Martin Kaymer antwortet seinen Fans

Von SPOX
Mittwoch, 10.04.2013 | 09:19 Uhr
Martin Kaymer beantwortet die Fragen seiner Fans
© getty
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Es ist endlich wieder Masters-Time! In der Zeit vor dem ersten Major des Jahres hat sich Martin Kaymer die Zeit genommen, um eine Facebook-Aktion zu starten und die Fragen seiner Fans zu beantworten. Die gesammelten Antworten im Überblick.

1. Frage

Tobias Markus Markefka: "Was hast du vor deinem letzten Putt in Medinah gedacht, als du wusstest, dass Ding muss rein sonst ist alles aus. Wie schafft man es sich so zu konzentrieren, Versagensangst und Nervosität beiseite zu stellen?"

Martin Kaymer: "Ich hatte schon damit gerechnet, dass mindestens eine Frage zum Ryder Cup dabei sein wird und wie ihr euch sicher vorstellen könnt, rede ich darüber immer noch sehr gerne! Insgesamt war es an diesem Sonntag eine sehr aussergewöhnliche Situation: das wir noch einmal so zurück gekommen sind, die gelochten Putts von Justin Rose, die späte Wende im Match von Sergio Garcia... ich habe zwar nicht im Moment vor dem entscheidenden Putt darüber nachgedacht, aber schon während der Runde immer mehr damit gerechnet, dass mein Match sehr entscheidend sein könnte. Sehr wichtig war für mich schon das up & down aus dem Bunker an der 16 und sehr nervös, eigentlich am nervösesten insgesamt, war ich vor meinem Putt auf Loch 17. Ich hatte aber weder auf Grün 17 noch auf Grün 18 Versagensängste, darüber denkt man in so einem Moment nicht nach. Man ist einfach total im Spiel mit dem Kopf, man spult ein Programm ab was zu tun ist und blendet alles andere aus. Als ich im Nachhinein die DVD gesehen habe, ist mir das erste Mal aufgefallen, wie laut es eigentlich vor meinem letzten Putt ums 18. Grün gewesen ist. In dem Moment habe ich das gar nicht mitbekommen. Als ich mir die Linie angeschaut habe, habe ich mir gesagt: das ist ein Putt, den Du schon tausendmal gelocht hast. Bergauf, etwas rechts links, rein damit. Ans Zweifeln habe ich keine Sekunde gedacht. Ich glaube wenn Du in so einem Augenblick darüber nachdenkst, wer gerade alles vor dem Fernseher sitzt, wer auf dem Platz mitfiebert, an deinen Captain, an deine Teamkameraden, die den ganzen Tag dafür gekämpft haben, dass du jetzt in dieser Situation bist... dann kannst du nicht mal mehr den Putter festhalten. Ich bin jedenfalls sehr froh und dankbar dafür, jemals in der Position gewesen zu sein, einen solchen Putt machen zu dürfen. Mehr Druck geht einfach nicht und das hat mir unheimlich viel für die Zukunft gebracht, denn kein Putt wird noch mal so wichtig sein und vor allem weiss ich jetzt, dass wenn es doch irgendwann noch mal ähnlich werden sollte, ich diesem Druck schon Stand gehalten habe."

2. Frage

Elmar Vincent Geiger: "Martin, was ich schon immer wissen wollte: schreibst DU die FB Einträge wirklich selber (immer sehr nett in Deutsch und dann Englisch) oder macht das jemand für Dich?"

Martin Kaymer: "Ich schreibe sowohl hier als auch auf meiner Homepage die Blogeinträge selbst. Deswegen kommen die Beiträge auch immer nur dann, wenn ich mal Zeit habe oder mir danach ist, etwas zu erzählen oder mitzuteilen. Ich finde es so besser, als jeden Tag etwas zu posten oder posten zu lassen, denn das würde irgendwann langweilig werden und eigentlich kann ja auch niemand, den ich das für mich schreiben lassen würde, beurteilen, wie z.B. einzelne Runden sich angefühlt haben."

Martin Kaymer im SPOX-Interview: "Die dicken Dinger gewinnen!"

