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Fussball

Ungefährderter Erfolg für müde Bayern

Von Für SPOX im Trentino: Andreas Lehner
Erster wirklicher Test: Franck Ribery (l.) und Mario Mandzukic trafen auf Brescia Calcio
© getty

Der FC Bayern München hat sein erstes ernsthaftes Testspiel in der Vorbereitung auf die neue Saison gegen Brescia Calcio gewonnen. Das Team von Trainer Pep Guardiola siegte 3:0 (2:0).

Vor 5000 Zuschauern im Stadion von Arco im Trentino brachte Thomas Müller die Bayern in Führung (23.). Toni Kroos erhöhte noch vor der Pause (32.).

Für die Bayern war es der vierte Sieg im vierten Testspiel in dieser Vorbereitung.

Die Reaktionen:

Pep Guardiola (Trainer FC Bayern): "Es war in unserem vierten Freundschaftsspiel der erste seriöse Gegner. Es war gut. Wir haben bisher in der Vorbereitung sehr gut gearbeitet. Das System ist nicht das Wichtigste. Wir brauchen mehr Zeit, weil noch wichtige Spieler verletzt sind."

Thomas Müller (FC Bayern): "Beim ersten Tor haben wir früh Druck gemacht und einen Fehler vom Torwart erzwungen. Leichte Trainingsergebnisse haben wir also schon im Spiel umsetzen können. Es sind nur minimale Umstellungen in diesem System. Natürlich sind andere Anforderungen da, die Laufwege sind einen Tick anders, auch gegen den Ball. Aber dafür haben wir ja Training und studieren das ein. Ganz schlecht hat's nicht funktioniert."

Die Bayern-Aufstellung:

Neuer - Lahm (46. Rafinha), Boateng (83. Schmitz), Van Buyten (60. Kirchhoff), Alaba (65. Contento) - Hojbjerg (46. Can) - Shaqiri (60. Green), Müller (79. Weiser), Kroos (65. Schöpf), Ribéry (73. Weihrauch) - Mandzukic (46. Pizarro)

Der SPOX-Spielfilm:

4. Minute: Erste dicke Chance für die Bayern. Lahm bringt den Ball von rechts in den Strafraum, Müller hält aus elf Metern den Schädel rein. Brascias Keeper Cragno fischt die Kugel aus der Ecke.

11.: Kurze Schrecksekunde beim FCB. Weiter Ball in den Strafraum, Neuer pflückt die Kugel herunter. Lahm wird dabei leicht gestoßen und bekommt einen Schlag ans Knie ab. Kurzer Humpeln, dann aber geht's weiter.

22., 1:0 Müller: Katastrophales Ding von Cragno! Der Keeper will einen Rückpass direkt weiterspielen, legt ab Mandzukic das Ding genau in den Fuß. Der Kroate spielt im Strafraum quer zu Müller, der problemlos zum 1:0 einschieben kann.

32., 2:0, Kroos: Ribery wird auf links schön freigespielt. Seine Hereingabe wird zu Müller geklärt, der legt die Kugel an den Strafraum zu Kroos. Aus 16 Metern schließt dieser trocken und zentral zum 2:0 ab.

37.: Wieder wird's schmerzhaft! Hojbjerg zieht aus 22 Metern voll durch, ein Italiener geht dazwischen. Unglücklicher Zusammenstoß. Der Däne schreit kurz auf, kann aber nach einer kurzen Behandlungspause weiterspielen.

43.: Wieder Kroos! Schöner Schuss von der Strafraumgrenze. Knapp links am Kasten vorbei!

56.: Viel Klein-klein zwischen Müller und Kroos, der den Ball im Strafraum zu Alaba ablegt. Der Schuss des Österreichers streift aber knapp über den Kasten.

65.: Schöner Freistoß von Ribery aus gut 20 Metern. Über die Mauer gehoben, aber nur an den Pfosten.

90., 3:0, Kirchhoff: Arcari unterläuft eine Ecke, Kirchhoff steht richtig und köpft zum Endstand aus kurzer Distanz ein.

Fazit: Standesgemäßer Sieg für spielerisch schon ansprechende Bayern gegen einen chancenlosen Zweitligisten.

Der Star des Spiels: Thomas Müller. Auf einer etwas veränderten Position agil und effektiv wie eh und je. War viel unterwegs, spielte gute Pässe und machte auch wichtige Läufe in die Tiefe. Erzielte das erste Tor selbst und bereitete das zweite vor.

Der Flop des Spiels: Alessio Cragno. Leistete sich mit seiner Slapstickeinlage einen entscheidenden Fehler zum 0:1 und wirkte auch sonst mit dem Fuß nicht immer sicher. Cragno wurde in der Halbzeit gegen Michele Arcari ausgetauscht, der gegen Can und Pizarro dann zwei Mal gut parierte - aber dann beim 3:0 patzte.

Der Schiedsrichter: Emilio Ostinelli (Italien). Hatte mit der an sich fairen Partie keine Probleme. War sich dem Testspielcharakter bewusst und ließ in mancher Situation die Karte auch mal stecken. Hätte den Bayern aber zwei Handelfmeter pfeifen können.

Das fiel auf:

  • Die Bayern nicht mit der aus den letzten Jahren gewohnten Doppelsechs, sondern mit einem 4-3-3 und Hojbjerg (2. Halbzeit Can) auf der zentralen Position vor der Abwehr.
  • Der Sechser hielt das Zentrum und ließ sich auch im Spielaufbau immer wieder zwischen die Innenverteidiger fallen, während die Außenverteidiger sehr hoch standen.
  • Im Umschalten agierten die Bayern nicht immer konsequent. Brescia kam relativ leicht zu guten Kontersituationen, weil das Gegenpressing nicht funktionierte und die ersten beiden Linien schnell überspielt waren. Der Raum zwischen dem Sechser und den beiden Halbpositionen war sehr groß. Im neuen System fehlte noch ab und zu die Balance.
  • Das Offensivspiel funktionierte gewohnt gut. Die Außenspieler und die offensiven Mittelfeldspieler bewegten sich viel, wechselten immer wieder die Positionen und kombinierten gut. Die offensive Ausrichtung und die technische Klasse der Bayern war für Brescia zwei, drei Nummern zu groß.

Bayern München im Überblick

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