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DFB-Pokal: 1. FC Saarbrücken schreibt nach Elfmeter-Krimi gegen Fortuna Düsseldorf Pokal-Geschichte

SID
Ausgelassen feierten die Spieler des FC Saarbrücken nach Abpfiff den Einzug ins Halbfinale.

Der 1. FC Saarbrücken hat seinem Pokal-Märchen ein weiteres Kapitel hinzugefügt und steht nach einem dramatischen Elfmeterschießen gegen Fortuna Düsseldorf als erster Viertligist im Halbfinale.

"Elfmeterkiller" Daniel Batz wurde unter einer Jubeltraube begraben, die Fans sangen euphorisch "Wir fahren nach Berlin": Die Sensations-Kicker des 1. FC Saarbrücken haben ihrem Pokal-Märchen ein weiteres Kapitel hinzugefügt und sind nach einem dramatischen 7:6 im Elfmeterschießen gegen den Bundesligisten Fortuna Düsseldorf als erster Viertligist in der Geschichte des DFB-Pokals ins Halbfinale eingezogen. Nach 120 Minuten hatte es 1:1 gestanden.

"Es ist absolut surreal, das war unfassbar. Wenn mein Finger nicht so wehtun würde, dann würde ich sagen, dass ich in einer Traumwelt lebe", sagte der bärenstarke Torhüter Batz nach insgesamt fünf gehaltenen Elfmetern am Sky-Mikrofon: "Es ist ein großer Moment für das ganze Saarland. Da gehen einem die Superlative aus."

Auch Trainer Lukas Kwasniok war euphorisch: "Das Drehbuch war offensichtlich so bestimmt. Wir werden jetzt so viel trinken, dass wir nicht wissen werden, wie der Tag morgen heißt."

Batz, der in der 83. Minute auch einen Foulelfmeter von Rouwen Hennings parierte - aber beim späten Ausgleich von Zanka (90.) chancenlos war, hatte auch mit zahlreichen Paraden großen Anteil am Erfolg der Saarbrücker, die zum vierten Mal in ihrer Historie (nach 1957, 1958 und 1985) den Sprung in die Vorschlussrunde geschafft haben. Durch die Qualifikation für das Halbfinale haben die Saarländer ihre sicheren Pokaleinnahmen auf 5,4 Millionen Euro gesteigert.

Saarbrücken - Düsseldorf: Die Stimmen

Lukas Kwasniok (Trainer 1. FC Saarbrücken): "Wir sind glücklich in Führung gegangen, Düsseldorf hat es aber verdient in die Verlängerung geschafft. Mein Dank gilt der Mannschaft. Was die Truppe abgeliefert hat, ist nicht in Worte zu fassen."

Uwe Rösler (Trainer Fortuna Düsseldorf): "Saarbrücken hat einen super Pokalfight geliefert. Wir hatten genügend Matchbälle, haben sie aber nicht genutzt. An solchen Abenden muss man seine Chancen nutzen."

Saarbrücken gegen Düsseldorf: Viertligist geht früh in Führung

Die 6800 Zuschauer im ausverkauften Herrmann-Neuberger-Stadion in Völklingen, der Ausweich-Spielstätte der Saarbrücker aufgrund des Umbaus im heimischen Ludwigspark, sahen zu Beginn konzentrierte Gäste.

Die abstiegsbedrohten Düsseldorfer, die zuletzt in der Liga durch ein 3:3 nach 3:0-Führung gegen Hertha BSC wichtige Punkte verpasst hatten, bestimmten das Geschehen. Rouwen Hennings vergab die erste Chance (9.), kurz darauf konnte auch Jean Zimmer Keeper Batz nicht überwinden (10.).

Saarbrücken wurde in die Defensive gedrängt. Zudem mussten die Gastgeber, die zuvor den Bundesligisten 1. FC Köln sowie die beiden Zweitligisten Jahn Regensburg und Karlsruher SC ausgeschaltet hatten, in der 16. Minute den verletzungsbedingten Ausfall von Verteidiger Bone Uaferro verkraften.

Die Düsseldorfer machten zu wenig aus ihrer optischen Überlegenheit. In der 26. Minute hatte Alfredo Morales nach einer Ecke die Führung auf dem Kopf. Wesentlich effektiver war dagegen der Viertligist, der seine erste Möglichkeit zur Führung nutzte. Jänicke schloss einen Konter stark ab und schockte damit den Favoriten.

Düsseldorf-Torwart Kastenmeier bereitet Ausgleich vor

Für den FCS begann nach rund einer Stunde eine Abwehrschlacht, der Fortuna lief langsam die Zeit davon. Der Druck der Düsseldorfer wurde immer größer, zahlreiche Ecken segelten in den Strafraum der Gastgeber, der Ausgleich lag in der Luft.

Batz schien die Bälle magisch anzuziehen, bei den Gästen machte sich bereits Verzweiflung breit. Dann wurde Kenan Karaman im Strafraum gefoult, den fälligen Strafstoß parierte Batz unter Mithilfe des Pfostens.

Doch kurz vor Schluss durfte die Fortuna dann doch noch jubeln. Torhüter Florian Kastenmeier verlängerte einen Eckball per Kopf, Zanka stand goldrichtig und traf zum späten Ausgleich. In der Verlängerung war allerdings Saarbrücken die bessere Mannschaft, im hochspannenden Elfmeterschießen wurde Batz endgültig zum viel umjubelten Volkshelden der Saarländer.

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