3. Frage

Uwe Fleck: "Wie erklärst Du Dir Deine "Talfahrt" von der Nummer 1 auf den derzeit 31. Weltranglistenplatz und glaubst Du, dass wir Dich wieder unter den TOP 10 der Rangliste wiederfinden werden? Wenn ja, welche Zeitspanne hast Du Dir dafür als Ziel gesetzt."

Martin Kaymer: "Naja, ich denke es ist relativ normal das es immer Zeit braucht, wenn du dein Spiel verbessern möchtest und daran arbeitest. Jetzt kann man natürlich fragen, warum ändert man seinen Schwung wenn man damit Weltranglistenerster geworden ist? Ich glaube, dass wenn du besser werden willst, du an Dingen arbeiten musst, die dich herausfordern, die dein Spiel langfristig besser machen und es unter Druck konstanter werden lassen. Also einen Schwung, der immer funktioniert, egal in welcher Situation oder egal welcher Herausforderung du gegenüber stehst. Das ist also der eine Grund, der andere ist, dass so gut wie niemand beurteilen kann, was damit einhergeht, auf einmal Weltranglistenerster, bester in einem Sport oder einer Disziplin, zu sein. Es gibt da kein Buch mit Richtlinien, Hilfestellungen oder weisen Ratschlägen dem du folgen kannst und alles funktioniert. Du musst deinen eigenen Weg finden damit zurecht zu kommen und um ehrlich zu sein, war ich zu dem Zeitpunkt etwas überwältigt auf einmal offensichtlich der Beste der Welt zu sein. Es hat also etwas Zeit gebraucht um mich daran zu gewöhnen, ich habe auf einmal den Druck gespürt und vor allem kamen Erwartungen, vieler anderer und meine eigenen. Ich habe aber aus den letzten Jahren sehr viel gelernt, nicht nur auf dem Platz sondern auch ausserhalb, was für mich persönlich sehr interessant und schön gewesen ist. Also, um die Frage zu beantworten, habe ich ein paar Plätze verloren, weil ich meinen Schwung verbessern und insgesamt ein besserer Spieler werden möchte. Sobald diese Entwicklung abgeschlossen ist, sehe ich keinen Grund, warum es nicht wieder mit den Top 10 klappen sollte. Wann das aber ist, kann man im Sport nie sagen, ich bin aber der festen Überzeugung, dass der Weg der richtige ist."

4. Frage

Rouven Stroß: "Hallo, was treibt ein Profigolfer so den ganzen Tag? Training,ok! Aber die Tage zwischen den Turnieren? Einfach nur chillen oder hast Du noch ein Hobby was die sonstige Zeit füllt?"

Martin Kaymer: "Soviel zeit bleibt zwischen den Turnieren eigentlich gar nicht, da ich in den Turnierpausen immer am Schwung arbeite. Wenn ich in Scottsdale bin, sieht mein Tagesablauf normalerweise so aus, dass ich gegen 6 Uhr aufstehe, entweder eine halbe Stunde Joggen gehe, Pilates mache oder auf den Camelback klettere, dann bei mir kurz frühstücke und nach Whisper Rock fahre. Dort angekommen, trainiere ich zwei bis drei Stunden, je nachdem was gerade anliegt, ist ja immer was anderes. Danach ist Mittagspause, in der es oft das gleiche gibt und was mir im Clubhaus schon den Spitznamen "ribs" eingebracht hat! Im Anschluss gehe ich entweder wieder trainieren oder auf den Platz. Da in Whisper Rock auch viele andere Tourpros Mitglied sind, gibt's da oft spannende Matches in denen ich dann probieren und festigen kann was ich morgens trainiert habe. Auf der Rückfahrt fahre ich direkt im Fitnessstudio vorbei, entweder um frei zu trainieren oder Kurse mitzumachen, wie zB Yoga oder Stretching. Nach Hause komme ich dann meistens nie vor 18 Uhr, kommt immer drauf an wie viele Löcher ich spiele. Abends geht's dann ab und zu noch mit Freunden etwas essen oder ins Kino, Scottsdale bietet da sehr gute Möglichkeiten. Da ich in Turnierwochen eigentlich nie am Schwung arbeite, muss ich die Zeit dazwischen dafür nutzen, so dass nicht allzu viel Zeit für anderes bleibt, gerade in einer Phase, in der ich dabei bin, meinen Schwung konstanter und sicherer zu machen. Ich habe aber letztens wieder angefangen, Gitarrenstunden zu nehmen, da ich früher auch schon mal gespielt habe. Wenn ich aber in Deutschland bin, verbringe ich die Zeit hauptsächlich mit meiner Familie und Freunden und schaue ab und zu bei Günter Kessler in Neuss vorbei."

