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Olympia

Ringen: Stäbler und Kudla unterliegen im Viertelfinale

SID
Der dreimalige Ringer-Weltmeister Frank Stäbler hat seinen Auftaktkampf gewonnen.

Für den dreimaligen Ringer-Weltmeister Frank Stäbler ist der Traum vom Olympiasieg zum Ende der internationalen Karriere geplatzt. Es kann aber noch Bronze werden.

Die Stimme des sonst so selbstbewussten Frank Stäbler war ungewohnt dünn, als er höhere Mächte für den geplatzten Gold-Traum verantwortlich machte. "Der Olympiagott wollte einfach nicht, dass ich Olympiasieger werde", haderte der enttäuschte deutsche Vorzeigeringer mit seiner unglücklichen Niederlage im Viertelfinale von Tokio. Immerhin hat der dreimalige Weltmeister aber noch Bronze im Visier.

"Es war ein Kampf auf Augenhöhe. Aber es gab drei, vier kritische Situationen, die alle gegen mich ausgingen", beschrieb Stäbler das Duell mit dem Iraner Mohammad Reza Geraei in der griechisch-römischen Gewichtsklasse bis 67 kg: "Am Ende hat der Kopf noch funktioniert, aber die Arme und Beine wollten nicht mehr. In der letzten Minute habe ich nur noch im Unterbewusstsein gekämpft."

Das reichte im finalen internationalen Wettkampf Stäblers nicht. Am Ende war es eine Verwarnung wegen Ziehens am Trikot, die beim Endstand von 5:5 den Ausschlag für den Iraner gab. Wie bei den strittigen Szenen zuvor verzichtete Stäblers Ecke auch bei der dieser Situation darauf, die Entscheidung mit einer "Challenge" anzufechten, um bei einer Ablehnung nicht zusätzliche Strafpunkte zu kassieren. Diese Taktik ging nicht auf.

Dennoch verzichtete Stäbler, der im Achtelfinale den serbischen Europameister Mate Nemes bezwungen hatte, auf Vorwürfe. "Ich habe gesagt, dass ich alles gebe, was ich drauf habe. Das habe ich getan", äußerte der 32-Jährige: "Es ist einfach sehr, sehr schade, wie es gelaufen ist."

Ringen: Stäbler mit Chance auf Bronze

Immerhin hat Stäbler am Mittwoch noch die Chance auf Bronze. Da Reza Geraei sein Halbfinale gegen den Georgier Ramaz Zoidze gewann, kann der Deutsche am Mittwoch über die Hoffnungsrunde noch in den Kampf um Bronze gegen Zoidze einziehen.

Dazu braucht Stäbler einen Sieg gegen den Kolumbianer Julian Stiven Horta Acevedo. "Für mich lebt der Traum von der Medaille immer noch", sagte der zweifache Familienvater, der in der Olympia-Vorbereitung mit großen Problemen zu kämpfen hatte.

Stäbler war im vergangenen Jahr heftig an Corona erkrankt, zudem leidet er an einer chronischen Schulterverletzung. Dazu musste der Musberger seit Wochen eine kräftezehrende Diät halten, um das Gewicht für seine Klasse zu bringen. Das frühe Scheitern bei der zurückliegenden EM war für viele Beobachter ein Zeichen dafür, dass Stäbler seinen Zenit überschritten hat.

Nun kämpft Stäbler dennoch darum, seine aktive Laufbahn mit dem Sprung auf das Podium zu krönen. Bei den Spielen von London 2012 wurde der damals aufstrebende Schwabe Fünfter. In Rio ging Stäbler vor fünf Jahren als großer Favorit an den Start, doch eine schwere Verletzung verhinderte einen Erfolg.

Ringen: Auch Kudla noch im Medaillenrennen

Wie Stäbler hat auch Denis Kudla noch die Chance auf Bronze. In der Klasse bis 87 kg verlor der Nackenheimer, der 2016 als Dritter die einzige deutsche Ringermedaille geholt hatte, sein Viertelfinale gegen Victor Lorincz.

Da es der ungarische Vizeweltmeister ins Finale schaffte, darf auch Kudla in der Hoffnungsrunde antreten. Sollte er dort gegen Atabek Asisbekow (Kirgisistan) gewinnen, wäre der Ägypter Mohamed Metwally Kudlas Gegner im kleinen Finale.

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