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Fussball

DFB-Team: Joachim Löw tritt nach der EM als Bundestrainer zurück - Klopp: "Stehe nicht zur Verfügung"

Von SPOX
Erteilte einer möglichen Löw-Nachfolge im SOmmer als Bundestrainer eine deutliche Absage: Jürgen Klopp vom FC Liverpool

Joachim Löw wird nach der Europameisterschaft 2021 von seiner Tätigkeit als Bundestrainer zurücktreten. Das gab der DFB bekannt.

Wer auf Löw nach der Euro im Sommer auf dem Stuhl des Bundestrainers folgt ist noch nicht klar. Als Wunschkandidat des Verbandes gilt Jürgen Klopp. Der Teammanager des FC Liverpool hat auch schon durchblicken lassen, dass ihn die Aufgabe reizen würde. Allerdings steht er beim kriselnden englischen Meister noch bis 2024 unter Vertrag.

Dies betonte er auch auf der Pressekonferenz am Dienstag vor dem Champions-League-Achtelfinale gegen RB Leipzig am Mittwoch. "Ob ich im Sommer als Bundestrainer zur Verfügung stehe? Nein. Joachim Löw hat einen unglaublichen Job gemacht und ich bin sicher, dass der DFB eine gute Lösung finden wird. Es gibt gute, deutsche Trainer", sagte Klopp.

"Ich habe noch drei Jahre Vertrag in Liverpool. Das ist ganz einfach. Man unterschreibt Verträge und versucht, sich daran zu halten. Ich habe auch in Mainz meine Verträge eingehalten, obwohl auch andere Bundesligisten mit mehr Geld Interesse an mir hatten", betonte der 53-Jährige, der Löw als einen der erfolgreichsten Bundestrainer aller Zeiten adelte.

Gegenüber Sky betonte Klopp zudem, dass auch ein Rauswurf beim FC Liverpool keinen Einfluss auf seine Entscheidung hätte: "Wenn die Zeit hier rum ist, werde ich ganz bestimmt ein Jahr Pause machen, das ist auch klar. Also funktioniert es einfach nicht."

Er könne sich mit dem Job des Bundestrainers aktuell "einfach nicht befassen", sagte Klopp. "Ich mach den Job, den ich mache, mit allem, was ich habe. Und da sind keine Ressourcen frei, um mich irgendwo anders hinzuträumen. Dementsprechend alles fein. Jetzt wird nach der EM ein neuer Bundestrainer kommen. Und wenn der sehr erfolgreich ist, dann wird weder 2024, noch 2026 irgendein Hahn nach mir krähen. Und das ist dann auch gut so.

Oliver Bierhoff brachte Flick als Nachfolger ins Spiel

DFB-Direktor Oliver Bierhoff hatte zuletzt in der Bundestrainer-Diskussion auch Bayern Münchens Triple-Coach Hansi Flick als Kandidaten genannt, der als Assistent mit Löw 2014 in Brasilien den vierten WM-Stern geholt hatte. "Ich wäre verrückt, wenn ich das ausschließen würde", sagte Bierhoff.

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge konterte die leise Offerte damals und stichelte gegen den DFB. "Das ist überhaupt kein Thema", sagte er bei Sport1: "Wir werden nicht die Probleme des DFB lösen. Und wenn ich ehrlich bin: Wäre ich Trainer und sollte vom Arbeitgeber FC Bayern zum Arbeitgeber DFB wechseln, würde mir das lediglich ein Schmunzeln entlocken."

Weitere Namen die kursieren sind Ralf Rangnick und U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz. (Wer ist der richtige Löw-Nachfolger? Hier abstimmen)

Löw bat um Vertragsauflösung: "Ich gehe voller Stolz"

Löw habe darum gebeten, seinen ursprünglich bis zur WM 2022 laufenden Vertrag vorzeitig aufzulösen, so der DFB. Dieser Bitte sei der Verband nachgekommen. Nach Bild-Angaben haben die Führungsspieler um Kapitän Manuel Neuer und Toni Kroos erst am Dienstagvormittag von der Entscheidung Löws erfahren, bereits Tage zuvor soll Löw seinen Trainerstab um Marcus Sorg und Andreas Köpke Bescheid gegeben haben.

