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Fussball

"Der ist völlig überschätzt und abgedreht"

SID
Tim Wiese gab ihm November gegen England sein Debüt für Deutschlands A-Nationalelf
© Getty

Tim Wiese wurde es jetzt zu bunt. Nachdem sich Jens Lehmann am Sonntag wieder zu einem möglichen Comeback im DFB-Tor äußerte, reagiert der Werder-Torwart jetzt mit heftiger Kritik an Stuttgarts Keeper.

Zur WM 2006 hatte Jens Lehmann seinen ewigen Rivalen Oliver Kahn, den Titan, als Deutschlands Nummer eins im Tor verdrängt. Wer sind da schon Adler, Enke, Wiese oder Neuer. Lächerlich. Also setzt der VfB-Schlussmann nun seit einigen Wochen Zeichen in Richtung WM 2010 - vornehmlich verbal.

Am Sonntag nach dem 1:0 über den HSV war es mal wieder soweit. "Die Wahrscheinlichkeit, dass im nächsten Jahr Bedarf da sein wird, ist groß", so der 39-jährige Keeper.

Wiese: "Schade, Lehmann war mal ein netter Typ"

Nächstes Jahr ist wieder WM und Lehmann schielt weiter auf einen Platz im DFB-Tor. Ohne Rücksicht auf die vermeintlichen Konkurrenten. Einem von ihnen platzte aber jetzt der Kragen.

"Der ist völlig überschätzt und abgedreht. Er soll sich mal an sein Gegentor in Bochum erinnern", schimpft Tim Wiese in der "Bild" und spielt auf das 1:0 Bochums vom 26. Spieltag an. Lehmann pflückte kurz nach der Halbzeit eine Flanke von Epalle aus der Luft landete schließlich im eigenen Tor.

"Schade, er war mal ein netter Typ, bevor er nach Stuttgart ging. Jetzt versucht er ständig zu provozieren. Mir geht es nur noch auf die Nerven", macht Wiese seinem Ärger Luft.

Kind: "Ein Affront gegen alle Torhüter"

Die anderen Kandidaten wie Robert Enke von Hannover schweigen bisher zu den Lehmann-Aussagen. Nur 96-Präsident Martin Kind äußert sich: "Die Aussage von Jens Lehmann ist ein Affront gegen alle Torhüter, die berufen sind. Lehmann hat sich verabschiedet. Das sollte er akzeptieren."

Letztlich über eine Nominierung entscheiden werden Nationaltrainer Löw und Bundestorwarttrainers Andreas Köpke. Sie haben sich eindeutig gegen eine Rückholaktion des Oldies ausgesprochen. So sagte Köpke vergangene Woche: "Noch einmal auf Lehmann und nicht auf die jüngeren Keeper zu setzen wäre das falsche Signal."

Lehmann spekuliert mit seiner Erfahrung

Aber wie schnell sich Meinungen ändern können, zeigte erst kürzlich die Degradierung Rensings bei Bayern München. Als klare Nummer eins in die Saison gegangen ist er für die großen Aufgaben des Rekordmeister jetzt offenbar zu unerfahren.

Erfahrung besitzt Lehmann im Gegensatz zu seinen Konkurrenten und darauf spekuliert er. Sicher ist: Bis zur endgültigen Nominierung zur WM ziehen noch einige Tage ins Land und langweilig wird's wohl auch vor der WM in Südafrika nicht.

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