5. Frage

Heiko Schink: "Hast Du wirklich deinen Kramski-Putter (mit dem Du die 59 gespielt hast!) in den Rhein geschmissen?"

Martin Kaymer: "Natürlich habe ich meinen Kramski Putter, mit dem ich zu Amateurzeiten sehr erfolgreich geputtet habe, nicht in den Rhein geworfen. Nachdem ich mich entschieden hatte, ihn nicht mehr zu benutzen, habe ich den Putter an meinen Vater weitergegeben, der ihn seitdem eingerahmt in seinem Arbeitszimmer stehen hat. Auch wenn ich nicht plane den Putter nochmal zu benutzen, glaube ich allerdings das ich ihn deshalb auch niemals zurück bekommen würde ☺"

6. Frage

Franz Woyzeck: "Deine Einschätzung bitte: Warum schaffen es hochtalentierte Amateure kaum in den Profibereich bzw. dort sich durchzusetzen? Liegt es am Training? Oder an der Psyche? Was unterscheidet diese Talente von dir, Marcel oder Max?"

Martin Kaymer: "Ich denke es werden jungen Spielern und Jungprofis sehr gute Möglichkeiten in Deutschland geboten um gut zu werden, allerdings wird Vieles davon als selbstverständlich hingenommen und wenig aus den Chancen, die sich auch bei uns durchaus bieten, gemacht. Wenn man Golfprofi wird, muss man sich darüber im Klaren sein, dass es ein Beruf wie jeder andere ist, dass man an sich arbeiten muss. Damit meine ich auch wirklich "arbeiten", nicht nur von seinem Talent leben, sondern versuchen das Talent dazu zu nutzen, um immer besser zu werden um auf das nächste Level zu kommen. Mal ganz ehrlich, wer kann sich denn noch richtig quälen heutzutage? Wenn man keine Lust mehr hat Bälle zu schlagen, es regnet, einem die Finger weh tun, es einem zu kalt ist oder der Hund der Oma gestorben ist: man kann ja immer eine Ausrede dafür finden, weshalb es nicht geht oder man heute mal nicht trainieren muss. Am Ende des Tages liegt es an jedem selbst: man sucht sich einen guten Trainer, der einen versteht, der ähnlich motiviert ist, dem es Spass macht den Weg mit Dir gehen zu wollen und los geht's. Klar wird es nicht immer einfach sein, man wird viele Dinge vermissen, traurig sein, alleine sein, Zweifel daran haben ob alles wirklich so klappt wie man es sich vorstellt, aber da gilt wie in jedem anderen Bereich des Lebens oder vielen anderen Jobs das Gleiche: Durchhalten und Weitermachen, viel mit Familie und Freunden sprechen und sein Ding machen, was auch immer dann dabei raus kommt. Wenn man dann eines Tages in den Spiegel schauen kann und sich selbst eingesteht, dass man alles getan hat um erfolgreich zu sein, gibt es niemanden, der mehr erwarten kann. Auch du selbst von dir nicht. Dazu gehört es oft auch, den inneren Schweinehund zu überwinden, denn gerade im Beruf als Golfprofi fällt es leichter, langsam fauler und bequemer zu werden. Man ist von niemandem abhängig, niemand kontrolliert einen, man kann seinen Tag planen wie man das möchte und selbstständig trainieren und arbeiten. Man muss aber begreifen, dass diese Möglichkeiten mit das Beste sind, was einem im Beruf passieren kann und es zu schätzen wissen. Wer kann schon sein Hobby zum Beruf machen und damit irgendwann Geld verdienen? Aber genau da liegt oft das Problem bei jungen Spielern, es wird oft nicht als Beruf, vergleichbar mit einem Studium oder einer Ausbildung angesehen, sondern weiterhin als schöne Nebenbeschäftigung. Nicht das ihr mich falsch versteht, es gibt sehr viele Jungprofis in Deutschland, die sehr ernsthaft, gewissenhaft und in vollem Bewusstsein trainieren und dafür leben. Oft gehört aber auch einfach etwas Glück dazu, dass du zum richtigen Turnier den Ball gut triffst und sich dadurch weitere Chancen ergeben. So wie es sich gerade in den letzten Monaten entwickelt hat, bin ich aber sehr zuversichtlich, dass es in Zukunft mehr deutsche Spieler auf den großen Touren dieser Welt geben kann."