"Ich gehe diesen Schritt ganz bewusst, voller Stolz und mit riesiger Dankbarkeit, gleichzeitig aber weiterhin mit einer ungebrochen großen Motivation, was das bevorstehende EM-Turnier angeht", erklärte Löw. "Stolz, weil es für mich etwas ganz Besonderes und eine Ehre ist, mich für mein Land zu engagieren. Und weil ich insgesamt fast 17 Jahre mit den besten Fußballern des Landes arbeiten und sie in ihrer Entwicklung begleiten durfte."

"Mit ihnen verbinden mich große Triumphe und schmerzliche Niederlagen, vor allem aber viele wunderbare und magische Momente - nicht nur der Gewinn der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien", sagte Löw weiter. "Dankbar bin und bleibe ich gegenüber dem DFB, der mir und der Mannschaft immer ein optimales Arbeitsumfeld bereitet hat."

"Für die bevorstehende Europameisterschaft verspüre ich weiterhin den unbedingten Willen sowie große Energie und Ehrgeiz", so der Bundestrainer. "Ich werde mein Bestes geben, unseren Fans bei diesem Turnier große Freude zu bereiten und erfolgreich zu sein. Ich weiß auch, dass dies für die gesamte Mannschaft gilt."

Löw: WM-Titel 2014 als größter Erfolg

Löw hatte die Nationalmannschaft im Jahr 2004 zunächst als Co-Trainer übernommen. Damals arbeitete er an der Seite von Jürgen Klinsmann, auf den er 2006 dann als Bundestrainer folgte.

Löw erreichte bei seinem ersten großen Turnier mit der DFB-Elf gleich das Finale, dort unterlag die deutsche Nationalmannschaft allerdings Spanien. Nach Halbfinalteilnahmen bei der WM 2010 und der EM 2012 folgte 2014 schließlich Löws größter Erfolg: Der Titel bei der Weltmeisterschaft 2014.

Nach dem Halbfinalaus bei der EM 2016 erhielt Löws Ansehen in der Öffentlichkeit bei der anschließenden Weltmeisterschaft allerdings Kratzer: Deutschland schied damals bereits in der Vorrunde aus. Zuletzt sorgte obendrein Löws Nichtberücksichtigung von Thomas Müller, Mats Hummels und Jerome Boateng wiederholt für Kritik.

Löw für Keller "einer der größten Trainer im Weltfußball"

"Ich habe großen Respekt vor der Entscheidung von Joachim Löw. Der DFB weiß, was er an Jogi hat, er ist einer der größten Trainer im Weltfußball", erklärte DFB-Präsident Fritz Keller. "Jogi Löw hat den deutschen Fußball wie kaum ein anderer über Jahre hinweg geprägt und international zu höchstem Ansehen verholfen. Nicht nur aufgrund seiner sportlichen Errungenschaften, sondern auch wegen seiner Empathie und Menschlichkeit."

Dass er er den DFB frühzeitig über seine Entscheidung informiert hat, empfand Keller als "hoch anständig". "Er lässt uns als DFB somit die nötige Zeit, mit Ruhe und Augenmaß seinen Nachfolger zu benennen", so der 63-Jährige.

"Unter Jogi stand die Nationalmannschaft wieder für Spielfreude und attraktiven Offensivfußball, diese Mannschaft und ihre Spieler haben sich unglaublich mit ihm entwickelt", lobte Oliver Bierhoff, der Direktor Nationalmannschaften und DFB-Akademie.

"Ich bedauere, dass sich nach der EURO unsere Wege beruflich voneinander trennen. Persönlich werden wir verbunden bleiben. Daran aber denke ich im Moment nicht, zumal ich weiß, dass Jogis volle Konzentration und Energie in den nächsten Wochen und Monaten einzig und allein der Vorbereitung auf die Europameisterschaft gelten", so Bierhoff weiter. "Uns verbindet im Sommer weiterhin ein großes gemeinsames Ziel."

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