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NFL

Saison-Aus für Cowboys-QB Romo?

Von Jan-Hendrik Böhmer
Tony Romo wurde von Betreuern der Cowboys noch auf dem Spielfeld versorgt
© Getty

Die Dallas Cowboys verlieren bei ihrer Pleite gegen die New York Giants sowohl die Playoff-Hoffnungen als auch Quarterback Tony Romo. Die Minnesota Vikings verpatzen das eminent wichtige Sunday Night Game gegen den großen Rivalen Green Bay Packers, verlieren im Playoff-Rennen weiter an Boden und Brett Favre hat sich auch noch den Fuß gebrochen. Der amtierende Super-Bowl-Champion aus New Orleans bekam vom krassen Außenseiter Cleveland eine ordentliche Lektion erteilt.

Dallas Cowboys (1-5) - New York Giants (5-2) 35:41 (10:7, 10:17, 0:14, 15:3)

Einen schlimmeren Abend konnte sich in Reihen der Cowboys sicher niemand vorstellen. Wie auch? Schließlich verliert man als Super-Bowl-Mitfavorit nicht jeden Tag gleichzeitig die Hoffnung auf das Erreichen der Playoffs und seinen Starting Quarterback für den Rest der Saison.

Tony Romo hat sich bei der Pleite der Cowboys das Schlüsselbein gebrochen und fällt voraussichtlich sechs bis acht Wochen aus - danach ist die Saison der Cowboys wahrscheinlich schon gelaufen. Romo fiel nach einem harten Hit von Giants-Linebacker Michael Boley so unglücklich auf die linke Schulter, dass das Schlüsselbein nachgab. Zu dem Zeitpunkt als Romo das Spiel verlassen musste, hatten die Cowboys noch geführt 10:7, wenig später sogar 20:7.

Dass es danach dahin ging, lag aber nicht nur an Romo-Vertreter Jon Kitna. Er lieferte mit 187 Yards für 2 Touchdowns und keiner Interception eine passable Leistung ab. Problem war, dass Dallas bei zehn Anläufen keinen einzigen dritten Versuch erfolgreich absolvieren konnte. Da half auch der spektakuläre 93-Yard-Punt-Return-Touchdown von Dez Bryant nichts mehr.

New York legte angeführt von Quarterback Eli Manning (306 Yards, 4 TD, 3 INT) sowie Wide Receiver Hakeem Nicks (108 Yards, 2 TD) und Running Back Ahmad Bradshaw (126 Yards) einen 31:0-Run hin und sorgte dafür, dass die Cowboys-Fans ihr Stadion, in dem der nächste Super Bowl ausgetragen wird, vorzeitig verließen.

Sie glauben nicht mehr daran, ihr eigenes Team im eigenen Stadion beim Super Bowl bejubeln zu können. Nicht einmal für die Playoffs wird es aller Voraussicht nach reichen. Denn es ist so gut wie unmöglich, nach einem 1-5-Start noch die Postseason zu erreichen.

Green Bay Packers (4-2) - Minnesota Vikings (2-4) 28:24 (7:7, 7:10, 14:7, 0:0)

So hat sich Brett Favre seine x-te Rückkehr in die alte Heimat sicher nicht vorgestellt. Mit drei Interceptions in der zweiten Hälfte hatte der 41-Jährige (16/29, 212, 1 TD, 3 INT) maßgeblichen Anteil daran, dass die Vikes die vierte Saisonpleite kassierten und jetzt bereits klar hinter sowohl Green Bay als auch den Chicago Bears in der AFC North liegen.

"Das ist niederschmetternd", gestand Favre nach Spielende. "Ich habe eine Menge Stolz. Aber heute Abend habe ich das Gefühl, dass ich meine Teamkollegen im Stich gelassen habe."

Aber es war sogar noch viel schlimmer. Am Tag nach dem Spiel stellte sich heraus, dass sich Favre Ende des dritten Viertels den Fuß gebrochen hatte - trotzdem spielte er weiter. Die Ärzte diagnostizierten eine Stressfraktur an der Ferse. Eigentlich das Aus für das nächste Spiel und damit das Ende von Favres unglaublicher Serie von 315 Starts in Folge. Aber der Mann ist so hart im Nehmen, dass man ihn vielleicht sogar fit spritzen kann.

