Der Trade-Wahnsinn in der NBA

Und plötzlich ist alles anders

Freitag, 20.02.2015 | 19:08 Uhr
Isaiah Thomas und Goran Dragic spielen nicht mehr für die Phoenix Suns
© getty
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Goran Dragic wechselt zu den Miami Heat, Kevin Garnett kehrt zu den Minnesota Timberwolves zurück. Michael Carter-Williams spielt nicht mehr für die Philadelphia 76ers. Es war der unglaublichste Deadline-Day der letzten 25 Jahre. Insgesamt wechselten 39 Spieler zwischen Teams - so viele wie nie zuvor. SPOX wirft einen Blick auf die Trades und ordnet sie ein.

Minnesota Timberwolves (11-42, Platz 15 im Westen)

Erhalten: Kevin Garnett (Brooklyn Nets)

Abgegeben: Thaddeus Young (Brooklyn Nets)

Der verlorene Sohn kehrt zurück! Es ist die Feel-Good-Story der Trade-Deadline. Kevin Garnett geht nach neun Jahren in der Fremde zurück nach Minnesota, wo er die ersten zwölf NBA-Jahre verbrachte und einst zum Superstar der Liga reifte. Der mittlerweile 38-Jährige hat dabei längst nicht mehr den sportlichen Wert vergangener Tage, soll aber das talentierte Team der Timberwolves um Andrew Wiggins und Zach LaVine mit seiner Erfahrung bereichern. "Wenn man an die Minnesota Timberwolves denkt, denkt man als erstes an Kevin Garnett", spricht No.1-Pick Wiggins ehrfürchtig über seinen neuen Teamkollegen. Mit Garnett gelangen den Wolves ihre einzigen acht Playoff-Teilnahmen, der Big Man wurde 2004 sogar zum MVP ernannt.

Wie sehr ihm die Franchise am Herzen liegt, zeigt die Tatsache, dass er seine No-Trade-Klausel aufgab und zu einem der aktuell schlechtesten Teams der Liga wechselt. Garnett machte nie einen Hehl daraus, dass er sich den Timberwolves sehr verbunden fühlt. Die Tatsache, dass mittlerweile wieder Flip Saunders und Sam Mitchell die sportlichen Geschicke leiten, machte den Schritt noch leichter. Saunders führte KG schon damals zehn Jahre als Coach, mit Assistant Coach Mitchell verbindet ihn eine langjährige Freundschaft. Der ehemalige Forward fungierte als Mentor für den jungen Garnett.

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The Big Ticket soll sogar noch mal verlängern, angeblich plant die Franchise, ihm einen neuen Zweijahresvertrag anzubieten. Zudem soll Garnett gewillt sein, nach seinem Karriereende im Front Office der Wolves zu arbeiten und sogar Anteile der Franchise zu erwerben. Bei all der Freude über die Rückkehr gibt es natürlich auch eine Kehrseite der Medaille. Mit Thaddeus Young gibt Minnesota einen Forward ab, der gerade in seiner Prime ist und den die Timberwolves erst zu Saisonbeginn aus Philadelphia holten.

Miami Heat (22-30, Platz 8 im Osten)

Erhalten: Goran Dragic, Zoran Dragic (beide Phoenix Suns)

Abgegeben: Danny Granger (Phoenix Suns), Norris Cole, Justin Hamilton, Shawne Williams (alle New Orleans Pelicans), Zwei Erstrundenpicks (Phoenix Suns)

Das Problem existierte in Miami schon lange. Den Heat ging ein richtig guter Point Guard ab. Das dürfte sich jetzt mit Goran Dragic geändert haben. Der Slowene, der in Phoenix reichlich verbrannte Erde hinterließ, bestand darauf, entweder zu den Lakers, Knicks oder nach Miami getradet zu werden. Die Heat bekamen den Zuschlag und dürfen sich nun glücklich schätzen. Der Slowene ist aktuell neben Kevin Durant und LeBron James der einzige Spieler, der mindestens 18 Punkte erzielt, 5 Assists auflegt und dabei 50 Prozent aus dem Feld trifft.

"Wir sind unglaublich glücklich, mit der Verpflichtung von Goran Dragic den nächsten Schritt gemacht zu haben, um wieder ein richtiges Championship-Team zu werden. Goran ist ein All-NBA-Spieler, dazu der amtierende Most Improved Player. Von dem Moment als er verfügbar war, haben wir alles daran gesetzt, ihn zu verpflichten", sagte Präsident Pat Riley.

Dragic soll zudem signalisiert haben, in Miami langfristig zu verlängern. Im Sommer wird der Spielmacher Free Agent, kann aber aufgrund der Bird-Rechte auch in Miami einen neuen Fünfjahresvertrag unterschreiben.

Dass Goran noch seinen Bruder Zoran im Gepäck hat, dürfte die Akklimatisierung in South Beach erheblich erleichtern. Und bei der stark ausgedünnten Bank dürfte auch für den jüngeren Dragic einiges an Spielzeit abfallen. Da sind wir aber auch schon bei der Crux. Zwar besitzt Coach Erik Spoelstra nun mit Goran, Wade, Deng, Bosh und Whiteside im Idealfall eine sehr potente Starting Five, aber dafür geht den Heat eine starke Bank ab. Da tummelt sich eine Menge Füllmaterial, aber wenig Qualität. Zudem können die zwei Erstrundenpicks, die Miami gen Phoenix schicken musste, in der Zukunft noch schmerzen. Im Hier und Jetzt wird Dragic den Heat die Playoffs garantieren und Miami zu einem weit unangenehmeren Gegner als bisher angenommen machen.

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