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FC Bayern - TSG Hoffenheim 4:3: Erst hui, dann pfui! FCB zittert sich ins Viertelfinale

Der FC Bayern gab sich gegen die TSG Hoffenheim keine Blöße.

Der FC Bayern hat knapp das Viertelfinale des DFB-Pokals erreicht. Der deutsche Rekordmeister setzte sich vor heimischer Kulisse dank einer starken ersten Hälfte mit 4:3 (3:1) gegen die TSG Hoffenheim durch.

"Am Ende zählt im Pokal, dass man weiter kommt. Deswegen bin ich glücklich und zufrieden. Aber über die Art und Weise in der zweiten Halbzeit müssen wir sprechen. Das ist ein Weckruf", sagte Bayern-Coach Flick in der ARD. Auch der Ex-Hoffenheimer Gnabry sprach von "zu vielen einfachen Ballverlusten" der Münchner: "Das müssen wir in den Griff kriegen. Offensiv hat es dagegen viel Spaß gemacht."

Hoffenheims Mittelfeldspieler Zuber resümierte: "Wenn man drei Tore in München schießt und verliert, ist das sehr bitter. Wir haben uns tapfer geschlagen. Leider waren wir in der ersten Halbzeit klar die schlechtere Mannschaft."

FC Bayern - TSG Hoffenheim: Die Analyse

Die 71.500 Zuschauer in der Allianz Arena sahen von Beginn an einen entfesselten Auftritt des FCB, der sich im 4-2-3-1 offensiv einmal mehr sehr variabel und kombinationsstark präsentierte. Am meisten ging über die linke Seite, wo Davies und sogar der ursprünglich in der Innenverteidigung eingesetzte Alaba immer wieder zu finden waren und den Ball scharf in den Sechzehner brachten.

Coutinho, der gegenüber dem 3:1-Sieg in Mainz am Samstag ebenso wie Tolisso eine Chance von Beginn an erhalten hatte, rochierte an vorderster Front zudem ständig mit Gnabry und dem umtriebigen Müller, der bei allen drei Toren der Hausherren in Hälfte eins beteiligt war, und sorgte so für viel Freude im Spiel der Münchner. Diese Freude wurde nur einmal kurz getrübt, als Bebou den Ball mithilfe von Boateng zur nur vier Minuten andauernden Führung der TSG ins Tor von Neuer bugsierte.

Die Gäste wirkten in Durchgang eins jedoch schlichtweg erdrückt von der Dominanz des neuen Bundesliga-Spitzenreiters. Das 3:1-Pausenergebnis fiel in Anbetracht der vier zusätzlichen Schüsse aufs Tor von Hoffenheim, die Keeper Pentke parierte, zu niedrig aus.

Allerdings schalteten die Münchner nach dem Seitenwechsel wie schon gegen Mainz einige Gänge herunter, wodurch die Schreuder-Elf Mut fasste und zu einigen aussichtsreichen Chancen kam.

In der Schlussphase wurde es trotz des 4:1-Kopfballtreffers von Lewandowski nach einer Ecke (80.) noch einmal hektisch. Der Doppelpack des eingewechselten Dabbur (82., 90.+2) ließ die TSG noch einmal hoffen. Die Münchner retteten den Sieg jedoch über die Zeit.

FC Bayern - TSG Hoffenheim: Die Aufstellungen

Bayern: Neuer - Pavard, J. Boateng (83., Odriozola), Alaba, Davies - Kimmich, Tolisso, Coutinho - T. Müller (81., Cuisance), Lewandowski (81., Zirkzee), Gnabry. Trainer: Flick.

Hoffenheim: Pentke - Kaderabek, Akpoguma, B. Hübner, Zuber - Rudy, Nordveit, Grillitsch (71., L. Ribeiro) - Bebou (61., Dabbur), Kramaric, Bruun Larsen (71., Baumgartner). Trainer: Schreuder.

Die Daten des Spiels FC Bayern - TSG Hoffenheim

  • Tore: 0:1 Boateng (ET., 8.), 1:1 B. Hübner (ET., 12.), 2:1 Müller (20.), 3:1 Lewandowski (36.), 4:1 Lewandowski (80.), 4:2 Dabbur (82.), 4:3 Dabbur (90.+2)
  • Flick und die Bayern feierten den siebten Pflichtspielsieg in Serie - unter Kovac gab es eine solche Serie nie (maximal sieben).
  • Odriozola gab sein Debüt für die Münchner - der sechste Spanier nach Xabi Alonso, Pepe Reina, Juan Bernat, Javi Martinez und Thiago.
  • Alaba absolvierte sein 365. Pflichtspiel für den FCB und zog mit mit seinem Sportdirektor Salihamidzic gleich.
  • Erstmals seit der 1. Runde 2015 fielen in einem Pokalspiel der Bayern vier Tore vor der Pause - damals stand es beim FC Nöttingen 3:1 für die Bayern, zugleich Endstand.
  • Lewandowski erzielte seine DFB-Pokaltore 35 und 36 - damit zog er in der ewigen Torjägerliste des DFB-Pokals an Claudio Pizarro und Ronald Worm vorbei auf Rang sechs.

Der Star des Spiels: Thomas Müller (FC Bayern)

Hatte beim 1:1 seine Füße, beim 3:1 seinen Kopf irgendwie mit im Spiel. Für das 2:1 sorgte er selbst. Seine Bilanz in 14 Einsätzen unter Flick: sieben Tore, neun Vorlagen. Was für eine Entwicklung.

Der Flop des Spiels: Benjamin Hübner (TSG Hoffenheim)

Der Pechvogel aufseiten der Gäste. Traf unglücklich zum 1:1 ins eigene Tor, verlor das Kopfballduell mit Lewandowski vor dem 4:1 und bekam einen eigenen Treffer wegen Handspiels aberkannt. Erwischte auch sonst keinen guten Tag. Gewann nur die Hälfte seiner Zweikämpfe und produzierte acht Ballverluste.

Der Schiedsrichter: Sascha Stegemann

Trat bereits in der 6. Minute in Erscheinung, als er die frühe Bayern-Führung durch Lewandowski zurückpfiff, weil dessen Vorlagengeber Müller hauchdünn im Abseits gestanden hatte. Annulierte auch einen Hoffenheimer Treffer in der 72. Minute wegen Handspiels von Hübner. Es waren harte, aber regelkonforme Entscheidungen des 35 Jahre alten Referees aus Niederkassel, der insgesamt eine solide Vorstellung hinlegte.

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