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Fussball

Jorge Mendes zum Berater des Jahrhunderts gekürt: Der kuriose Transfer des Fabio Silva

Fabio Silva wechselte im Sommer für 40 Millionen Euro vom FC Porto zu den Wolverhampton Wanderers.

Cristiano Ronaldos Berater Jorge Mendes (54) war wohl noch nie so mächtig wie aktuell. Er verdient längst nicht mehr nur an Spielern, sondern auch an Klubs - wie der durchaus kuriose Transfer von Fabio Silva vom FC Porto zu den Wolverhampton Wanderers im vergangenen Sommer zeigt.

Als Ende Dezember zu den alljährlich vergebenen "Globe Soccer Awards" nach Dubai geladen wurde, standen diesmal nicht nur Auszeichnungen für das vergangene Jahr, sondern gleich auch für das Jahrhundert an (obwohl es Recherchen zufolge erst zu einem Fünftel absolviert ist). Bei den Spielern gewann jedenfalls Cristiano Ronaldo, bei den Trainern Pep Guardiola - und bei den ebenfalls gekürten Beratern Jorge Mendes.

Er, der sich eigentlich immer im Hintergrund hält, stand auf der Bühne und bekam seine goldene Trophäe überreicht. An diesen alljährlichen Moment im Scheinwerferlicht ist Mendes aber längst gewöhnt: Zehn von elf vergebenen Berater-Auszeichnungen gingen bisher an ihn (nur 2016 gewann Mino Raiola). Nun also die verfrühte Jahrhundert-Auszeichnung.

Während die Karriere-Höhepunkte von Ronaldo und Guardiola wohl überschritten sind, befindet sich Mendes auf seinem absoluten Zenit. Es scheint, als könne er das Jahrhundert weiterhin prägen: Kein Berater war im vergangenen Sommer an so vielen großen Transfers beteiligt wie Mendes, der unter anderem Ruben Dias für 68 Millionen Euro von Benfica Lissabon zu Manchester City transferierte (und im Gegenzug Nicolas Otamendi von City zu Benfica).

Das Paradebeispiel für Mendes' Macht im Weltfußball ist aber der 40 Millionen Euro schwere Transfer eines 18-jähriger Portugiesen mit dem Allerweltsnamen Fabio Silva - und dessen Begleiterscheinungen.

Jorge Mendes' Einfluss auf die Wolverhampton Wanderers

Rückblick: 2016 übernahm das chinesische Konglomerat Fosun International Limited für rund 50 Millionen Euro den damaligen englischen Zweitligisten Wolverhampton Wanderers. Die Investoren besitzen gleichzeitig Anteile an Mendes' Agentur GestiFute und praktizieren folgerichtig eine enge Zusammenarbeit mit dem Berater.

Neben Trainer Nuno Espirito Santo, zu Spielerzeiten einst Mendes' erster großer Transfer, wechselten seit der Übernahme etliche GestiFute-Spieler nach Wolverhampton. Unter anderem Ruben Neves, Joao Moutinho und Diogo Jota, der Mendes mal "meinen rechten Arm" nannte.

Die neu zusammengestellte Mannschaft stieg in die Premier League auf und qualifizierte sich anschließend für die Europa League, ehe im vergangenen Sommer mit Jota und Matt Doherty erstmals seit der Übernahme zwei wichtige Spieler den Klub verließen.

Der seit jeher von GestiFute beratene Stürmer Jota wechselte für rund 45 Millionen Euro zum FC Liverpool, Rechtsverteidiger Doherty, der sich in Wolverhampton der Agentur anschloss, für rund 17 Millionen Euro zu Tottenham Hotspur. Deren Trainer Jose Mourinho wird übrigens ebenfalls von GestiFute beraten. Als Ersatz für rechts hinten kam für 30 Millionen Euro mit Nelson Semedo vom FC Barcelona ein weiterer Mendes-Klient - und für den Sturm für 40 Millionen Euro Fabio Silva vom FC Porto.

Wie Fabio Silva bei den Wolverhampton Wanderers landete

Während in den vergangenen Jahren ein GestiFute-Spieler nach dem anderen nach Wolverhampton wechselte, kämpfte sich Silva durch Portos Nachwuchsmannschaften und löste 2019 den bisherigen Rekordhalter und aktuellen Wolverhampton-und-GestiFute-Spieler Neves als jüngsten Spieler und Torschützen des Klubs ab. Von einem Stammplatz war Silva aber weit entfernt, wettbewerbsübergreifend kam er in der vergangenen Saison lediglich 531 Minuten zum Einsatz.

Auch wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie geriet Porto, das seit jeher enge Beziehungen zu Mendes' Agentur mit Sitz in Porto pflegt, unterdessen in akute finanzielle Probleme und trat offenbar mit der Bitte an Mendes heran, Silva für möglichst viel Geld an einen anderen Klub zu vermitteln. Dabei wird der Spieler gar nicht von GestiFute beraten, sondern einer Agentur namens STV.

Mendes wurde dennoch von Porto als Mittelsmann eingesetzt, und und so landete Silva völlig überraschend bei Wolverhampton, das für einen zweifellos talentierten, aber auf Profiniveau reichlich unerprobten 18-Jährigen die klubinterne Rekordsumme von erstaunlichen 40 Millionen Euro zahlte.

Letztlich verhandelte Mendes also mit Mendes. Und wurde dafür fürstlich entlohnt.

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