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NBA: 5 Fakten zum Duell der Sixers und Lakers - Lieber Luxusprobleme als echte Probleme

Von SPOX
Tobias Harris und seine Philadelphia 76ers empfangen am Sonntag die Los Angeles Lakers.

Ein echtes Highlight am Sonntagabend: Um 21.30 Uhr empfangen die Philadelphia 76ers die Los Angeles Lakers und SPOX überträgt die Partie im kostenlosen LIVESTREAM. Fünf Fakten zu einer Partie, die vor allem für die Gäste zu einer Standortbestimmung werden könnte.

1. J.J. Redick: Die beste fünfte Waffe der NBA?

Durch die Aktivitäten rund um die Deadline, allen voran den Trade für Tobias Harris, haben die Sixers endgültig gezeigt, dass sie in dieser Saison alles auf eine Karte setzen. Philly will in die Finals und hat dafür einiges an Assets geopfert. Als Resultat gibt es außerhalb von Golden State wohl keine potentere Starting Five in der NBA.

Etwas zu selten wird dabei J.J. Redick thematisiert - ohne den Edelshooter würde die ganze Rezeptur in Philly kaum aufgehen. Während Ben Simmons, Joel Embiid, Harris und Jimmy Butler alle zu einem gewissen Maß davon abhängig sind, dass sie den Ball in der Hand halten, ist Redick gerade durch das Gegenteil so gefährlich. Er braucht nur Sekundenbruchteile, um seinen Wurf anzubringen, rennt um Picks und verschafft dem gesamten Team Platz.

Redick ist mittlerweile 34 Jahre alt, spielt derzeit aber vielleicht die beste Saison seines Lebens (18,6 PPG), obwohl er zu Saisonbeginn mit der Quote haderte. Derzeit steht er bei 39,3 Prozent bei 7,9 versuchten Dreiern pro Spiel, Tendenz steigend. Gegen Denver etwa scorte die komplette Starting Five zweistellig, der überragende Mann war indes Redick (34 Punkte, 6/7 3FG).

Gerade aufgrund seiner "Unkompliziertheit" ist Redick so wichtig für Philly. Genau wie Butler und Harris wird er im kommenden Sommer UFA - trotz seines Alters dürfte der Markt üppig werden. Solange man Redick defensiv ein wenig beschützt, bleibt er extrem wertvoll, zumal er konditionell stärker ist als die meisten 24-Jährigen.

Die Sixers haben zuletzt betont, dass sie kein Problem mit der Luxussteuer haben und ihren Kern zusammenhalten wollen - aber wie sieht es in der Praxis aus, sollten Butler und Harris Max-Deals verlangen? Redick war schon vergangenen Sommer kurz davor, nach Milwaukee zu wechseln. Philly muss ganz genau analysieren, ob das Team einen solchen Abgang verkraften könnte.

2. Die Rolle von Jimmy Butler: Work in Progress

Der Harris-Trade war für Philly bekanntlich schon der zweite Deal für einen etablierten Star in dieser Saison. Dabei ist man noch immer nicht fertig damit, den im November akquirierten Butler zu integrieren: "Wir gewöhnen uns immer noch aneinander", sagte Butler kurz vor der Deadline. "Ich lerne immer noch unsere Systeme, unsere Coaches lernen mich als Mensch und Spieler kennen. Aber das ist in Ordnung, wir arbeiten immer noch zusammen."

Hinter den Kulissen wurden auch bereits andere Stimmen laut - einem Bericht von The Ringer zufolge ist man in Philly nicht sicher, dass Butler im Sommer wirklich verlängern will. Andere Experten stellten schon in Frage, ob die Franchise dem 29-Jährigen im Sommer überhaupt einen Maximalvertrag anbieten wird.

Butler spielt seit seiner Ankunft keineswegs schlecht, aber auch nicht auf dem All-NBA-Niveau der letzten Jahre. Zudem soll er, wie schon bei seinen bisherigen Teams, von Zeit zu Zeit für ziemlich miese Stimmung im Team sorgen. Eine Auseinandersetzung mit Coach Brett Brown sickerte schon vor einigen Wochen an die Oberfläche.

Das muss alles nicht viel bedeuten. Die Sixers betonen immer wieder, dass Butler zu ihrem Kern gehört. Auch Butler sagt öffentlich das Richtige. Aber es ist wohl keine 100 Prozent sichere Angelegenheit, dass der viermalige All-Star langfristig bleiben wird. Ein Stück weit könnte man die Harris-Verpflichtung auch als Absicherung interpretieren.

3. Boban, Simmons & Co.: Die neue Bank der Sixers

Nicht nur in der Spitze wurde das Team der Sixers verändert. Im Harris-Trade kamen außerdem Mike Scott und Boban Marjanovic von den Clippers, dann tauschte man noch Markelle Fultz für Jonathon Simmons ein und holte sich James Ennis von den Rockets. Mike Muscala, Wilson Chandler und Landry Shamet wurden dafür abgegeben.

