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Fussball

Thuram kämpft gegen Rassismus: Die weißen Spieler müssen reagieren

SID
Lilian Thuram setzt sich gegen Rassismus ein.

Er war Weltmeister, ist Rekordnationalspieler der Equipe Tricolore und kämpft gegen Rassismus - und das weit über den Fußball hinaus: Lilian Thuram, einst Star-Verteidiger des AC Parma und von Juventus Turin, nutzt seine Stimme und drängt auf Veränderung in der Gesellschaft. In der britischen Tageszeitung The Guardian beschreibt Thuram, wer dafür im Fußball Verantwortung übernehmen kann.

Es sei "an den weißen Spielern, die gewöhnlich in der Mehrheit sind", auf Rassismus auf dem Feld zu reagieren, sagt Thuram, sie sollten sich weigern weiterzuspielen. "Erst dann werden die Mächtigen dazu gezwungen, Maßnahmen zu ergreifen, denn sonst leidet ihr Geschäft."

Am Freitag erschien Thurams jüngstes Buch "White Thinking: Behind the Mask of Racial Identity" auf dem englischsprachigen Markt. Lilian Thuram (49), Vater des Mönchengladbachers Bundesligaspielers Marcus Thuram, fordert seine Leser, vor allem die weißen, dazu auf, tiefer über gesellschaftliche Strukturen und den Rassenbegriff nachzudenken. Fußball ist dabei nur ein Bereich.

"Um uns verändern zu können, müssen wir uns über Kategorien erheben wie: Männer, Frauen, Schwarze, Weiße und so weiter", sagt Thuram: "Wir müssen die Idee fördern, dass wir alle Menschen sind." Die Minderheit müsse die notwendige Veränderung anstoßen, weil sich die Mehrheit in ihrer Gewohnheit eingelebt habe.

Ermutigende Beispiele für einen Wandel sieht Thuram in seinem Sport, unter anderem bei Jordan Henderson, Kapitän des FC Liverpool. "Wenn ich sehe, wie er sich gegen Rassismus positioniert, dann denke ich: Das ist fantastisch. Denn das bedeutet, dass er verstanden hat, dass ihn Rassismus auch betrifft", sagt Thuram. Den Regierungen traut er die nötigen Maßnahmen kaum zu.

Ein Beispiel: "Als ich 1997 nach Italien gekommen bin, gab es rassistische Sprechchöre in den Stadien. Heute im Jahr 2021 gibt es immer noch rassistische Sprechchöre in den Stadien. Das bedeutet, die Behörden haben ihren Job nicht gemacht." Daher sucht Thuram nach einer anderen Strategie. "Historisch gesehen sind es Individuen, die Systeme dazu zwingen, sich zu ändern", sagt er.

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