Minnesota war mit einer Führung in die Halbzeit gegangen, aber der Gegner münzte beide Picks im dritten Viertel in Punkte um. "Kein schlechtes Gefühl, es ihm heimgezahlt zu haben", freute sich Linebacker Desmond Bishop. Im Vorjahr hatten die Vikings zwei klare Siege gegen den großen Rivalen eingefahren.

Coach Brad Childress, dem ohnehin ein äußerst angespanntes Verhältnis zu seinem Quarterback nachgesagt wird, ging mit Favre hart ins Gericht - allerdings ohne von seiner Verletzung zu wissen: "Man muss seine Grenzen kennen und darf dem Gegner unter keinen Umständen den Ball schenken. Manchmal ist ein Punt schon in Ordnung. In so einem Spiel bezahlst du teuer, wenn du sieben Punkte einfach so hergibst."

Running Back Adrian Peterson war mit 131 Yards und 1 Touchdown auffälligster Viking, für Green Bay überzeugte neben Quarterback Aaron Rodgers (21/34, 295 YDS, 2 TD, 2 INT) vor allem Wide Receiver James Jones (107 YDS).

Denver Broncos (2-4) - Oakland Raiders (2-4) 14:59 (0:24, 7:14, 7:21, 0:0)

So viele Punkte haben die Raiders trotz ihrer traditionsreichen Geschichte noch nie erziehlt. Dank drei Touchdowns in den ersten sechs Minuten und einem überragenden Darren McFadden hatten die Broncos nicht den Hauch einer Chance.

"Es war schrecklich", gestand Denvers Coach Josh McDaniels. Jabar Gaffney ergänzte: "Wenn mir unter der Woche jemand erzählt hätte, dass wir 59 Punkte kassieren, hätte ich ihn wohl ausgelacht. Ich bin völlig schockiert."

Raiders-Tight-End Zach Miller (65 YDS, 1 TD) hatte den bunten Reigen nach viereinhalb Minuten nach einem 43 Yard-Pass von Quarterback Jason Campbell (12/20, 204 YDS, 2 TD) eröffnet. Acht Sekunden später trug Cornerback Chris Johnson das Ei nach einer Interception in die Broncos-Endzone zurück.

Der Rest war die McFadden-Show. Der gerade erst von einer Adduktoren-Verletzung genesene Running Back verbuchte 165 Yards und 3 Touchdowns am Boden sowie 31 Yards und 1 Touchdown nach Pässen und wurde damit erst zum vierten Spieler der Raiders-Geschichte, dem vier Scores in einem Spiel gelangen. Einziger Lichtblick für Denver: Running Back Knowshon Moreno (insgesamt 90 YDS, 2 TD).

New Orleans Saints (4-3) - Cleveland Browns (2-5) 17:30 (0:10, 3:10, 0:14, 14:10)

Hoppla. Da haben die Browns aber mal ordentlich in die Trickkiste gegriffen. Josh Cribbs (insgesamt 118 YDS) setzt zum Kickoff-Return an - wirft dann aber einfach einen Pass. Ergebnis: Ganz starke Feldposition für Cleveland und ein Fieldgoal. Eintagsfliege? Denkste!

Nur wenig später: Starker Drive der Browns und Touchdown durch Running Back Peyton Hillis (69 YDS, 1 TD). Das hätte wohl kaum jemand erwartet. Schon gar nicht die Saints. Die waren nämlich völlig konsterniert. Drew Brees (356 YDS, 2 TD, 4 INT) warf mitten in die Laufbahn von Ex-Teamkollege Scott Fujita - die erste seiner vier Interceptions.

Und als wäre das noch nicht genug der Demütigung, packten die Browns auch noch einen Fake-Punt aus. Punter Reggie Hodges schnappte sich den Ball und rannte einfach über das gesamte Feld. Erst kurz vor der Endzone wurde er gestoppt. Field Goal. Halbzeitstand: 3:20.

