden, miese Verteidigung, Verletzungsanfälligkeit und fehlender Team-Spirit seitens des ehemaligen 76ers ließ als größten Erfolg der knapp zweieinhalb Jahre dauernden Liason nicht mehr als ein Erstrunden-Aus in den letztjährigen Playoffs zu.
Mit Billups erhalten die Nuggets nicht nur einen über ein Jahr jüngeren Spielmacher, der gebürtig aus Denver stammt. Der Ex-Piston ist einer der besten Verteidiger der Liga, als Team-Player anerkannt und hat im Gegensatz zum egoistischen Iverson immer ein Auge für den besser postierten Mitspieler. Zudem ist Billups ein Spieler, der, anders als Iverson, nicht von seiner Schnelligkeit und Antritt, sondern von seinem Basketball-IQ und Spielverständnis lebt. So hat das fortschreitende Alter bei ihm nicht den negativen Einfluss, wie bei seinem Tauschpartner.
Neben Billups ist vor allem noch Antonio McDyess hervorzuheben. In der vergangenen Saison noch fester Bestandteil der Starting Five der Pistons, wird der routinierte Big Man den Nuggets Tiefe in dem mit Nene, Kenyon Martin und Chris Andersen nicht gerade üppig besetzten Frontcourt geben.

J.R. Smith
Smith, 6th Man und damit erster Einwechselspieler der Nuggets, zeigte bereits in der Preseason und in den ersten Spielen der noch jungen Saison, dass er dieses Jahr endgültig den Durchbruch anstrebt. ESPNs David Aldridge zufolge, ist der Trade aus der Sicht der Nuggets vor allem für den 23-jährigen Shooting Guard getätigt worden. Mit dem schussverliebten Iverson im Team kam Smith nie über den Status eines Rollenspielers hinaus. Nun, wo endlich ein etatmäßiger Spielmacherfür die Nuggets aufläuft, wird Smith von diesem am meisten profitieren. Zahlreiche freie Würfe, mehr Minuten und voraussichtlich endlich ein Platz in der ersten Fünf sind die Folge des Trades für den ehemaligen Spieler der Chicago Bulls.


Verlierer:
Detroit Pistons
Die Zeichen stehen auf Umbruch in MoTown. Und bis dieser endgültig vollzogen ist und der zukünftige Star in Spé, Rodney Stuckey, bereit ist, das Team zu tragen und zu führen, wird es nichts mit dem ersten Titel seit 2004.
Der primäre Grund für den Trade, der Allen Iverson zu den Pistons bringt, dürfte der auslaufende Vertrag des 33-jährigen Flügelspielers sein. Die knapp 20 Millionen, die damit frei werden, lassen den Pistons wieder mehr Luft zum Atmen. Spielerisch dürfte es kaum einen Spieler der NBA geben, der weniger zur Spielweise der Pistons passt als Iverson. Vollkommen auf Defense orientiert, mannschaftlich geschlossen, einer für den Anderen - auch unter dem neuen Trainer, Michael Curry, sind die Eckpfeiler des Detroiter Spiels die selben geblieben. Iverson, der im Laufe seiner Karriere meist auf die eigenen Stats geschaut hat, wird im Spätherbst seiner Karriere kaum seine Spielweise ändern und wohl ähnlich viele Würfe einfordern wie bei seinen Stationen zuvor. Zudem ist fraglich, wie das eingeschworene Trio Richard Hamilton, Rasheed Wallace und Tayshaun Prince auf den Verlust ihres Freundes reagieren.

