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Fussball

Zauberzwerg wird zum Super-Joker

Von Für SPOX in Frankfurt: Stefan Rommel
Super-Joker: Marko Marin holte nach seiner Einwechslung sofort einen Elfer heraus
© Getty

Die deutsche Nationalmannschaft hat das letzte Testspiel vor dem Auftakt zur Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika gewonnen. Die Mannschaft von Bundestrainer Joachim siegte in Frankfurt/Main gegen Bosnien-Herzegowina mit 3:1 (0:1) und verschaffte sich damit das gewünschte Erfolgserlebnis vor dem Abflug am kommenden Sonntagabend.

Die Tore vor 48.000 Zuschauern in Frankfurt erzielten Philipp Lahm (50.) und zweimal Bastian Schweinsteiger (73./77.). Löw, der insgesamt 17 Spieler einsetzte, erhielt zudem einige wichtige Erkenntnisse im Hinblick auf das erste Gruppenspiel am 13. Juni gegen Australien.

Beste deutsche Spieler waren neben Doppel-Torschütze Schweinsteiger erneut Mesut Özil sowie die eingewechselten Thomas Müller und Marko Marin. Die deutsche Mannschaft in der Einzelkritik.

Manuel Neuer: In seinem zweiten Spiel als Nummer eins wieder mit den Szenen, die der Bundestrainer sehen will: Stark in der Antizipation bei langen Bällen der Bosnier und dann beim Rauslaufen ohne Fehler. Beim Gegentor sah er zwar etwas unglücklich aus, war letztlich aber machtlos. Das Zusammenspiel mit der Viererkette funktioniert schon ganz gut. Note 3

Philipp Lahm: Der Münchener bei seiner Premiere als neuer DFB-Kapitän gleich mit einem Tor. Versteckte sich im ersten Durchgang zu sehr, drehte dann in der zweiten Halbzeit als Mitglied des Bayern-Blocks auf der rechten Seite mehr auf. Wunderbares Tor zum Ausgleich. Note 3

Per Mertesacker: Fahrig, teilweise mit schwachem Stellungsspiel. Gegen Dzeko im Zweikampf meist der zweite Sieger. Mit vielen Abspielfehlern in der Spieleröffnung. Sein schwächstes Länderspiel seit langem und für seine Verhältnisse unter dem Durchschnitt. Note 4

Arne Friedrich: Diesmal deutlich robuster und zuverlässiger als Mertesacker. Wohl auch deshalb übernahm er Dzeko bei weiten Bällen der Bosnier. Grundsolide Partie, eine nachdrückliche Bewerbung um den freien Platz in der Innenverteidigung. Note 3

Holger Badstuber: Der Münchener hatte in der ersten halben Stunde einige Probleme mit dem Timing auf der linken Seite. Badstuber lief in der Vorwärtsbewegung entweder zu früh an und konnte dann bei Ballverlust nicht immer rechtzeitig zurückeilen oder aber er brach seinen Vorwärtsdrang an der Mittellinie ab und war Podolski so keine Unterstützung. Dazu gesellten sich zwei schlimme Stellungsfehler. Aber in den Zweikämpfen war Badstuber unheimlich abgezockt und kühl. In der zweiten Halbzeit zudem mit mehr Offensivakzenten. Note 3

Bastian Schweinsteiger: In der ersten halben Stunde mit schlechter Abstimmung im Zusammenspiel mit Nebenmann Khedira. Im Passspiel ohne Zug, seine gut gemeinten Seitenwechsel waren oft nicht präzise genug. Aber, auch wenn ihm nicht alles gelang: Schweinsteiger nahm das Heft in den schwierigen Phasen immer wieder in die Hand und kurbelte an. In der zweiten Halbzeit fand er zur nötigen Ordnung. Eiskalt vom Elfmeterpunkt. Diskutierte gerne auch mit Mitspielern und dem Schiedsrichter. Schon ein kleines Bisschen der emotionale Leader der Mannschaft. Note 2

Sami Khedira: Interpretierte seine Rolle neben Schweinsteiger in der Anfangsphase zu offensiv. Die Folge war ein großes Loch im deutschen Zentrum, das den Gästen unheimlich viel Platz zum Kontern ließ. Auf der anderen Seite stieß er dadurch auch einige Male mit Zug in die Tiefe und riss Löcher. Die Ausgewogenheit fehlte - in der zweiten Halbzeit wurde das deutlich besser. Note 3

Piotr Trochowski: Zaghaft und zögerlich im ersten Durchgang. Die Bosnier kauften ihm mit ein, zwei beherzten Tacklings früh den Schneid ab. Kein Dribbling, keine Flanke, keine gute Aktion. Schwaches Länderspiel und keine Bewerbung für den Startplatz gegen Australien. Note 5

Mesut Özil: Eine Blaupause des Ungarn-Spiels: Özil war erneut Fixpunkt des deutschen Offensivspiels, mit tollem Auge und gelungenen Soli. Vor dem Tor aber wieder mit Unvermögen und Pech. Note 2

Lukas Podolski: Ein Spiel mit Höhen und Tiefen. Podolski startete stark, hatte bei seinem Lattenkracher gleich zu Beginn Pech. Danach immer wieder mit Auszeiten, gefolgt von wiederum gelungenen Szenen. Die Ansätze sind da, es fehlt noch die Konstanz. Note 3

Miroslav Klose: Auf den ersten Blick absolvierte Klose eine Partie wie in Budapest: Ohne große Bindung zum Spiel, ging oft vergebens den Weg zum Ball oder in die Spitze. Trotzdem wirkte der Münchener fitter und wacher als gegen Ungarn. An vielen kleinen Aktionen hangelt sich Klose derzeit nach oben. Note 4

Thomas Müller: Der Münchener spielte an der Seite seiner Mitstreiter aus dem Klub eine bärenstarke Halbzeit. Immer unterwegs, immer anspielbar. Besetzte die freien Räume gut und stieß in die winzigen bosnischen Löcher in der Viererkette. Note 2

Cacau: Kam anders als Klose mehr aus der Tiefe und hatte da seine guten Szenen. Spritzig und stark im Antritt. Man merkt ihm das Selbstvertrauen förmlich an, das er hat. Auch als Anspielstation für den schnellen Doppelpass zu gebrauchen. Note 3

Marko Marin: Kaum im Spiel, holte er den Elfmeter zum 2:1 raus. Ging immer wieder schnell ins Dribbling und setzte der immer müder werdenden Abwehr der Bosnier damit mächtig zu. In der Form eine echte Waffe von der Bank. Note 2

Mario Gomez: Durfte noch gut eine Viertelstunde in vorderster Front ran, hatte aber kaum nennenswerte Akzente. Keine Bewertung

Serdar Tasci: Kam wenige Minuten vor Schluss und blieb ohne Aktionen. Keine Bewertung

Toni Kroos: Ebenso wie Tasci ohne wirkliche Teilnahme am Spiel. Dafür war die Zeit schlicht zu kurz. Keine Bewertung

Deutschland - Bosnien: Die Analyse

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