Einen unschönen Zwischenfall gab es in der zweiten Hälfte. Bei einem New-Orleans-Punt  kollidierte ein aus dem Feld gedrängter Spieler der Saints mit einem Offiziellen an der Seitenlinie. Das Mitglied der Chain-Gang (misst Downs & Distance) blieb minutenlang benommen am Boden liegen und musste auf einer Trage vom Feld gebracht werden.

Miami Dolphins (3-3) - Pittsburgh Steelers (5-1) 22:23 (6:0, 10:17, 3:3, 3:3)

Ganz mieser Start der Steelers. Kickoff Dolphins, Fumble Pittsburgh, Fieldgoal Dolphins. Im nächsten Drive: Roethlisberger unter Druck, Fumble Steelers, Fieldgoal Dolphins.

Doch dann tat Pittsburgh das, was es am besten kann. Die Defense eroberte den Ball, Roethlisberger (302 YDS, 2 TD) fand Hines Ward und der bahnte sich den Weg in die Endzone. Touchdown Steelers und die Wende im Spiel. Denn anschließend war Big Ben back. 53-Yard-Pass auf Mike Wallace - und das Spiel schien gedreht. Es schien.

Denn die Dolphins ließen einfach nicht locker. Nach einem Touchdown von Davone Bess und zwei Fieldgoals lag Miami sogar in Führung. Doch in den letzten Sekunden wurde es dann richtig dramatisch. Bei Third-and-Goal an der Zwei-Yard-Linie hechtete Roethlisberger in die Endzone, verlor aber den Ball. Chaos auf dem Feld. Selbst die Referees konnten nicht mehr feststellen, welches Team den Ball am Ende hatte. Deshalb ging er kurzerhand zurück an die Steelers - und die verwandelten das entscheidende Fieldgoal.

Wermutstropfen für Pittsburgh: Gleich drei Steelers-Starter mussten verletzt vom Platz. Linebacker LaMarr Woodley, Defensive End Aaron Smith und Tackle Flozell Adams.

Baltimore Ravens (5-2) - Buffalo Bills (0-6) 37:34 OT (3:10, 10:14, 14:0, 0:10, 3:0)

Kleine Quizfrage: Wer hat das viertbeste Quarterback-Rating der NFL?  Keine Ahnung? Nicht schlimm. Es ist Ryan Fitzpatrick. Wie, den kennen Sie nicht? Ist auch nicht schlimm. Denn der spielt ja bei den Buffalo Bills. Und deren Spiele schauen sich vermutlich selbst in Buffalo nur wenige Sportverrückte an. Bis jetzt. Denn das, was da gegen Baltimore ablief, war allerfeinstes Popcorn-Primetime-Kino inklusive Overtime.

Und es ging hin und her. Erst drehten die Bills  richtig auf. 24:10 führten sie fünf Minuten vor der Halbzeit, Fitzpatrick (374 YDS, 4 TD, 2 INT) glänzte mit drei TD-Pässen.

Doch dann waren plötzlich die alten Bills wieder da. Die schlechten Bills. Kickoff-Return von Rookie-Runing-Back C.J. Spiller, Fumble und gute Feldposition für die Ravens. Es war der Anfang vom Ende. 24 Punkte erzielte Baltimore in Folge. Das Ende?

Noch lange nicht! Denn Fitzpatrick und die Bills glichen durch ein 50-Yard-Fieldgoal von Rian Lindell aus - ganze vier Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit. Doch alles war für die Katz. Denn nach einem Fumble in der Overtime kamen die Ravens zum Field Goal. Game over - und schon wieder kein Sieg für die weiterhin sieglosen Bills.

Atlanta Falcons (5-2) - Cincinnati Bengals (2-4) 39:32 (7:3, 17:0, 0:22, 15:7)

Blitzstart für die Falcons. Quarterback Matt Ryan (299 YDS, 3 TD, 1 INT) und Co. legten einen ganz starken ersten Drive hin und keine fünf Minuten nach dem Kickoff war das Spiel auch schon gelaufen. Die Bengals hatten nach der klaren Ansage der Falcons einfach nichts mehr entgegenzusetzen. So sah es jedenfalls lange Zeit aus.

