Fussball

2. Liga: VfL Bochum trennt sich von Trainer Robin Dutt

SID
Robin Dutt wurde beim VfL Bochum beurlaubt.

Am Ende entließ sich Robin Dutt beim VfL Bochum quasi selbst. Nachdem der 54-Jährige sich mit bemerkenswerten Aussagen angezählt hatte, blieb er am Montagvormittag einem Gespräch mit dem Präsidium des VfL fern. Für die Verantwortlichen "anne Castroper" war es der letzte Tropfen auf den heißen Stein.

"Diese Entscheidung ist das Ergebnis intensiver Gespräche und Analysen, die nach dem 3:3 gegen den SV Wehen Wiesbaden stattfanden", teilte der VfL am Montagnachmittag mit: "Im Gesamtzusammenhang kommt der VfL zu dem Ergebnis, dass die Mannschaft dem Trainer nach den Vorgängen des Wochenendes und seinem öffentlichen Statement nicht mehr weiterhin vorbehaltlos gefolgt wäre. An dem Punkt ist der VfL zu der Überzeugung gekommen, dass das Team einen neuen Impuls braucht", hieß es in der Erklärung des Traditionsvereins weiter.

Dutt äußerte sich später bei Sky und akzeptierte die Freistellung "zu 100 Prozent", vermisste jedoch eine Begründung für die Entscheidung. Dennoch betonte er, er habe die Zeit in Bochum "sehr genossen und finde es schade, dass es so früh schon geendet ist".

Der Klub teilte mit, dass bis auf Weiteres die Co-Trainer Heiko Butscher und Oliver Barth sowie Torwarttrainer Peter Greiber die Mannschaft betreuen und auf das Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart am Montag vorbereiten. Als neuer Chefcoach ist laut Bild Ex-HSV-Trainer Hannes Wolf im Gespräch.

Zuvor hatte Dutt, der einstige Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), mit seinen Aussagen auf der Pressekonferenz nach dem 3:3 nach 0:3-Halbzeitrückstand gegen Aufsteiger SV Wehen Wiesbaden seinen Rücktritt in den Raum gestellt und damit für Aufsehen gesorgt. "Es hilft nichts, mit einem angezählten Trainer weiterzumachen", sagte der erfahrene Fußballlehrer, der in der Bundesliga den SC Freiburg, Bayer Leverkusen und Werder Bremen betreut hatte und als Sportvorstand beim VfB Stuttgart tätig gewesen war.

Fans vom VfL Bochum enttäuscht

Deshalb bat Dutt Sportdirektor Sebastian Schindzielorz zum "ergebnisoffenen" Krisengespräch. Schon am Samstag hatte Dutt klargemacht: "Ich muss nicht warten, bis alle auf die Barrikaden gehen. Wenn wir uns unterhalten und sagen, wir haben einen gemeinsamen Weg, dann haben wir ihn. Aber ich will nicht rumeiern, bis das übliche Szenario losgeht." Das Anzählen hatte er höchstselbst vorgenommen. "Ich wollte wachrütteln und einen Stein ins Rollen bringen", erklärte der Coach am Montag.

Auch die Fans hatten nach dem desolaten Auftritt in Halbzeit eins ihrer Enttäuschung über die Leistung der Hausherren Luft gemacht. Eine emotionale Halbzeitansprache hatte Schindzielorz in der Kabine an die Mannschaft gerichtet - nicht der Chefcoach. "Ich bin Sesi dafür dankbar", betonte Dutt auf der Pressekonferenz.

Seit 12. Februar 2018 war Dutt bei den einstmals "Unabsteigbaren" in Bochum tätig. "Robin und ich haben seit 18 Monaten ein sehr gutes Verhältnis", hatte der VfL-Sportdirektor gesagt.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung