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Fussball

Gareth Bale bei Tottenham Hotspur: Aliens, seelische Narben und eine unklare Zukunft

In dieser Saison verzeichnete Gareth Bale für Tottenham Hotspur in 31 Pflichtspielen 14 Tore und drei Spiele.

Gareth Bale kehrte im vergangenen Sommer per Leihe von Real Madrid zu Tottenham Hotspur zurück und zeigte seitdem äußerst wechselhafte Leistungen. Die Zukunft des 31-jährigen Flügelstürmers aus Wales ist offen - ein Szenario wird Real aber unbedingt vermeiden wollen.

Vor ein paar Wochen veröffentlichte Tottenham Hotspur auf seinem hauseigenen YouTube-Kanal ein recht unterhaltsames Video: Gareth Bale und sein Teamkollege Joe Rodon zogen aus zwei weißen Schalen abwechselnd willkürliche Fragen und diskutierten anschließend darüber.

Zu einem besonders interessanten Austausch führte das Thema Aliens. Während Rodon etwas rumdruckste, war sich Bale sicher: "Es gibt auf jeden Fall Aliens, zu 100 Prozent." Im Laufe des Videos kam er mehrmals auf das Thema zurück, berichtete von entsprechenden Veröffentlichungen der US-amerikanischen Regierung und erzählte sogar von einer persönlichen UFO-Sichtung.

Bale war sichtlich gelöst und in Enthüllungs-Laune. Zu schade also eigentlich, dass Rodon keine Frage nach der beruflichen Zukunft seines Teamkollegen und dessen Umgang mit den nun schon seit Jahren andauernden Spekulationen über seine Person zog. Bales Ansichten zu diesen Themen wären nämlich ähnlich interessant gewesen wie seine Einschätzungen zur Existenz von Aliens.

Wie bereits in den vergangenen Sommern erscheint Bales Zukunft aktuell einmal mehr völlig unklar. Kehrt er zu Real Madrid zurück, wo er noch bis 2022 gebunden ist? Wechselt er fest zu Tottenham? Oder zu einem anderen Klub? Nun ja, kurz gefasst: Wo wird das UFO Bale zur neuen Saison landen?

Gareth Bale kam wegen der Spielpraxis zu Tottenham

Ein kurzer Rückblick: Nach herausragenden Jahren bei Tottenham zog Bale 2013 für die damalige Weltrekordsumme von 101 Millionen Euro zu Real, schlug dort zunächst voll ein und schoss Tor um Tor, mit Vorliebe entschied er Champions-League-Finals. 2016 verlängerte er seinen Vertrag vorzeitig bis 2022 und kassiert seitdem dem Vernehmen nach jährlich rund 17 Millionen Euro netto.

Bald aber entschied Bale keine Champions-League-Finals mehr und war irgendwann auch wegen anhaltender Verletzungsprobleme sowie phasenweise offen zur Schau gestelltem Desinteresse nicht einmal mehr Stammspieler. Für einen Ersatzspieler ist er aus seiner Sicht aber zu gut und aus Reals Sicht zu teuer, weshalb eigentlich permanent über seine Zukunft spekuliert wird.

Nach einigen warum auch immer gescheiterten Transfers ließ sich Bale im vergangenen Sommer schließlich für ein Jahr an seinen Ex-Klub Tottenham verleihen, das rund 40 Prozent seines monströsen Gehalts übernimmt. Gekommen ist Bale vor allem, um Spielpraxis zu sammeln vor der anstehenden Europameisterschaft mit Wales. Das gelang ihm zumindest phasenweise.

Jose Mourinho ortete bei Gareth Bale "seelische Narben"

Seine Ankunft löste bei Tottenhams Fans Begeisterungsstürme aus, die jedoch bald in Ernüchterung umschlugen. Nicht allzu überraschend hatte Bale mit körperlichen Problemen zu kämpfen: Mal tat das Knie weh, mal die Wade, mal irgendwas anderes. Bis Februar waren Einsätze selten und Tore noch seltener.

Dann aber drehte Bale wie aus dem Nichts auf und es wurde deutlich: Ist er fit und darf regelmäßig spielen, kann er immer noch der unaufhaltsame Rechtsaußen von früher sein. Ende Februar, Anfang März schoss Bale innerhalb von nur 17 Tagen sechs Tore und legte drei weitere auf. Das Zusammenspiel mit Harry Kane und Heung-Min Son funktionierte grandios.

