Das Ina-Deter-Prinzip

Von Haruka Gruber
Montag, 21.01.2013 | 19:48 Uhr
Das jährliche All-Star-Game der BBL fand 2013 in Nürnberg statt
© Imago
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Es ist kein Boom - dennoch holt die BBL zur europäischen Spitze auf. Plötzlich hat die Liga neue Stars und ein Profil. Doch auf dem Weg nach oben droht ein Zerwürfnis mit dem DBB. Am Rande des All-Star-Games in Nürnberg lud BBL-Geschäftsführer Jan Pommer zu einem Hintergrundgespräch.

1. Wie weit ist die BBL bei der "Vision 2020"?

Kein Abrücken, kein Zweifeln: BBL-Commissioner Jan Pommer ist auch zwei Jahre nach dem erstmaligen Verfassen der "Vision 2020" von deren Erfolgsaussicht überzeugt, dass Deutschland zum Ende der Dekade die führende Liga Europas sein wird. Ungeduldige, denen 2020 allzu weit entfernt liegt und die von Pommer schnellere und vor allem messbare Ergebnisse erwarten, entgegnet dieser mit einem Verweis auf die Traumfrau seiner Jugendzeit.

"Ina Deter sang den Song 'Frauen kommen langsam - aber gewaltig'. Genau dieses Motto passt zur BBL", sagt Pommer und proklamiert den Weg des moderaten und doch stetigen Aufschwungs. Dies belegt er mit Zahlen, die zwar nicht euphorisch stimmen, dennoch respektabel sind angesichts der Wirtschaftskrise und dem Stillstand oder Rückschritt anderer europäischer Ligen.

So stagniert zwar die Zuschauerzahl (0,3 Prozent mehr als im Vorjahr), trotzdem erwartet Pommer einen "deutlichen Anstieg" des BBL-Umsatzes (Vorjahr: 77 Millionen Euro). Die Erklärung: "Vereinfacht gesprochen setzen sich die Einnahmen der Liga so zusammen: Ein Drittel sind Spieltagserlöse, zwei Drittel sind Sponsoringerlöse. Durch die vertretbare Erhöhung der Ticketpreise und höheren Sponsoringabschlüssen wächst der Gesamtumsatz", sagt Pommer.

In den nächsten Jahren sei es zudem gewährleistet, dass sich die Zuschauerzahlen positiv entwickeln werden, weil mit Oldenburg und Würzburg zwei weitere Klubs nach dem Ulmer Vorbild eine neue Arena bauen, wodurch das Fassungsvermögen jeweils fast verdoppelt wird (auf jeweils rund 6000 Zuschauer). Pommer: "Und die Bayern werden angesichts ihrer Ambitionen ebenfalls langfristig an eine neue Halle denken, die mehr Menschen fasst."

Damit die Arenen auch gefüllt werden, sei es eine der wichtigsten Aufgaben, vorhandene Marktpotenziale zu erkennen und diese gezielt zu wecken. "Uns ist es noch nicht gelungen, mehr Menschen zu mobilisieren", sagt Pommer und verweist auf eine Umfrage, wonach in Deutschland 12 Millionen Menschen eine grundlegende Affinität für Basketball hätten. Doch nur drei Millionen Menschen bezeichnen sich als stark interessiert. "Diese Schere ist größer als im Fußball, Handball und Eishockey. Daran müssen wir ansetzen."

Um aus der Nische der Experten-Sportart zu einer Liga der Massen zu werden, wären weitere Projekte wie das der FC Bayern für Pommer wünschenswert. Die Gespräche mit anderen Fußball-Bundesligisten wie Schalke und Dortmund waren aber "nur exploratorisch", wie er sagt. "Wir wollten den Verantwortlichen erklären, wie es bei den Bayern funktioniert und wie durch Basketball ein Klub die Marketing-Plattform verlängern kann." Eine weitere Intensivierung der Kontakte ist angesichts der verhaltenen Reaktion aus dem Fußball offenbar nicht geplant.

Bleibt Hamburg als eine der einzigen möglichen Großstädte, in die die BBL expandieren könnte. Der Unternehmer Wolfgang Sahm und Ex-Nationalspieler Pascal Roller planen die Gründung eines Klubs unter dem Arbeitsnamen "Hamburg Towers". "Es ist nicht mehr die Frage, ob Hamburg ein Basketball-Bundesligateam bekommt, sondern nur noch, wann", sagt Roller. Wobei Pommer wesentlich skeptischer klingt: "Wir finden das gut. Allerdings ist die Finanzbeschaffung in einem so dicht besetzten Sportmarkt wie Hamburg eine extrem anspruchsvolle Aufgabe."

1. Wie weit ist die BBL bei der "Vision 2020"?

2. Welche Auswirkungen hat das Financial Fair Play?

3. Wie ist die TV-Situation?

4. Warum droht dem deutschen Basketball ein Zerwürfnis?

5. Welchen Impuls geben die deutschen Talente?

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