Philly ist damit nach wie vor ein sehr dünnes Team, gerade auf dem Flügel. Simmons und Ennis sind zwar nominell Verstärkungen, gute Saisons spielen jedoch beide nicht. Furkan Korkmaz hat mehr Ausreißer nach unten als nach oben, Jonah Bolden ist noch grün, Zhaire Smith ist verletzt und ohnehin eher für die Zukunft interessant.

Auch auf der Eins hat man mit T.J. McConnell einen fähigen, mangels Wurf aber nur bedingt geeigneten Backup, weshalb zuletzt auch Butler immer mal wieder den Reserve-Aufbau mimte. Da die Offense problemlos über ihn, Harris oder natürlich Simmons laufen kann, könnte Philly hier noch einen wurfstarken Guard gebrauchen.

Wie praktisch, dass die Buyout-Saison jetzt erst richtig losgeht. GM Elton Brand dürfte auf seinem Einkaufszettel unter anderem noch Hilfe für den Flügel stehen haben, Wayne Ellington hätte den Sixers ganz gut zu Gesicht gestanden, bevor er in Detroit landete. Es wird noch andere Optionen geben. Allerdings wird es auch Konkurrenz geben, unter anderem vom Gegner am Sonntag.

4. So sehen die Lakers nach der Deadline aus

Dass die Lakers ihre Deadline-Ziele nicht erreicht haben, wurde an anderer Stelle schon thematisiert. Anthony Davis ist immer noch in New Orleans, die Lakers rangieren immer noch außerhalb der Playoff-Plätze und LaVar Ball ist immer noch laut und anstrengend. So weit, so gut. Einige Veränderungen gab es trotzdem.

Zum einen gaben die Lakers Svi Mykhailiuk und einen Zweitrundenpick an die Pistons ab, um Reggie Bullock zu bekommen, zum anderen tradeten sie Ivica Zubac und Michael Beasley für Mike Muscala zu den Clippers. Die Trennung von Zubac überraschte, zumal der 21-Jährige gerade im Januar einige richtig starke Spiele gezeigt hatte. Nun wurde eins der größeren Assets des Teams beinahe verschenkt.

Die beiden Trades zielten darauf ab, die Lakers in diesem Moment etwas besser zu machen. Vor allem Bullock bringt Shooting und auch Muscala dürfte im schnellen System der Lakers viele offene Würfe bekommen. Beide spielen zudem auf auslaufenden Verträgen, was für die Free Agency-Pläne der Lakers ebenfalls nicht ganz unwichtig ist.

Wie fragil solche Pläne sein können, hat sich allerdings erst jetzt wieder gezeigt. Die Lakers haben noch einen Kaderplatz frei, als Kandidat wird dafür immer wieder Carmelo Anthony gehandelt, auch wenn unklar ist, wie sehr L.A. Melo wirklich haben will. Auch einige andere Namen dürften bei GM Rob Pelinka auf dem Zettel stehen.

Wer es auch sein wird: Die Kavallerie im Sinne vom zweiten Superstar wird in dieser Saison nicht mehr kommen. Mit diesem Team werden die Lakers die Saison beenden. Es wird sich nun bald zeigen, in welche Richtung es für LeBron James und Co. geht, nachdem wochenlang unklar war, wer wirklich noch zu "& Co." gehören sollte.

5. Ein Sieg wie eine Umarmung

Wer optimistisch für die restliche Lakers-Saison sein möchte, muss sich dafür nur an dem dramatischen Comeback-Sieg unmittelbar nach der Deadline gegen die Celtics orientieren. Es schien zeitweise, als wären die Lakers begraben, stattdessen kämpften sie sich mit allen Mitteln zurück und gewannen dann per Gamewinner von ausgerechnet Rajon Rondo, der, genau wie der restliche Kader, im Lauf der vergangenen Wochen in diversen Trade-Gerüchten aufgetaucht war.

"Es ist ein harter Aspekt unseres Geschäfts, in Trade-Gesprächen aufzutauchen oder getradet zu werden. Das gehört dazu, ein professioneller Athlet zu sein", sagte Team-Präsident Magic Johnson. "Ich werde sie alle umarmen und ihnen sagen, dass wir uns jetzt zusammenraufen müssen. Unser Ziel ist immer noch in Reichweite: Wir wollen in die Playoffs."

Von den letzten zehn Spielen gewannen die Lakers nur vier, insbesondere gegen Indiana zeigten sie eine peinliche Vorstellung und schienen an den Gerüchten um ihr Team zu zerbrechen. Trotzdem ist Platz acht (Clippers) nur zwei Siege entfernt. Magic hat also Recht - es ist noch alles möglich. Vielleicht funktionierte der Sieg gegen Boston ja wie eine Initialzündung.

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