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FC Liverpool - Jürgen Klopp auf Rechtfertigungskurs: "Treffe auch Entscheidungen, die nicht populär sind"

SID
Jürgen Klopp sorgte zuletzt für eine Menge Gesprächsstoff.

Jürgen Klopp kann am Mittwoch im Nachholspiel bei West Ham United den Vorsprung des FC Liverpool in der Premier League weiter ausbauen. Allerdings sorgte er zuletzt mit einer unpopulären Entscheidung für Gesprächsstoff.

Jürgen Klopp in Erklärungsnot - solche Situationen sind für den Star-Teammanager von Champions-League-Sieger FC Liverpool recht selten. Am Dienstag war es aber für den Erfolgscoach bei der Spieltags-Pressekonferenz vor dem Nachholspiel der Premier League bei West Ham United (Mittwoch, 20.45 Uhr im LIVETICKER) soweit, denn seine Ankündigung, das FA-Cup-Wiederholungsspiel gegen Shrewsbury Town am 4. Februar mit seiner Top-Elf zu schwänzen, führte auch zu Kritik.

"Ich muss im Interesse der Mannschaft auch Entscheidungen treffen, die nicht populär sind", betonte Klopp. Statt der Stars um Virgil van Dijk wird die U23 der Reds gegen den Drittligisten antreten. Klopp: "Wir wollen in die nächste Runde, und unserer U23 traue ich zu, weiterzukommen."

Reserve-Coach Neil Critchley habe sein volles Vertrauen, es wäre keine Option gewesen, dass er selbst im Wiederholungsspiel das Coachen der U23 übernimmt, so Klopp: "So funktioniert Fußball nicht."

Der englische Verband FA hatte am Montag in einer Stellungnahme nochmals klargemacht, dass die erstmalige Winterpause im englischen Profifußball auf einer langfristigen Absprache fuße: "Vor Beginn der Saison 2019/20 haben alle Vereine akzeptiert, dass die Wiederholungen der vierten Runde des FA Cup, sofern erforderlich, in der ersten Woche der Spielpause in der Zwischensaison stattfinden müssen."

Dass Klopp mit seiner Mannschaft wegen des 2:2 am Sonntag erneut gegen Shrewsbury im FA Cup antreten muss, war so nicht einkalkuliert.

FA Cup: Scharfe Kritik an Jürgen Klopp

Für Klopp ist klar, dass er die Ansetzung eines Wiederholungsspiels im englischen Pokal statt eines Elfmeterschießens als Anachronismus empfindet. "Shrewsbury hätte die Möglichkeit, auch im Elfmeterschießen weiterzukommen. Auch für einen Drittligisten ist es eine zusätzliche Belastung, die erst weggesteckt werden muss", meinte der Liverpool-Coach.

Doch Klopp musste nicht nur Kritik vom englischen Verband einstecken. Accrington Stanleys Klub-Chef Andy Holt kritisierte den 52-Jährigen scharf. "Er ist eine Schande", twitterte Holt, Besitzer des Drittligisten, der schon im November aus dem FA Cup ausschied.

"Ich würde mich aus dem Bett quälen, nur um das Wiederholungsspiel zu spielen. Denn das ist einfach die richtige Entscheidung. Mir wäre es scheißegal, wie müde ich wäre", stellte der Klub-Boss klar. "Ich würde einfach mal an seiner Stelle etwas zurückgeben, anstatt solch ein gieriger, egoistischer Kerl zu sein", fügte er hinzu.

"Jürgen, du machst dich lächerlich. Du zerstörst deinen Ruf. Du bringst den FA-Cup um. Du bringst uns um", nahm es Holt für Shrewsbury, den anderen Underdog auf, der seiner Ansicht nach auf die Einnahmen aus dem Pokal-Wettbewerb angewiesen sei und außerdem das Spiel des Jahres aus Sicht des Außenseiters verdient habe.

FC Liverpool will Führung in der Premier League ausbauen

Für Klopp ist entscheidend, dass er die zwei Wochen Pause für die Regeneration seiner Schützlinge vollumfänglich nutzen will. "Ich trage die Verantwortung für meine Spieler", äußerte der Kulttrainer.

Dass im Dezember 2019 schon einmal eine ähnliche Situation aufgrund der Klub-WM entstanden war, ist ihm bewusst. Innerhalb von 24 Stunden standen damals Partien im Ligapokal-Viertelfinale gegen Aston Villa und bei der Klub-Weltmeisterschaft in Katar auf dem Programm. 0:5 gingen die Liverpooler Nachwuchskicker gegen Villa unter, die Klopp-Stars holten dafür den Titel bei der Klub-WM.

Die Partie am Mittwoch bietet Klopps Team die Möglichkeit, die Führung in der Tabelle auf 19 Punkte vor Meister Manchester City auszubauen. Allerdings muss er auf Torjäger Sadio Mane aufgrund einer Muskelverletzung verzichten; der Senegalese wird auch am Samstag gegen den Ralph-Hasenhüttl-Klub FC Southampton fehlen.

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