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Fussball

WM in Katar: Generalmajor Al Ansari gegen Regenbogenflaggen - zum Schutz der Fans

Von Maximilian Lotz
Bei der EM löste das Verbot der Regenbogenflagge eine Debatte aus.

Das Zeigen der Regenbogenflagge während der Weltmeisterschaft in Katar als Zeichen der Solidarität mit der LGBTQ+-Community könnte für Fans Konsequenzen haben.

Generalmajor Abdulaziz Abdullah Al Ansari erklärte zwar im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Associated Press (AP), dass LGBTQ-Paare während der WM in Katar willkommen geheißen und akzeptiert würden, obwohl gleichgeschlechtliche Beziehungen in dem konservativen Golfstaat weiterhin unter Strafe stehen.

Zugleich sprach sich Al Ansari gegen das öffentliche Zeigen entsprechender Solidaritätssymbole, wie etwa der Regenbogenfahne aus. "Wenn ein Fan die Regenbogenflagge hisst und ich sie ihm wegnehme, dann nicht, weil ich sie wirklich nehmen will, um ihn zu beleidigen, sondern um ihn zu schützen", sagte Al Ansari bei AP.

Er fürchtet demnach Angriffe auf die Anhänger: "Denn wenn ich es nicht bin, könnte jemand anderes in seiner Nähe ihn angreifen." Er könne nicht für das Verhalten des ganzen Volkes garantieren, ergänzte Al Ansari: "Und ich werde ihm sagen: 'Bitte, es ist nicht nötig, jetzt die Fahne zu zeigen.'"

Wenn Fans ihre Haltung demonstrieren wollen, dann "müssen sie dies in der Gesellschaft tun, in der es akzeptiert wird", meinte Al Ansari. Eine Karte kaufen und sich das Spiel anschauen, sei in Ordnung, "aber nicht hier deswegen die ganze Gesellschaft beleidigen", betonte er.

Al Ansari: "Können Gesetze nicht ändern"

Als eine Warnung vor einer Reise wollte Al Ansari seine Worte allerdings nicht verstanden wissen. "Bucht gemeinsam ein Zimmer, schlaft miteinander - das geht uns nichts an", sagte er. "Wir sind dazu da, um ein Turnier zu organisieren. Wir können hier die Gesetze nicht ändern. Man kann die Religion nicht für die 28 Tage einer Weltmeisterschaft ändern."

Al Ansari ist als Direktor der Abteilung für internationale Zusammenarbeit tätig, zugleich ist er Vorsitzender des Nationalen Komitees zur Terrorismusbekämpfung im katarischen Innenministerium. Die Vergabe der WM nach Katar steht wegen der Menschenrechtsverletzungen vor Ort in der Kritik. Amnesty International beklagte zuletzt, dass Personen der LGBT+-Community "sowohl durch Gesetze als auch im täglichen Leben weiterhin diskriminiert" würden.

FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte in dieser Woche in Doha mit Blick auf die WM betont, dass jeder sehen werde, "dass jeder hier in Katar willkommen ist, auch wenn wir über LGBTQ sprechen". Während der EM im vergangenen Jahr hatte das Verbot der Regenbogenflagge in Ungarn eine heftige Debatte ausgelöst.

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