Atlanta Hawks - Utah Jazz 100:97

Millsap dominiert das Streetball-Fest

Donnerstag, 13.11.2014 | 04:26 Uhr
Paul Millsap (r.) drückte dem Spiel seinen Stempel auf
© Getty
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Nach einem unterhaltsamen und spannenden Spiel weist Atlanta zum ersten Mal in der Saison eine positive Bilanz auf. Angeführt von Paul Millsap setzte sich das Team von Mike Budenholzer mit 100:97 (BOXSCORE) gegen die Utah Jazz durch und konnte damit den dritten Sieg in Serie einfahren.

Beide Teams legten selbstbewusst los und trafen im ersten Viertel jeweils mehr als 60 Prozent ihrer Würfe. Mit einem 20:4-Run beendeten die Hawks die erste Hälfte und konterten den 12:0-Lauf der Jazz, der Utah Anfang des zweiten Spielabschnitts ein wenig Luft verschafft hatte.

Nach der Pause sammelte sich das Team von Quin Snyder wieder und konnte in den dritten zwölf Minuten einen Vorsprung von sechs Punkten herausspielen. Im Schlussviertel gelang Atlanta dank Millsap, Jeff Teague(20 Punkte, 8 Assists) und Kyle Korver(17 Punkte, 4/7 Dreier, 10 Rebounds, 6 Assists) ein starker Schlussspurt, der den Hawks letztendlich den Sieg bescherte.

Atlanta entschied das Rebound-Battle deutlich für sich (46:30) und war auch vom Perimeter treffsicherer als die Jazz (9/20 vs. 5/23 Dreier). Beide Teams trafen insgesamt mehr als die Hälfte ihrer Würfe - eine Folge der nicht existenten Defense und des Streetball-Styles des Spiels.

Dennis Schröder kam auf 18 Minuten Einsatzzeit und zeigte eine solide Leistung (5 Punkte, 3 Assists), hatte aber erneut mit der Ballkontrolle zu kämpfen und leistete sich 3 Turnover. Bei Utah überzeugten Alec Burks (22 Punkte, 9/15 FG), Derrick Favors (20 Punkte, 9/11 FG) und Enes Kanter (16 Punkte, 2/4 Dreier, 5 Rebounds)

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Die Reaktionen:

Paul Millsap (Hawks): "Es war wichtig, dem Ball hinterher zu gehen und aggressiv zu sein. Ich habe mich ganz auf meine Qualitäten verlassen: Ich habe hart gearbeitet und bin zu jedem Rebound gegangen."

Quin Snyder (Coach Jazz): "Ich denke nicht, dass irgendjemandem ein persönlicher Fehler anzukreiden ist. Am Ende müssen wir als Team einfach kaltschnäuziger und stärker sein."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Quin Synder schenkt wie zuvor Trey Burke, Alec Burks, Gordon Hayward, Enes Kanter und Derrick Favors das Vertrauen. Hawks-Coach Mike Budenholzer muss seine Starting Five umbauen, weil DeMarre Carroll mit einer Leistenverletzung ausfällt: Auf dem Parkett stehen Jeff Teague, Kyle Korver, Thabo Sefolosha, Paul Millsap und Al Horford. Dennis Schröder nimmt wie gewohnt auf der Bank Platz.

5. Da zahlt sich das Wurftraining über den Sommer aus. Enes Kanter trifft nach Assist von Burke den Dreier, das hatte Coach Q vor der Saison von dem Big Man gefordert. Millsap verkürzt per Layup, aber Favors antwortet mit einem Power-Dunk. Unterhaltsame Partie in der Anfangsphase. 16:12 Utah.

9. Schröder kommt ins Spiel und macht da weiter, wo er im Madison Square Garden aufgehört hat. Erst der Assist zu Millsap unter den Korb, dann bedient er Korver an der Dreierlinie - nothing but net! 25:25 - Auszeit Utah.

15. Tag der offenen Zone bei den Hawks. Zunächst stopft Rudy Gobert trotz eines Fouls von Mike Muscala, nach einem Schröder-Ballverlust testet Trevor Booker die Stabilität der Korbanlage. 22 Punkte haben die Jazz bereits in der Paint erzielt. Hallo, Defense? 39:34 Utah.

Atlanta Hawks - Utah Jazz: Hier geht's zum BOXSCORE

22. Teague zu Millsap, Dreier - Bang! Sefolosha zu Millsap, Dreier - Bang! Und beim nächsten Angriff schneidet Millsap durch die Jazz-Zone wie ein warmes Messer durch Butter: Slam Dunk! Die Hawks sind wieder dran und die Zuschauer in der Philipps Arena sind spätestens jetzt hellwach. 52:51 Utah.

24. Das Momentum ist nun komplett bei Atlanta, die Jazz wirken ratlos - und Jeff Teague nutzt das clever aus. Erst ein toller Assist zu Sefolosha für den einfachen Layup, direkt im Anschluss der Steal und nochmal zwei leichte Punkte. Drei Sekunden vor Ende der ersten Halbzeit fliegt die Nummer Null dann durch die Luft und vollendet per krachendem Dunk! 57:54 Hawks.