7. Frage

Charlotte Mueller: "Hallo Martin, ich wünsche dir alles alles Gute beim Masters und überhaupt in der gesamten Saison!! Dazu würde ich gerne wissen, ob es kleine mentale Tricks gibt, um sich während eines Turniers nicht aus dem Konzept bringen zu lassen, egal was mit einem und um einen herum passiert?"

Martin Kaymer: Natürlich möchte ich hier nicht all meine Tricks preisgeben ☺ nein, Spass beiseite, ich habe für mich festgestellt, dass es keine großen Tricks gibt. Das für mich Wichtigste beim Golf ist und war immer die Geduld und der Glaube an die eigenen Fähigkeiten. Es gibt einfach Schläge oder auch ganze Tage, die nicht funktionieren und an denen es nicht läuft. Wenn du auf einer Runde mal einen schlechten Schlag machst, kann man sich selbstverständlich darüber ärgern, aber nicht sosehr das es den nächsten Schlag auch noch beeinflusst. Im Endeffekt kannst du ja eh nichts mehr dran ändern und wenn du dich noch beim nächsten Schlag ärgerst, wird der garantiert auch nicht besser. Die Sache ist immer die: wenn du viel trainiert hast und eigentlich glaubst das es laufen müsste, schraubst du damit unterbewusst deine Erwartungen schon nach oben, so dass dir ein schlechter Schlag mehr ausmachen könnte als wenn du seit einem Monat keinen Ball geschlagen hast, weil du dann eher mit schlechten Schlägen rechnest. Aber es gibt eben beim Golf keine perfekte Runde, es geht immer ein bisschen was schief. Du musst einfach versuchen, deine Fehlschläge so gut wie möglich zu halten. Eine gute Runde wird nicht nur durch gute Schläge gut, sondern durch bessere schlechte Schläge, da diese sonst den Score versauen. In den letzten Jahren habe ich unheimlich viel Selbstvertrauen in meine Fähigkeiten bekommen. Dieser Glaube hilft mir oft, in stressigen Situationen relaxter zu sein, da ich weiß, alles dafür getan zu haben, vorbereitet zu sein. Wenn du nicht vorbereitet bist, kannst du auch nichts erwarten. Das Schwierige, und das ist auch etwas was ich von anderen Spielern höre, ist es sich selbst in Stresssituationen kennenzulernen und daraus zu lernen. Es bringt nichts, unter Druck zu versuchen etwas anderes zu machen. Es gibt ja viele Amateure, die bei einem guten Zwischenergebnis beispielsweise unheimlich viel langsamer spielen. Deswegen das vielleicht als kleiner Rat: legt euch eine Routine zurecht, an die ihr euch haltet und verfahrt immer danach. Schaut, wie sich euer Verhalten, euer Körper und euer Gefühl in Drucksituationen verändert und entwickelt einen Plan damit umzugehen, denn wie gesagt, jeder Charakter ist anders. Wenn euch etwas stört, und das kann man nie ausschließen, fangt neu mit der Routine an. Und wenn mal alles schief geht, und solche Tage hat jeder, auch Profis: Golf ist nur ein Spiel und sollte nie das Wichtigste im Leben sein!"

8. Frage

Frank Berkmann: "Hallo Martin, was sind Deine drei schönsten Golfplätze und welchen sollte man als Amateur mal gespielt haben? Viel Glück in Augusta !"

