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Radsport

Ein Jahr nach Lambrechts Tod: Erneut überschattet schwerer Unfall die Polen-Rundfahrt

SID
Horrorsturz bei der Polen-Rundfahrt: Der Däne Fabio Jakobsen (M.) kracht schwer auf die Straße.
© imago images / newspix

Am ersten Todestag des Belgiers Bjorg Lambrecht ist die Polen-Rundfahrt der Radprofis erneut von einem schweren Unfall überschattet worden. Im Finale der ersten Etappe stürzte der Däne Fabio Jakobsen am Mittwoch bei rund 80 km/h brutal in die Absperrgitter, nach Angaben seines Teams Deceuninck-Quick Step ist sein Zustand "ernst, aber stabil".

Untersuchungen hätten keine Verletzungen des Gehirns oder der Wirbelsäule ergeben, aufgrund seiner weiteren schwerwiegenden Verletzungen bleibe er zunächst aber im künstlichen Koma.

"Es ist ernst, sein Leben ist direkt bedroht. Er hat eine enorme Menge Blut verloren und erhebliche Verletzungen erlitten", sagte Rennärztin Barbara Jerschina bei Polsat Sport am Mittwochabend. Wie ein Krankenhaus-Sprecher in Sosnowiec mitteilte, wurde Jakobsen von Orthopäden und Kieferchirurgen operiert. Medienberichten zufolge war der zweimalige Vuelta-Etappensieger des Vorjahres im Zielraum intubiert worden.

Im Sprint um den Sieg hatte der Niederländer Dylan Groenewegen (Jumbo-Visma) seinen dänischen Konkurrenten (Deceuninck-Quick Step) kurz vor der Ziellinie bei höchstem Tempo abgeräumt. "Das war ein krimineller Akt von Groenewegen. Er gehört dafür in den Knast, dafür würde ich vor Gericht ziehen", twitterte Jakobsens Teamchef Patrick Lefevere.

Jakobsen stürzte nach rechts in die Absperrung und prallte gegen einen Fotografen. Groenewegen flog ebenfalls vom Rad, überquerte die Ziellinie aber als Erster. Diverse weitere Fahrer stürzten in der Folge, zum Teil spektakulär über umherfliegende Gitter.

UCI verurteilt Groenewegens Verhalten "aufs Schärfste"

Der Weltverband UCI leitete umgehend Maßnahmen gegen den mutmaßlichen Unfallverursacher Groenewegen ein und kritisierte diesen scharf: "Die UCI verurteilt auf das Schärfste das gefährliche Verhalten des Fahrers Dylan Groenewegen, der Fabio Jakobsen wenige Meter vor dem Ziel in die Absperrung geschickt und damit einen Massencrash ausgelöst hat", hieß es in einem Statement.

Der Weltverband teilte mit, dass der Fall wegen des "unakzeptablen Verhaltens" Groenewegens sofort für weitere Sanktionen an die Disziplinar-Kommission weitergeleitet worden sei.

Belgier Lambrecht verunglückt tödlich am 5. August 2019

Am 5. August 2019 war der Belgier Lambrecht auf der 3. Etappe der Tour de Pologne bei Regen gegen einen Betonpfeiler geprallt und später im Krankenhaus gestorben. Der Lotto-Soudal-Jungprofi wurde nur 22 Jahre alt.

Einen offiziellen Sieger des Teilstücks über 195,8 km zwischen Chorzow und Kattowitz gab es zunächst nicht. Die deutschen Profis waren vom Crash nicht betroffen. Topsprinter Pascal Ackermann (Kandel/Bora-hansgrohe) lag zu weit zurück und kam unbeschadet als 16. ins Ziel, auch sein Teamkollege Maximilian Schachmann (Berlin) war vier Tage nach seinem vierten Platz bei Strade Bianche nicht ganz vorne dabei.

John Degenkolb (Gera/Lotto-Soudal) griff bei mehr als einer Minute Rückstand nicht in den Sprint ein, bester Deutscher war sein Teamkollege Roger Kluge (Eisenhüttenstadt) auf Platz neun.

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