Sah, Vergangenheit. Denn plötzlich drehte Cincinnati auf. Im dritten Viertel erzielten sie 22 Punkte und gingen sogar in Führung. Quarterback Carson Palmer (412 YDS, 3 TD) sowie Rookie-Receiver Jordan Shipley (131 YDS, 1 TD) und Chad Ochocinco (108 YDS, 1 TD) überragten bei den Bengals. Für den Sieg hat es am Ende dennoch nicht gereicht.

Und das lag zum Großteil an Atlantas Roddy White. Der Receiver kam auf ganz starke 201 Yards und zwei Touchdowns. Teamkollege Michael Turner erlief 121 Yards und zwei TD.

Tampa Bay Buccaneers (4-2) - St. Louis Rams (3-4) 18:17 (3:0, 3:17, 6:0, 6:0)

Baby Bowl. So wurde das Spiel vor dem Kickoff leicht despektierlich genannt. Wegen der beiden Quarterbacks. Sam Bradford gegen Josh Freeman - beide zarte 22 Jahre alt.

Das bessere Ende hatte Freeman für sich. Zehn Sekunden vor Spielende fand er Running Back Cadillac Williams (insgesamt 74 YDS, 1 TD) in der Endzone - zum 18:17-Sieg. Großen Anteil hatte daran aber auch Rookie-RB LeGarrette Blount (72 YDS).

Bei den Rams gab es dennoch etwas zu feiern. Running Back Steven Jackson (110 YDS, 2 REC-TD) ist mit 7.324 Yards ab sofort der beste Rusher der Rams-Geschichte.

San Diego Chargers (2-4) - New England Patriots (5-1) 20:23 (3:7, 0:6, 0:7, 17:3)

Philip Rivers (336 YDS, 1 TD, 1 INT) - Tom Brady (159 YDS, 1 TD)

Antonio Gates (50 YDS, 1 TD) - Ben-Jarvus Green-Ellis (24 YDS, 1 TD)

Seattle Seahawks (4-2) - Arizona Cardinals (3-3) 22:10 (3:0, 7:0, 9:7, 3:3)

Matt Hasselbeck (192 YDS, 1 TD) - Derek Anderson (96 YDS, 0 TD), Max Hall (36 YDS, 1 INT)

Marshawn Lynch (89 YDS), Mike Williams (87 YDS, 1 TD) - Beanie Wells (54 YDS, 1 TD)

Kansas City Chiefs (4-2) - Jacksonville Jaguars (3-4) 42:20 (7:3, 7:10, 14:7, 14:0)

Matt Cassel (193 YDS, 2 TD) - Todd Bouman (222 YDS, 2 TD)

Thomas Jones (125 YDS, 1 TD), Dwayne Bowe (81 YDS, 2 TD) - Maurice Jones-Drew (insgesamt 121 YDS, 1 TD)

Carolina Panthers (1-5) - San Francisco 49ers (1-6) 23:20 (3:7, 7:3, 0:3, 10:10)

Matt Moore (308 YDS, 2 TD) - Steve Smith (129 YDS, 1 TD, musste verletzt vom Feld)

David Gettis (125 YDS, 2 TD) - Frank Gore (120 YDS)

Tennessee Titans (5-2) - Philadelphia Eagles (4-3) 37:19 (0:0, 7:13, 3:3, 27:3)

Kerry Collins (276 YDS, 3 TD) - Kevin Kolb (231 YDS, 1 TD)

Kenny Britt (225 YDS, 3 TD) - Jason Avant (66 YDS)

Chicago Bears (4-3) - Washington Redskins (4-3) 14:17 (7:7, 7:3, 0:7, 0:0)

Jay Cutler (281 YDS, 1 TD, 4 INT) - Donovan McNabb (200 YDS, 1 TD)

Johnny Knox (86 YDS, 1 TD) - Ryan Torain (125 YDS)

Kansas City in Führung? Die Standings der NFL

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