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Traum: Polospieler!

SID
Die Laureus Kids kommen ihrem Traum "Polospieler" näher
© Laureus

Ställe ausmisten, Pferde striegeln, satteln und reiten - das lernen die gut 40 Kids beim südafrikanischen Laureus Projekt Poloafrica. Das Ziel: Polo zu spielen, eine Sportart, die als Elitesport noch immer den Weißen vorbehalten ist.

Die Laureus Kids hingegen sind farbig und kommen von den umliegenden Farmen und Dörfern. In ihrer Umgebung gibt es nichts: Keine Sportvereine, kein Kino, keine Shops, nur Berge und Felder. Der nächstgrößere Ort ist 25 Kilometer entfernt. Aber: Sie spielen Polo.

Jedes Wochenende kommen die Kids ihrem Traum, Polospieler zu werden, ein kleines Stück näher - und lernen so viel mehr als nur den Sport: Teamgeist, Disziplin, Verantwortungsgefühl - Werte, die ihnen durch das regelmäßige Training und den Umgang mit den Pferden vermittelt werden.

In "Life-Skill-Classes", die nach dem Polotraining stattfinden, singen, tanzen und malen die Kinder, lernen schweißen und tischlern, bekommen Nachhilfe in Englisch und Mathe oder unterstützen einen Imker bei seiner Arbeit.

Anton, die gute Seele des Projekts

Das Ziel des Projekts: Die Kids mit möglichst vielen Fähigkeiten auszustatten, die ihnen den Farmalltag, aber auch die spätere Arbeitssuche erleichtern - und ihnen deutlich zu machen, dass nichts unmöglich ist, wenn man an sich glaubt.

Anton, 50 Jahre, der die Kinder beim wöchentlichen Schweißworkshop anleitet und zudem die gute Seele des Projekts ist, freut sich über die Chance, die den Kindern im Laureus Projekt gegeben wird.

"Ich bin im selben Dorf aufgewachsen wie die Kids aus dem Projekt. Auch ich träumte davon, Polospieler zu werden. Doch damals herrschte noch Apartheid und es gab keine Möglichkeit für mich, diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen."

Noch immer keine Sportart für Farbige

Seit damals hat sich einiges geändert: Die Farmkids besuchen dieselbe Schule wie die weißen Kids und müssen nicht wie Anton jeden Morgen um 3 Uhr aufstehen und 15 Kilometer zur nächsten Grundschule wandern. Doch noch immer ist Polo keine Sportart, die von Farbigen ausgeübt wird.

Thapelo, 20 Jahre, ist seit fünf Jahren beim Projekt dabei. Inzwischen hat er die Schule abgeschlossen und fungiert als Coach für die jüngeren Kids. Auf einem Holzpferd bringt er den Anfängern das Umgehen mit dem Poloschläger bei. Parallel lernen die Kinder Reiten.

Erst wenn sie beides gut genug beherrschen, dürfen sie auf das Feld und Polo spielen. "Polo macht unglaublich viel Spaß. Man lernt nicht nur den Sport, sondern auch den richtigem Umgang mit dem Pferd. Wenn man nicht gut zu dem Pferd ist, ist das Pferd auch nicht gut zu dir."

"Man kann alles erreichen"

Projektgründerin Catherine Cairns freut sich über die Begeisterung der Kids: "Wenn unser Van die Kinder aus ihren Dörfern abholt, kommen sie sofort angerannt. Das Polotraining auf unserer Farm ist ein großes Highlight für sie. Sie freuen sich die ganze Woche darauf. Sonst eher stille Kinder kommen plötzlich aus sich heraus und lachen und strahlen, wenn sie auf einem Pferd sitzen."

Auch Cynthia Tshaka ist von dem Projekt begeistert. Die Laureus Botschafterin ist südafrikanische Meisterin im Karate. Als erste farbige Frau durfte sich Cynthia den schwarzen Gürtel umbinden. Mittlerweile arbeitet sie als Sportmoderatorin beim Fernsehen. Sie weiß, wie schwer der Weg ist, den die Farmkids vor sich haben.

Doch sie weiß auch, dass es sich lohnt, zu träumen: "Ich habe mit den Kids, vor allem den Mädchen, gesprochen und ihnen erklärt, dass sie sich Ziele setzen und an sich glauben müssen. Man kann alles erreichen, wenn man bereit ist, hart dafür zu arbeiten."

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