Mansur Faqiryar: Zwischen den Welten

Von Stefan Rommel
Montag, 10.02.2014 | 21:11 Uhr
Mansur Faqiryar mit Afghanistans Präsident Hamid Karsai
© faqiryar
Advertisement
Primera División
Live
Girona -
Getafe
Eredivisie
Live
Sparta -
Feyenoord
Serie A
Live
Hellas Verona -
AC Mailand
Eredivisie
Alkmaar -
Ajax
First Division A
Brügge -
Anderlecht
Ligue 1
Nantes -
Angers
Serie A
Bologna -
Juventus
Serie A
Crotone -
Chievo Verona
Serie A
Florenz -
CFC Genua
Serie A
Sampdoria -
Sassuolo
Premier League
West Bromwich -
Man United
Primera División
Celta Vigo -
Villarreal
Ligue 1
Nizza -
Bordeaux
Premier League
Bournemouth -
Liverpool
Serie A
Benevento -
SPAL
Primera División
Las Palmas -
Espanyol
Primeira Liga
Sporting -
Portimonense
Primera División
FC Barcelona -
La Coruna
Serie A
Atalanta -
Lazio
Ligue 1
Lyon -
Marseille
Premier League
Everton -
Swansea
Primera División
Malaga -
Real Betis
Primeira Liga
FC Porto -
Maritimo
League Cup
Arsenal -
West Ham
League Cup
Leicester -
Man City
Coppa Italia
Neapel -
Udinese
Primera División
Levante -
Leganes
Coppa Italia
AS Rom -
FC Turin
Primera División
Getafe -
Las Palmas
First Division A
Mechelen -
Brügge
Coppa Italia
Juventus -
CFC Genua
League Cup
Chelsea -
Bournemouth
Ligue 1
Amiens -
Nantes
Ligue 1
Angers -
Dijon
Ligue 1
Bordeaux -
Montpellier
Ligue 1
Guingamp -
St. Etienne
Ligue 1
Lille -
Nizza
Ligue 1
Marseille -
Troyes
Ligue 1
Metz -
Straßburg
Ligue 1
Monaco -
Rennes
Ligue 1
PSG -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Lyon
League Cup
Bristol City -
Man United
Primera División
Real Sociedad -
FC Sevilla
Indian Super League
Bengaluru -
Jamshedpur
Primera División
Eibar -
Girona
Primera División
Alaves -
Malaga
Indian Super League
Chennai -
Kerala
Serie A
Chievo Verona -
Bologna
Primera División
Real Betis -
Bilbao
Premier League
Arsenal -
Liverpool
Serie A
Cagliari -
Florenz
Primera División
Espanyol -
Atletico Madrid
A-League
Melbourne City -
Melbourne Victory
Serie A
Lazio -
Crotone
Primera División
Real Madrid -
FC Barcelona
Premier League
Everton -
Chelsea
Premiership
Kilmarnock -
Rangers
Serie A
CFC Genua -
Benevento
Serie A
Neapel -
Sampdoria
Serie A
Sassuolo -
Inter Mailand
Serie A
SPAL -
FC Turin
Serie A
Udinese -
Hellas Verona
Premier League
Man City -
Bournemouth
Championship
Sheffield Wed -
Middlesbrough
Primera División
Valencia -
Villarreal
Serie A
AC Mailand -
Atalanta
Premier League
Burnley -
Tottenham
Primera División
La Coruna -
Celta Vigo
Championship
Aston Villa -
Sheffield Utd
Eredivisie
PSV -
Vitesse
Premier League
Leicester -
Man United
Serie A
Juventus -
AS Rom
Premier League
Brighton -
Watford (DELAYED)
Premier League
West Ham -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Crystal Palace (DELAYED)
Premier League
Stoke -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Huddersfield (DELAYED)
Eredivisie
Ajax -
Willem II
Premier League
Tottenham -
Southampton
Premier League
Boxing Day -
Die Konferenz
Championship
Birmingham -
Norwich
Championship
Burton Albion -
Leeds
Premier League
Liverpool -
Swansea
Premier League
Man United -
Burnley (DELAYED)
First Division A
Anderlecht -
Gent
Championship
Brentford -
Aston Villa
Premier League
West Bromwich -
Everton (DELAYED)
Premier League
Huddersfield -
Stoke (DELAYED)
Premier League
Watford -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Chelsea -
Brighton (DELAYED)
Premier League
Bournemouth -
West Ham (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Man City
Premiership
Hearts – Hibernian
Indian Super League
Jamshedpur -
Chennai
Indian Super League
Mumbai -
Delhi
Serie A
Crotone -
Neapel
Championship
Cardiff -
Preston
Serie A
Florenz – AC Mailand
Premiership
Celtic -
Rangers
Serie A
Atalanta -
Cagliari
Serie A
Benevento -
Chievo Verona
Serie A
Bologna -
Udinese
Serie A
AS Rom -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
SPAL
Serie A
FC Turin -
CFC Genua
Premier League
Liverpool -
Leicester
Championship
Barnsley -
Reading
Serie A
Inter Mailand – Lazio Rom
Premier League
Man Utd -
Southampton
Championship
Bristol City -
Wolverhampton
Serie A
Hellas Verona -
Juventus

Mansur Faqiryar ist in Deutschland ein Torhüter in der 4. Liga - im Heimatland seiner Eltern ist er ein Nationalheld. Mit ihm als Kapitän holte Afghanistan den ersten Titel der Verbandsgeschichte, Faqiryar hielt beim Turnier in Nepal im Halbfinale und Finale sensationell und wurde zum Spieler des Turniers gewählt. Im Interview mit SPOX erzählt er von verrückten Reisen zur Nationalmannschaft, seinem Besuch beim Staatspräsidenten und seinem Spagat zwischen zwei völlig unterschiedlichen Welten.

