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Olympia

"Haben Geschichte geschrieben": Teamspirit trägt Judoka zu Bronze

SID
Das Mixed-Team hat dem Deutschen Judo-Bund (DJB) bei den Olympischen Spielen in Tokio die dritte Medaille beschert.

Das Mixed-Team hat dem Deutschen Judo-Bund (DJB) bei den Olympischen Spielen in Tokio die dritte Medaille beschert. Im ersten Mannschaftswettkampf der Olympia-Geschichte sicherte sich die Auswahl um Bronzemedaillengewinnerin Anna-Maria Wagner (Ravensburg) mit einem 4:2 gegen die Niederlande erneut Bronze.

Karl-Richard Frey schmiss Sebastian Seidl im Rausch der puren Freude über Bronze krachend auf den Rücken, dann ließen die deutschen Judoka ihren Helden im legendären Kampf-Tempel Nippon Budokan durch die Luft fliegen. "Ich würde sagen, wir haben Geschichte geschrieben", jubelte Seidl überschwänglich, nachdem das Mixed-Team im ersten Mannschaftswettkampf der Olympia-Historie eine Medaille gesichert hatte. "Den Tag", sagte der Bayer, "wird keiner von uns in seinem Leben mehr vergessen."

Mit einem 4:2 über die Niederlande bescherte das Mixed-Team dem Deutschen Judo-Bund (DJB) die dritte Medaille zum Abschluss der Kämpfe in Tokio, nach dem entscheidenden Punkt durch Seidl gab es kein Halten mehr. "Wir haben dank unseres Teamspirit diese Medaille geholt", sagte Weltmeisterin Anna-Maria Wagner, die schon Einzel-Bronze gewonnen hatte - und von Seidl schlichtweg zum "Super Hero" erklärt wurde.

Denn Deutschlands beste Judoka hatte sich in ihrem Einzel-Wettkampf am rechten Ellenbogen verletzt und war in den drei Kämpfen bis zum Duell um Bronze geschont worden. "Die Ärzte haben mir das Go nicht gegeben. Aber ich habe gesagt: Wenn es wirklich darauf ankommt, gebe ich alles", erzählte die 25-Jährige: "Es ist alles ganz egal. Die Medaille ist da, dafür würde ich auch ohne Arme auf diese Matte gehen."

"Wir sind ein Team, bei uns kämpft jeder für jeden"

Auch Eduard Trippel, der schon am Mittwoch trotz Schulterproblemen sensationell die Silbermedaille gewonnen hatte, biss am Samstag nochmals auf die Zähne und kämpfte zwei Runden. "Es ist sicher nicht das Gesündeste", sagte der 24-Jährige grinsend: "Aber für eine olympische Medaille tut man schon einiges."

Beinahe war es dem DJB-Team im Viertelfinale sogar gelungen, Weltmeister und Topfavorit Japan zu stürzen - dies gelang dann Frankreich im Finale. "Ich glaube", sagte Wagner, "es hat schon lange nicht mehr jemand so stark gegen Japan gekämpft." Nach einer 2:0-Führung gab es aber eine 2:4-Niederlage, und mit dem Umweg über Hoffnungsrunde das bronzene Happy End gegen die Niederlande.

Mit immensem Teamspirit hatten die deutschen Athleten das Nippon Budokan trotz leerer Tribünen zum Beben gebracht, peitschten jeden Kämpfer mit gewaltiger Lautstärke nach vorne und bejubelte so die entscheidenden Siege von Wagner, Seidl, Dominic Ressel und Theresa Stoll. "Es geht zwar immer einer auf die Matte", sagte Wagner, "aber man spürt alle auf der Matte."

Dieser Zusammenhalt kam bei der olympischen Premiere des Mixed-Wettbewerbs besonders zum Tragen - und genau das hatte sich die Mannschaft auch vorgenommen. "Wir sind ein Team, bei uns kämpft jeder für jeden", berichtete Seidl vom gemeinsamen Teamspruch: "Alle für einen, einer für alle. Genau so haben wir heute gekämpft, das muss man uns erstmal nachmachen."

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