Martin Kaymer: "Ich habe ja das Glück, auf den Touren immer nur perfekt hergerichtete Plätze zu spielen, deswegen tun sie sich vom Zustand alle nicht viel. Es gibt aber ein paar Plätze, auf denen ich besonders gern spiele und die man auf jeden Fall spielen sollte wenn man die Chance dazu hat: Nummer 1 ist aufgrund der Historie der Old Course in St. Andrews. Bei Wind und Wetter ist es dort einfach eine ganz andere Art von Golf, die aber unheimlich Spass macht. Ausserdem herrscht dort eine ganz besondere Stimmung, besonders wenn man sich vor Augen hält, wer schon über diese Fairways gegangen ist. Meine Nummer 2 ist Whistling Straits. Nicht nur wegen meinem Majorsieg, ich finde dieser Platz verbindet perfekt Elemente aus Europa und den USA miteinander: direkt am Wasser hat es etwas von Linksgolf, dass Design hingegen ist eher amerikanisch. An Nummer 3 liegt bei mir Torrey Pines. Die gesamte Area um diesen Golfplatz, San Diego und La Jolla, ist sehr schön und ich denke von den Blicken und Aussichten vom Platz an manchen Löchern brauche ich niemandem etwas zu erzählen! Also, wenn ihr dort mal in der Nähe seid, würde ich einen Abstecher machen."

9. Frage

Kim Sierts: "Wer sind deine 5 engsten Freunde auf der Tour?

Martin Kaymer: "Ich denke, dass es wie in jedem anderen Beruf auch in meinem relativ schwierig ist, richtige Freunde zu finden. Einer der wenigen, die ich aber trotzdem als guten Freund bezeichnen würde, ist der Spanier Alvaro Quiros. Ich kann mich noch erinnern, wie ich Alvaro das erste Mal gesehen habe: Finalrunde der Vodafone Challenge in der Elfrather Mühle auf der Challenge Tour, wir lagen beide Kopf an Kopf, ich wusste nicht wer er war oder wie er aussah. Ich glaube ich stand an Abschlag 17, ein Par 3 und habe gewartet abschlagen zu können, als auf einmal 5 Meter neben mir unter lauten "Fore-Rufen" ein Ball landet, der offensichtlich von Loch 16, einen leichten Dogleg nach rechts, wenn ich mich recht erinnere, gekommen ist. Ich wusste zu dem Zeitpunkt nicht von wem der Ball war, habe nur gedacht, dass der schon relativ weit aus der Richtung und viel zu weit rechts ist. Auf einmal kam dann Alvaro auf den Abschlag und sagte grinsend zu meinem Flightpartner Alex Noren und mir in bestem spanischen Englisch: "I´m really sorry I was planning to hit a fade!" Auch wenn es zu dem Zeitpunkt sehr eng war, haben wir nach dem Spruch alle grinsen müssen. Seitdem ist wirklich eine Freundschaft entstanden, weshalb er mich zum Beispiel auch zu seiner Hochzeit im Sommer nach Spanien eingeladen hat. Auch mein damaliger Flightpartner, Alex Noren, ist jemand, mit dem ich viel mache. Wir haben mehrere Winter in Scottsdale zusammen trainiert, als wir beide grade frisch Profi geworden sind, uns Hotelzimmer geteilt und uns gut verstanden. Wenn wir heutzutage beim gleichen Turnier spielen, gehen wir auch gemeinsam Abendessen. Ein weiterer guter Freund ist im Laufe der Jahre Henrik Stenson geworden. Wir hatten lange den gleichen Manager und er hat mich vor zwei Jahren mal für ein paar Tage zum Boot fahren nach Schweden eingeladen und seitdem ist der Kontakt nie abgerissen. Wir sind beides ähnliche Typen, deswegen verstehen wir uns auch abseits des Platzes gut und er hat immer einen guten Witz auf Lager. Jemand, mit dem ich oft Proberunden zusammen spiele, zu Abend esse oder auch gerne oft einfach nur über Gott und die Welt rede oder texte ist Adam Scott. Ein eher zurückhaltender Typ, aber trotz allem was in jungen Jahren auf ihn eingeprasselt ist ein unheimlich bodenständiger und angenehmer Mensch. Ausserdem würde ich Camilo Villegas nennen, der nach außen hin ganz anders ist als ich, mit dem man aber sehr gute Gespräche führen kann und der abseits des Platzes nicht so rüberkommt wie ab und zu auf dem Platz. Leider sehen wir uns nicht ganz so oft, aber wenn es dann doch mal wieder soweit ist, ist es direkt so wie beim letzten Mal und wir haben eine gute Zeit zusammen."

10. Frage (folgt)

Der Stand in der Weltrangliste

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