Mansur Faqiryar hat viel zu erzählen, also nimmt er sich auch sehr lange für den Termin Zeit. Am Abend vor dem Gespräch hat er in der Regionalliga Nord beim Derby in Meppen im Tor gestanden.

Ein enges Spiel, am Ende steht ein 2:2 im Protokoll. "Zu wenig für uns", sagt Faqiryar, sein VfB Oldenburg will in dieser Saison aufsteigen. Es wäre die Verwirklichung eines kleinen Traums.

Im Spätsommer des letzten Jahres hat er sich diesen einen ganz großen Traum bereits erfüllt. Mit dem krassen Außenseiter Afghanistan hat Mansur Faqiryar den "South Asian Football Federation Cup" gewonnen, die Südasienmeisterschaft.

Im Halbfinale gegen Gastgeber Nepal hielt Faqiryar zwei Elfmeter, seine Mannschaft siegte 1:0. Im Finale brachte er mit seinen Paraden das übermächtige Indien zur Verzweiflung und sicherte seinem Land so den ersten Titel der Geschichte.

In den Wochen danach musste er seine ganz persönliche Geschichte immer wieder erzählen - aber auch mit dem Abstand von mehreren Monaten funkeln seine Augen immer noch und manchmal muss er auch kurz innehalten, wenn er an die Tage im September zurückdenkt.

SPOX: Herr Faqiryar, was kommt Ihnen als erstes in den Sinn, wenn Sie an das Turnier zurückdenken?

Mansur Faqiryar: Wie ich mir die Siegerehrung so aus der Ferne angeschaut habe.

SPOX: Aber Sie waren doch als Leistungsträger mittendrin?

Faqiryar: Ich saß auf einer Bühne neben der eigentlichen Bühne und habe mir meine Mannschaft angesehen, wie sie alle vor den Kameras posierten. Minister und Funktionäre, die gesamte Delegation, und Fans waren ebenfalls mittendrin. Alle mussten auf dieses historische Bild. Das war faszinierend, entspannend und amüsant zugleich.

SPOX: Das komplette Turnier lief für den krassen Außenseiter Afghanistan wie ein Märchen ab?

Faqiryar: Kann man so sagen. Ehrlich gesagt hätte ich nicht gedacht, dass wir gewinnen. Nach dem dramatischen Halbfinale hätte man meinen können, dass eine Steigerung nicht möglich ist. Im Finale hatte Indien gefühlte 90 Prozent Ballbesitz und wir zwei Torschüsse, die noch nicht mal klare Chancen waren. Beide waren drin.

SPOX: Sie sorgten auch mit ein paar Botschaften auf Ihren Klamotten für Aufsehen.

Faqiryar: Vor dem Spiel habe ich einen unserer Betreuer gebeten, mir zwei Shirts drucken zu lassen. Auf dem einen stand: 'Peace for Afghanistan, Nepal, Syria, Palestine' und auf der Rückseite: 'Lang lebe Afghanistan!' Das hatte ich bei der Siegerehrung an. Und auf dem anderen: 'Ich bin stolz, Afghane zu sein.' Das hatte ich bei der Rückkehr nach Afghanistan an. Ich glaube, dass meine Botschaften angekommen sind.

SPOX: Das Finale gegen Indien fand am 11. September statt. Ein bedeutungsschwangeres Datum für Afghanistan.

Faqiryar: Ich bin ein religiöser Mensch und glaube nicht an Zufälle. Für mich war das eine Vorbestimmung, dass wir an diesem Tag gewinnen sollten.

SPOX: Zumindest gab es dem Land einen gewissen Schub?

Faqiryar: Ich würde es nicht mit dem WM-Titel der Deutschen 1954 und dessen Auswirkungen auf das Land vergleichen wollen, obwohl ich das schon gelesen habe. Dafür sind die Vorzeichen zu unterschiedlich. Der entscheidende Punkt ist: Durch unseren Sieg wurden die Menschen vom Alltag abgelenkt. Ein bemerkenswerter Satz von Präsident Karsai ist mir im Gedächtnis geblieben: 'Milliarden von US-Dollars haben nicht das bewirken können, was euer Sieg bewirkt hat.' Das war vielleicht ein wenig übertrieben, aber prinzipiell geht das schon in diese Richtung.

SPOX: Wofür steht der Fußball heute in Afghanistan?

Mansur Faqiryar: Für Ablenkung. Die Erfahrung zeigt, dass besonders in krisengeschüttelten oder finanzschwachen Ländern die Leidenschaft für jegliche Art anderer Inhalte als der üblichen schlechten Nachrichten besonders groß ist. Das ist auch in Afghanistan der Fall. Wenn wir diese Ablenkung bescheren können, haben wir unsere Pflicht getan. Die Wahrnehmung der Leute nimmt manchmal auch groteske Züge an. Ich würde sagen, die Leidenschaft für den Fußball ist eher vergleichbar mit der in Brasilien oder Italien als mit der in Deutschland.

Seite 1: Der erste Titel mit Afghanistan

Seite 2: Besuch bei Karsai und das verrückte erste Mal

Seite 3: Emotionen und die spezielle Mischung

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung