2. Bundesliga: HSV träumt wieder vom Aufstieg - Kiel siegt gegen H96

SID
Der Hamburger SV siegt gegen Nürnberg.
© getty

"Hotte" bringt die Hoffnung zurück: Beim Debüt von Neutrainer Horst Hrubesch hat sich der Hamburger SV im Kampf um den Aufstieg eindrucksvoll zurückgemeldet. Klublegende Hrubesch feierte beim 5:2 (3:1)-Heimsieg gegen den 1. FC Nürnberg einen perfekten Einstand und darf wieder an die Rückkehr in die Bundesliga glauben (das Spiel im LIVETICKER zum Nachlesen).

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Asger Sörensen (30., Eigentor), Bakery Jatta (37.), Simon Terodde (45.+2/80., Foulelfmeter) und Sonny Kittel (76.) trafen für den überzeugenden HSV. Die Tore von Erik Schuranow (41.) und Linus Rosenlöcher (89.) waren für den Club zu wenig.

"Vielleicht haben wir noch eine Chance. Heute haben wir sogar ein paar Möglichkeiten liegen gelassen. Die Jungs hatten zuletzt einfach das Vertrauen in sich selbst nicht mehr", sagte Hruebsch bei Sky. Hamburgs Abwehrchef Toni Leistner meinte: "Horst hat sich die Jungs schon in der Woche gepackt, hat ihnen ein extremes Selbstbewusstsein gegeben und sie stark geredet. Das hat gefruchtet."

Durch den ersten Dreier nach zuvor fünf Spielen ohne Sieg verbesserte sich der HSV auf Rang vier in der Tabelle, die Mannschaft von Hrubesch - an der Elbe liebevoll "Hotte" genannt - verkürzte den Rückstand auf die SpVgg Greuther Fürth auf Rang drei auf drei Punkte und hofft zumindest wieder auf die Relegation. "Wenn der liebe Gott mit uns ist, gehen wir vielleicht in die Relegation", sagte Hrubesch weiter. "Es wird sicherlich nicht leicht. Es wird an uns liegen. Wir haben die Möglichkeiten, also sollten wir sie nutzen."

Robin Meißner feiert Startelfdebüt beim HSV

"Wir leben noch", hatte Hrubesch, der vor einer Woche als Nachfolger von Daniel Thioune installiert wurde, vor der Partie gesagt und versprochen, sein Team werde "kratzen, beißen, Gas geben". Nur ein Sieg zählte - doch der Druck war den Hamburgern zunächst anzumerken, den Bemühungen fehlte es an Präzision. Der HSV brauchte, um sich in die Partie zu wühlen. Als es dann einmal schnell ging, zog Robin Meißner einfach direkt ab - sein Schuss wurde noch von Sörensen unhaltbar ins Tor abgefälscht.

Hrubesch, der im Vergleich zum 1:1 gegen den Karlsruher SC gleich fünf Änderungen vornahm und dabei Meißner zum Startelfdebüt verhalf, sah nach dem Führungstreffer einen deutlich besseren HSV. Jatta nutzte die starke Phase eiskalt aus zum sehenswerten 2:0. Ein Patzer von Sven Ulreich, der einen Distanzschuss von Johannes Geis nur nach vorne klären konnte, ermöglichte Schuranow den Anschlusstreffer - und brachte kurz Hektik ins Spiel der Hamburger.

Doch dann schlug wieder Topstürmer Terodde zu. Der 33-Jährige stand, wo ein Mittelstürmer stehen muss und hatte keine Mühe, den Ball aus kurzer Distanz ins Tor zu drücken.

Leibold: "Nicht alles über den grünen Klee loben"

In der Folge riskierte der HSV nicht mehr allzu viel und versuchte vor allem, defensiv sicher zu stehen und über Konter Nadelstiche zu setzen. Wie Meißner, der nach einer tollen Aktion aber nur die Latte traf (62.).

Aber auch Nürnberg blieb gefährlich. Nur kurz danach lenkte HSV-Keeper Ulreich mit einer tollen Parade einen Versuch von Tom Krauß ebenfalls an die Latte (73.) - ehe Kittel für die Hamburger erhöhte. Nürnberg-Experte Terodde traf gar zum zweiten Mal und hat nun in seinen letzten sieben Zweitliga-Spielen gegen den Club acht Mal getroffen.

"Wir dürfen jetzt nicht alles über den grünen Klee loben", sagte HSV-Kapitän Tim Leibold. "Der Sieg heute war extrem wichtig für die Köpfe. Wir haben es aber nicht mehr in der eigenen Hand, jetzt müssen wir darauf schauen, dass wir gegen Osnabrück eine ähnliche Leistung abrufen wie heute."

Holstein Kiel siegt weiter und übernimmt Platz zwei

Zuvor war Holstein Kiel dem HSV enteilt. Bartels traf in der 44. Minute, für den 34-Jährigen war es das fünfte Tor seit der Corona-Pause. Mit 59 Punkten liegt Holstein nun einen Zähler vor dem Tabellen-Dritten Greuther Fürth und hat zudem ein Spiel weniger absolviert. Kiel könnte der erste Klub aus Schleswig-Holstein in der Geschichte der Bundesliga werden.

Nur drei Tage nach dem 4:0 gegen St. Pauli an gleicher Stelle tat Holstein sich gegen die bereits gesicherten Niedersachsen lange Zeit schwer. Die Führung kurz vor der Pause fiel fast aus dem Nichts: Nach einer Bogenlampe von Fabian Reese stand Bartels am zweiten Pfosten frei und traf mit einer Direktabnahme ins lange Eck. Für den Routinier war es das insgesamt neunte Saisontor.

Nach dem Seitenwechsel blieb die wegen der Kieler Corona-Quarantäne zweimal verschobene Partie auf niedrigem Niveau. Hannovers Jaka Bijol hatte den Ausgleich auf dem Fuß, sein Schuss aus 22 Metern (69.) touchierte leicht die Latte. Kurz vor Spielende verletzte sich Kiels Ahmet Arslan möglicherweise schwer, der Mittelfeldspieler musste nach einem Zweikampf minutenlang behandelt werden.

2. Liga: Die aktuelle Tabelle

PlatzTeamSp.ToreDiffPkt.
1.VfL Bochum3262:372563
2.Holstein Kiel3150:272359
3.SpVgg Greuther Fürth3262:402258
4.Hamburger SV3265:412455
5.Fortuna Düsseldorf3250:43753
6.1. FC Heidenheim3247:42551
7.FC Sankt Pauli3250:51-147
8.SC Paderborn 073250:401046
9.Karlsruher SC3246:41546
10.SV Darmstadt 983255:52345
11.FC Erzgebirge Aue3242:49-741
12.1. FC Nürnberg3243:49-640
13.Hannover 963250:48239
14.SSV Jahn Regensburg3132:45-1335
15.SV Sandhausen3238:57-1931
16.Eintracht Braunschweig3229:53-2431
17.VfL Osnabrück3231:54-2330
18.Würzburger Kickers3234:67-3321
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