Ausschlaggebend dafür sei laut des damals noch amtierenden Trainers Jose Mourinho die Heilung "seelischer Narben" gewesen, wie er bei ESPN analysierte: "Wenn du ein paar Saisons Probleme mit Verletzungen hast, dann geht es nicht um muskuläre Probleme, sondern vielmehr um seelische Narben. Sie bringen Ängste und Instabilität. Aber er hat sie gebrochen."

Ryan Mason schenkte Gareth Bale das Vertrauen

So schnell sein Zwischenhoch gekommen war, so schnell war es aber auch wieder weg. Tottenham verlor das Derby gegen den FC Arsenal und scheiterte in der Europa League kläglich an Dinamo Zagreb. Bale war seinen zwischenzeitlich eroberten Stammplatz wieder los und Mourinho kurz darauf seinen Job. Das wichtigste Saisonziel Champions-League-Qualifikation war arg in Gefahr geraten.

Interimistisch übernahm das Traineramt daraufhin der erst 29-jährige Ryan Mason, mit dem Bale während seiner ersten Zeit bei Tottenham noch selbst zusammengespielt hatte. Er beorderte seinen ehemaligen Kollegen umgehend zurück in die Startelf und der dankte es seitdem mit vier Toren in drei Ligaspielen.

Nichts ändern konnte Bale aber an der 1:3-Niederlage bei Leeds United am Samstag, die wohl die letzten Hoffnungen auf eine Champions-League-Qualifikation zunichtemachte. Und auch nicht an der Niederlage im League-Cup-Finale gegen Manchester City, die Tottenham weiter auf den ersten Titelgewinn seit 2008 warten lässt.

Real Madrid will Gareth Bale wohl fest abgeben

Und nun? Die letzte Aussage Bales zu seiner Zukunft stammt von Ende März und lautet: "Mein Plan ist es, zu Real zurückzukehren. Nur soweit habe ich bisher geplant." Sein Berater Jonathan Barnett sagte SNTV aber, dass er eine Real-Rückkehr Bales "bezweifle". Mason sprach unterdessen davon, dass Bales Zukunft erst nach dem Saisonende entschieden werde. Dann ist der Interimstrainer selbst vermutlich nicht mehr im Amt und womöglich Zinedine Zidane bei Real auch nicht mehr. Er spielt mit dem Gedanken, wie 2018 von sich aus zurückzutreten.

Das finanziell gebeutelte Real wird unabhängig davon wohl alles daransetzen, Bale im anstehenden Sommer fest abzugeben. Eine Reintegration in die Mannschaft erscheint fast ausgeschlossen, nachdem er während den enttäuschenden letzten Jahren in Madrid zunehmend wie ein Alien gewirkt hatte. Unbedingt vermieden werden soll eine weitere Saison Gehaltszahlungen samt anschließendem ablösefreiem Abgang. Bereits im vergangenen Sommer ließ Real mit James Rodriguez einen einst teuer eingekauften Star ohne Transfereinahmen ziehen.

Tottenham besitzt zwar keine Kaufoption für Bale, dürfte einer festen Verpflichtung gegenüber jedoch generell nicht gänzlich abgeneigt sein. Schließlich zeigte er zumindest phasenweise seine immer noch hervorragenden Fähigkeiten und die Fans lieben ihn sowieso. Real und vor allem auch Bale selbst müssten dafür aber finanzielle Abstriche machen. Tottenham-Präsident Daniel Levy gilt als harter Verhandler, der jeglichen Investitionen in den Kader zunächst einmal kritisch gegenübersteht.

Gefragt nach einem möglichen künftigen Arbeitgeber seines Klienten, sagte Berater Barnett neulich bei Sky: "Sie müssten eine Menge Geld haben und es müsste einer sein, für den er gerne spielen würde. Das schließt viele Vereine aus."

Gareth Bale: Seine Leistungsdaten in dieser Saison

WettbewerbSpieleMinutenToreAssists
Premier League1779192
FA Cup21151-
League Cup2681-
Europa League1056431
Gesamt311.538143
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