Anthony Carter
Carter hatte sich mit starken Leistungen in der vergangenen Saison und auch zu Beginn dieser Saison für einen Verbleib auf der Spielmacher Position der ersten Fünf empfohlen. Durch die Aquirierung Billups' rückt Carter ins zweite Glied und wird mit deutlich weniger Minuten und Einfluss in der weiteren Saison zurechtkommen müssen.
Aufrufe: 3037 | Kommentare: 15 | Bewertungen: 3 | Erstellt:04.11.2008
ø 7.0
KOMMENTARE
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Redondo
05.11.2008 | 12:26 Uhr
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Redondo : gutes ding!!!
05.11.2008 | 12:26 Uhr
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Redondo : gutes ding!!!
eine schöne analyse, die treffend ist.
der deal könnte sich aber vielleicht doch positive für die pistons auswirken. mit ihrem defensiven system waren die letzten 3jahre im ost-finale immer schluss. das ist stagnation = rückschritt, auch wenn es hohes niveau war. ABER: es reichte nicht zum titel. wenn sie ihr system jetzt etwas offensiver ausrichten, iverson sich einordnet, aber weiter scort, dann ist ein schritt vorwärts möglich. wenn es nicht klappt, werden sie im sommer weiter umstrukturieren. also so schlecht sehe ich den trade dann vielleicht doch nicht.
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dvicecity
05.11.2008 | 14:34 Uhr
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dvicecity : 
05.11.2008 | 14:34 Uhr
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dvicecity : 
Da könntest du definitv recht haben, allerdings sehe ich die Pistons zumindest in den nächsten Jahren nicht mehr als Titelanwärter. Auch in den Conference Finals sehe ich sie ohne Billups nicht, da sind die Celtics, und auch die Magic sowie die Cavaliers nach diesem Trade wohl vor den Pistons anzusiedeln. Iverson ist ein so mieser Verteidiger, dass die eh schon foul-pronen Big Men der Pistons öfter Help-Defense für ihn spielen müssen und so wohl noch mehr unnötige Fouls kassieren werden. Bis dann ein neues Team um Stuckey, Maxiell und Co. aufgebaut ist, dass um den Titel mitspielen kann, wird es wohl noch einige Jahre dauern.
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Redondo
05.11.2008 | 14:54 Uhr
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Redondo : der umbau
05.11.2008 | 14:54 Uhr
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Redondo : der umbau
ist ja unumgänglich! mal schauen, ob iverson heute nacht bei den raps sein debüt gibt. ich finde es spannend und würde mich für iverson freuen, wenn er die pistons weit führt!
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LJ23
05.11.2008 | 15:18 Uhr
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LJ23 : Salary Cap
05.11.2008 | 15:18 Uhr
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LJ23 : Salary Cap
Ich geh mal davon aus, dass die Pistons den Deal abgewickelt haben, um Billups, der noch was länger an den Verein gebunden wäre, loszuwerden, um Iverson zu holen. Sein Vertrag läuft in einem Jahr aus und bringt dann wenigstens für dieses eine Jahr noch ein wenig Qualität. Wenn sein Vertrag dann zu Ende ist, geht Iverson als Free Agent woanders hin und ´man hat genügend Platz unterm Salary Cap, um LeBron James nach Detroit zu lotsen, der nach der Saison ebenfalls Free Agent ist. Insofern gar nicht so dumm.
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dvicecity
05.11.2008 | 15:46 Uhr
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dvicecity : 
05.11.2008 | 15:46 Uhr
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dvicecity : 
Bron wird in meinen augen niemals nach Detroit gehen. Die Knicks oder die Nets, eins der beiden Teams aus dem Big apple wird wohl seine nächste Station.
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Redondo
05.11.2008 | 16:07 Uhr
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Redondo : leborn zu detroit?
05.11.2008 | 16:07 Uhr
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Redondo : leborn zu detroit?
glaube ich auch nicht. jay-z wird schon dafür sorgen, dass er zu den nets geht
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BBcoach
05.11.2008 | 16:24 Uhr
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BBcoach : Stuckey
05.11.2008 | 16:24 Uhr
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BBcoach : Stuckey
eine sehr gelungene Analyse.
Aber du hast Rodney Stuckey bei den Gewinnern vergessen. Billups stand den jungen Point Guard in seiner Entwicklung nur im Weg und hat schon des öfteren bewiesen das er das Team dirigieren kann
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Kizzle
05.11.2008 | 17:51 Uhr
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Kizzle : Gute Analyse aber:
05.11.2008 | 17:51 Uhr
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Kizzle : Gute Analyse aber:
A.)Es ist Iverson's letztes Vertragsjahr.Heisst:Er muss sich nun beweisen um nächstes Jahr überhaupt einen Vertrag zu kriegen.Und das hat schon so manchen Spieler zu Höchstleistungen verleiht,,,
B.)Detroit ist mit ihrem alten System in den letzten Jahren gescheitert.Also musste was neues her:Da der Markt eher wenig hergab war das einigermassen sinnvoll.Ausserdem ein guter Trade für das Jahr 2010.Mit dem alten Kader hätten sind sie gescheitert-ob sie es nun schaffen ist fraglich,aber man muss abwarten.
C.)McDyess hat gesagt er wird nur sehr ungern für die Nuggets auflaufen.Also gibt es entweder ein Buyout oder er tritt zurück.Im Falle eines Buyouts geht er nach Detroit zurück.Den nur dort will er spielen.
D.)Den Salary Cap Gewinn der Pistons ist nicht zu vergessen.Wenn sie A.I seinen Vertrag auslaufen lassen und den von Wallace nächstes Jahr dazu...dann haben sie ordentlich Platz unter dem Cap (ca.30 Mio.)

Zu 2010:GM Joe Dumars hat anklingeln lassen lieber Chris Bosh aus Toronto zu holen.Den hat er damals im Draft nicht gezogen.Sondern dafür einen Darko Milicic.Dafür ärgert er sich heute noch und will Bosh unbedingt haben.
Man muss sagen-man hat damals auch noch die Rechte für Stuckey bekommen-also so schwerwiegend war sein Fehler nicht.Trotzdem-Bosh ist Olympiasieger und Milicic?Wer kennt den von euch überhaupt? :D
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dvicecity
05.11.2008 | 18:50 Uhr
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dvicecity : 
05.11.2008 | 18:50 Uhr
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dvicecity : 
Dumars hat ja nicht nur Bosh, sondern auch Wade, Kaman und Hinrich (ok, ob es bei dem so schlimm war sei dahingestellt ) durch den Milicic Pick links liegen lassen :)
Das mit dem Salary Cap Gewinn der Pistons habe ich ja in der Analyse bereits angedeutet.
Klar, AI hat ein Contract Year, aber er weiß dass er nie wieder so einen Vertrag kriegen wird, wie den, den er im Moment inne hat. Außerdem weiß ich gar nicht, wie viel mehr Würfe er überhaupt noch nehmen könnte :)
Stuckey ist auf lange Sicht sicher einer der Gewinner, allerdings habe ich gehört, dass ihn Curry und Dumars nicht verheizen wollen und er weiter mit ca. 25 Mins hinter Iverson von der Bank kommen soll und die 1 und 2 spielen wird.

Das mit Dice hatte ich gestern noch nicht gelesen, aber ein Buyout wäre wohl das beste in der Situation. Für einen Rücktritt ist er zu jung, und der scheint sich in MoTown richtig wohlzufühlen. aber angeblich sind auch die Celtics im Falle eines Buyouts an ihm dran.
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LJ23
05.11.2008 | 19:23 Uhr
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LJ23 : 
05.11.2008 | 19:23 Uhr
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LJ23 : 
Seh das ja auch so. Ich hab ja nicht gesagt, dass LeBron das machen würde. Ich denke nur, dass Detroit es versuchen wird, ihn zu bekommen und sie deshalb für Platz ihn schaffen wollen.
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