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Motorsport

Johnson dominiert - Montoya starker Vierter

Von © Motorsport-Total.com
Jimmie Johnson ist im Moment das Maß der Dinge
© Getty

Jimmie Johnson gewann in Dover klar vor Mark Martin, Matt Kenseth und Juan Pablo Montoya - das Hendrick-Duo setzt sich leicht ab, Montoya ist Gesamtdritter.

Noch niemals in der über 60-jährigen NASCAR-Geschichte konnte ein Pilot vier Meisterschaften in Folge für sich entscheiden, doch Jimmie Johnson befindet sich spätestens nach seiner dominierenden Vorstellung beim AAA 400 von Dover auf dem besten Weg zu diesem historischen Kunststück.

271 von insgesamt 400 Runden lag der blaue Hendrick-Chevrolet mit der Startnummer 48 in Front, und machte im gesamten Rennverlauf auf der berühmt-berüchtigten Monster-Mile nie den Eindruck, als würde am Sonntagabend einer der 42 Konkurrenten zu einer ernsthaften Gefahr für den Chase-Spezialisten werden können.

Von der Pole-Position aus kontrollierte der 34-jährige Kalifornier das zweite von zehn Playoff-Rennen 2009, und ließ sich - nach einem zwischenzeitlichen Führungsintermezzo durch Kurt Busch (Penske-Dodge; 5.) - ab kurz nach der Rennhalbzeit fast 200 Umläufe lang nicht mehr von der Spitze verdrängen.

Mit seinem vierten Saisonsieg schloss Johnson in der Gesamtwertung bis auf zehn Punkte auf seinen Teamkollegen und Sprint-Cup-Tabellenführer Mark Martin auf, der sich im Rennverlauf kontinuierlich steigerte, und am Ende einen ebenso sicheren zweiten Platz nach Hause fuhr.

Kurt Busch verliert an Boden

Rang drei ging an den wiedererstarkten Matt Kenseth (Roush-Ford) vor Juan Pablo Montoya im Earnhardt/Ganassi-Chevrolet.

Vor der Halbzeit schien lediglich Kurt Busch ein Herausforderer Johnsons werden zu können, doch dessen Penske-Dodge verlor im Finale an der notwendigen Balance und büsste viel Boden ein.

Später bot der dritte Hendrick-Chevrolet von Jeff Gordon zeitweise hausinternen Widerstand, doch dessen Schicksal war nach einem defekten Schlagschrauber besiegelt: Gordon fiel bei einem Service in Runde 324 von Rang zwei auf sieben zurück, und landete am Ende - trotz Extrastopps samt neuer Reifen - auf Platz sechs.

Johnson bei jedem Restart auf der Höhe

Im Finale von Dover zeigte sich Johnson dann bei jedem Restart auf der Höhe des Geschehens und zog bereits in den ersten Kurven davon - egal, ob der Zweitplatzierte gerade Mark Martin, Matt Kenseth oder Juan Pablo Montoya hieß.

Den Ausschlag im Kampf um Platz zwei gab schließlich die offensichtliche Hendrick-Stärke, denn weder Kenseth, noch Montoya hatten in den letzten 30 Runden unter Grüner Flagge ein Gegenmittel gegen den 50-jährigen NASCAR-Oldie parat.

Für Kenseth bedeutete dessen dritter Rang nach langer Durststrecke endlich wieder einmal eine Top-5-Platzierung, die sich bereits am Samstag andeutete, als der Roush-Ford mit schnellen und konstanten Rundenzeiten glänzte. Schon im Frühsommer holte der zum ersten Mal an den Playoffs gescheiterte NASCAR-Champion des Jahres 2003 in Dover einen vierten Platz.

Montoya wiederum bemängelte an seinem, dieses Mal in schwarz gehaltenen Earnhardt/Ganassi-Chevy am Ende ein Untersteuern, das ihn daran hinderte, einen echten Kampf gegen Kenseth und das Hendrick-Duo aufzunehmen.

Montoya wieder in den Top 5

Trotzdem bot seine Ganassi-Mannschaft erneut ein bärenstarkes Chase-Rennen und holte sich nach Rang drei in New Hampshire in Dover nun die zweite Top-5-Platzierung in Folge. Allein: Der längst überfällige Oval-Sieg fehlt nach wie vor.

Hinter Kurt Busch und Jeff Gordon fuhren gleich zwei Petty-Dodge auf die Ränge sieben und acht. A.J. Allmendinger schnappte dabei seinem Teamkollegen Kasey Kahne vier Punkte im Titelkampf weg, als er ihn kurz vor dem Ende kassierte - nach seinem Motorschaden in New Hampshire benötigt Kahne jeden Zähler im Titelkampf.

In Dover verrichtete übrigens nicht mehr das allerneueste Dodge-Triebwerk seine Arbeit, was sich mit zwei soliden Top-10-Platzierungen bezahlt machte.

Die Plätze neun und zehn gingen ebenfalls an zwei Teamkollegen: Mit Tony Stewart und Ryan Newman fuhren beide Stewart/Haas-Chevrolets weit nach vorne, obwohl beide im Rennverlauf kleinere Probleme erlitten: Stewart war leicht in den Logano-Crash verwickelt und Newman monierte im Finale ein Problem mit seinen Reifen.

Nagelprobe in Kansas

Dover sah auch ein Verliererteam, denn die Toyota-Vorzeigemannschaft von Joe Gibbs Racing musste in Delaware einen schweren Tiefschlag einstecken.

Youngster Joey Logano erlebte früh einen spektakulären siebenfachen Überschlag, und Kyle Busch löste mit zwei Streifschüssen zwei Gelbphasen aus, bevor er seinen giftgrünen Toyota Camry zu einem gründlichen Check in der Garage abstellte.

Auch Denny Hamlin, der einzig im Chase verbliebene Gibbs-Pilot, kämpfte mit einem suboptimalen Handling und landete mit Rundenrückstand nur auf Platz 22. Damit war Hamlin der am weitest hinten platzierte Playoff-Kandidat, denn Carl Edwards und Greg Biffle (beide Roush-Ford) fuhren unauffällig auf die Ränge elf und 13, Brian Vickers im Red-Bull-Toyota überquerte die Zielflagge als 18.

Hendrick-Duo das Maß der Dinge

Nach zwei von zehn Chase-Rennen bleibt als erste Tendenz festzuhalten, dass das Hendrick-Duo Martin und Johnson derzeit das absolute Maß der Dinge ist.

Beide konnten sich in der Gesamtwertung bereits einen kleinen Vorsprung auf das von Montoya angeführte Sprint-Cup-Verfolgerfeld erarbeiten. Die große Playoff-Nagelprobe folgt nun am kommenden Wochenende, denn dann steht mit Kansas das erste von insgesamt vier 1,5 Meilenovalen an.

Übrigens: Die Vorzeichen für das bärenstarke Hendrick-Duo könnten nicht besser aussehen. Vor einem Jahr übernahm Jimmie Johnson mit seinem Sieg in Kansas die Sprint-Cup-Tabellenführung - und gab sie in der Folge nie wieder ab. Und in der Saison 2005 feierte Mark Martin im Herzen Amerikas seinen letzten Sieg für Jack Roush...

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