31. Es geht Schlag auf Schlag - wozu gibt es eigentlich eine Shotclock? Beide Teams feuern aus allen Rohren treffen nahezu jeden Wurf! Das ist mehr Streetball als alles andere, aber es macht Laune! Utah ist wieder in Führung - 79:77.

36. Schröder auf dem Weg zum Korb - abgeräumt von Dante Exum! Erste nennenswerte Aktion des Australiers im Jazz-Jersey. Utah kann sich dank Burks und Booker wieder etwas absetzen - 88:82 die Führung.

39. Die Teams müssen dem hohen Tempo der ersten drei Viertel Tribut zollen. Das Spiel wird langsamer, aber die Hawks scheinen noch ein paar mehr Körner zu haben. Nach einem Schröder-Layup trifft Horford den Elbow-Jumper. Atlanta lässt sich nicht abschütteln, liegt aber immer noch hinten. 90:87 Jazz.

Beyond the Boxscore: Der Schröder-Code

44. Paul Millsap ist überall! Nach einem Hawks-Ballverlust ist Hayward auf und davon, aber von hinten kommt der Atlanta-Forward angeflogen und holt den Spalding aus der Luft! Im Gegenzug macht Alec Burks, was ein Shooting Guard eben macht: Er trifft den langen Zweier und Utah hält die knappe Führung. 97:89 - aber Atlanta steckt nicht auf.

48. Wilde Schlussphase - passend zum Spiel! Hinten blockt Millsap Burke und vorne schraubt Korver den Dreier vom Parkplatz rein! Atlanta liegt in Front und die Arena steht Kopf - 98:97! Zwei Freiwürfe von Teague und ein Verzweiflungsversuch von Burke besiegeln die Jazz-Niederlage. Die Hawks gewinnen!

Der Star des Spiels: Paul Millsap. Eine ganz starke Vorstellung vom Hawks-Forward - und das belegen auch die Statistiken: 30 Punkte, 13/23 FG, 4/8 Dreier, 17 Rebounds, 3 Assists, 2 Steals, 2 Blocks. Millsap war einfach überall. Er war die Seele des Atlanta-Spiels, kämpfte vorbildlich und war der mit Abstand beste Mann auf dem Parkett. Ebenfalls stark: Jeff Teague.

Der Flop des Spiels: Gordon Hayward. Der Leader der Jazz fand zu keiner Zeit seinen Rhythmus und beendete das Spiel mit nur fünf getroffenen Feldwürfen bei 16 Versuchen. Nachdem er am Montag noch 30 Punkte aufgelegt hatte, vermissten die Jazz im gesamten Spiel seine Präsenz auf dem Feld - es fehlte ihm sichtbar an Selbstbewusstsein. Das frühe dritte Foul tat sein Übriges. Es war definitiv nicht der Abend des Gordon Hayward.

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Das fiel auf:

  • Nach seiner guten Leistung gegen New York war Dennis Schröder auch heute wieder erster Backup von Jeff Teague. Nach 8 Minuten kam er ins Spiel und übernahm die Koordination der Offense. In der zweiten Hälfte stand Schröder - wie zuvor auch - mit Teague gemeinsam auf dem Parkett.
  • Was ist eigentlich Defense? Über weite Strecken des Spiels durften beide Teams in der Offensive machen, was sie wollten. Auf beiden Seiten fehlte die Nickligkeit, der physische Einsatz und der Wille, sich in der Verteidigung aufzureiben. Ausnahme: Paul Millsap.
  • Im Schlussviertel mussten die Akteure dem hohen Tempo Tribut zollen - und taten sich im Setplay schwer. Nur 27 Punkte fielen in den letzten zwölf Minuten. In den drei anderen Vierteln waren es im Schnitt 57 Zähler.
  • Ganz schön nützlich, wenn man einen Kyle Korver hat. Nachdem der Edel-Shooter gleich im ersten Viertel zwei Dreier durch die Reuse gejagt hatte, blieb den Jazz gar nichts anderes übrig, als dem Dreierspezialisten auf den Füßen zu stehen. Da auch die anderen Hawks von draußen gefährlich waren, bot sich oft viel Platz für das Pick and Roll mit Teague oder Schröder.
  • Ähnlich viel Freiraum zum Agieren gab es auch unter dem Korb von Atlanta - hier war der Grund ein anderer, denn die Jazz trafen nicht gut von draußen. Kanter, Favors und Booker spielten offensiv einfach allesamt stark und hatten großen Anteil an den 52 Jazz-Punkten in der Zone.
  • Mike Budenholzer hat bei Coach Pop gelernt, sein Faible für das Passspiel im Halfcourt ist daher nicht verwunderlich. Manchmal übertrieben es die Hawks aber und verpassten es, den offenen Wurf zu nehmen. Stattdessen blieb Atlanta ein ums andere Mal nur ein Notwurf bei ablaufender Shotclock.

Der Spielplan im Überblick

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