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Fussball

FC Bayern - Karl-Heinz Rummenigge über vorzeitigen Abschied, beste Transfers, seine größte Niederlage und Kritik an Hasan Salihamidzic

Von SPOX
Karl-Heinz Rummenigge wird seinen Vorstandsposten beim FC Bayern Ende Juni räumen.

Karl-Heinz Rummenigge wird den Vorstandsvorsitz beim FC Bayern zum 30. Juni vorzeitig abgeben. Nun äußerte sich der 65-Jährige zu seinem überraschenden Abgang sowie zur Kritik an seinem Kollegen Hasan Salihamidzic. Zudem will sich Rummenigge in der neuen Saison einen großen Wunsch erfüllen.

Rummenigge sorgte am Dienstag für eine größere Überraschung mit der Ankündigung, seinen Posten als Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG ein halbes Jahr vor dem eigentlichen Vertragsende zu räumen und an Oliver Kahn (51) zu übergeben. Dieser Schritt sei jedoch keineswegs ein spontaner gewesen.

Vielmehr sei der Entschluss "über mehrere Wochen gereift", sagte Rummenigge zu Bild.

Für Rummenigge, der 2002 das Amt übernommen hatte und damit seit Gründung der AG der bislang einzige Vorstandsvorsitzende war, sei der Zeitpunkt genau richtig gewählt. Speziell mit Blick auf die weiteren personellen Veränderungen auf allen Ebenen samt Trainerwechsel von Hansi Flick zu Julian Nagelsmann stellte Rummenigge fest: "Neuer Trainer, neue Saison, neuer Vorstandschef - das ist ein sauberer Schnitt. Mir war ganz wichtig zu gehen, solange es schön ist."

Weiter sagte Rummenigge: "Wir haben sieben Titel in den vergangenen zwölf Monaten gewonnen, sind mit Hainer, Kahn, Salihamidzic und Nagelsmann hervorragend für die Zukunft aufgestellt und stehen wirtschaftlich in Europa von allen Klubs am besten da." Zudem kündigte er an: "Trotz Corona werden wir am 30. Juni wieder ein ordentliches Ergebnis verkünden."

FC Bayern - Rummenigge: Salihamidzic hat sich bei Transfers "Messlatte etwas zu hoch gelegt"

Rummenigge bezog auch Stellung zu Spekulationen, wonach die internen Querelen zwischen Salihamidzic und Flick Einfluss auf seinen vorzeitigen Abschied gehabt hätten. Dies verneinte er - und stärkte zugleich Salihamidzic den Rücken: "Was die Transfers betrifft, hat er sich selbst die Messlatte manchmal vielleicht etwas zu hoch gelegt." Jedoch könne man ihm dies nicht vorwerfen: "Ich muss ihn da auch in Schutz nehmen, denn Uli Hoeneß und ich hatten auch nie eine 100-Prozent-Quote bei den Transfers. Außerdem kommt mit Nagelsmann jetzt 'sein' Trainer. Das wird seine Position stärken."

Stichwort Transfers: Für Rummenigge stechen vor allem zwei heraus, auf die er besonders stolz sei: "Neuer 2011 für rund 20 Millionen Euro, Lewandowski 2014 sogar ablösefrei", denn das habe zur Erfolgsformel der vergangenen Dekade geführt: "Hinten der beste Torwart der Welt, vorne der beste Stürmer der Welt. Das war die Basis für die besten zehn Jahre der Vereinsgeschichte."

Auch beim schmerzhaftesten Abgang in dieser Zeit hat Rummenigge eine klare Meinung: "Der Verkauf von Toni Kroos an Real Madrid 2014 war zwar sportlich schmerzhaft, dafür war er mit 30 Millionen Euro damals wirtschaftlich wichtig. Es gibt Phasen, da ist auch Bayern München darauf angewiesen, dass etwas in die Kasse kommt. Genauso war es leider jetzt auch bei Alaba, der ein wunderbarer Junge ist. Das Gesamtpaket hätte aber einfach den Rahmen gesprengt." Alaba unterschrieb vor wenigen Tagen ablösefrei bei Real Madrid.

Könnte durch den großen personellen Umbruch im Klub die Vormachtstellung der Bayern in Gefahr geraten? "Es wird etwas Neues entstehen. Da sollte sich die Konkurrenz jetzt keine allzu großen Hoffnungen auf einen Einbruch machen", betonte Rummenigge. Überhaupt seien die Abgänge allesamt zu verschmerzen: "Wir alle sind am Ende ersetzbar, das gilt für Spieler und Trainer genau wie für mich."

FC Bayern - Rummenigge: Finale dahoam "Wunde, die noch nicht verheilt ist"

Generell ist Rummenigge, in dessen Amtszeit der FC Bayern allein 14 Meisterschaften und zwei Champions-League-Siege (und zwei Triples) feierte, äußerst zufrieden mit dem Erreichten. Einzig eine Niederlage verfolge ihn immer noch, wie er verriet: "Die Final-Niederlage 2012 in München gegen Chelsea ist meine einzige Wunde, die noch nicht verheilt ist." Rummenigge hatte schon früher verraten, dass er sich genau dieses Spiel jedes Jahr im Urlaub einmal wieder anschaue. Auch deshalb wünsche er den Bayern den "Champions-League-Triumph beim nächsten Finale dahoam!"

Was seine persönliche Zukunft betrifft, schloss der frühere Weltklasse-Stürmer derweil etwaige Engagements als Mitglied des Bayern-Aufsichtsrats sowie mögliche Präsidenten-Posten bei DFB, UEFA oder FIFA aus. "Allerdings werde ich meine Verantwortung im UEFA-Exekutivkomitee wahrnehmen", erklärte Rummenigge. Nun jedoch freue er sich erstmal auf einen Urlaub mit seiner Frau auf Sylt und "den ersten Sommer-Urlaub ohne Transfer-Telefonate".

Einen Wunsch jedoch will sich Rummenigge in naher Zukunft noch erfüllen: "Auf der Südtribüne stehen und zwischen den Fans ein Spiel erleben."

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