"Kein Spieler hat so ein Verhalten verdient"

Von Interview: Haruka Gruber
Sonntag, 29.01.2012 | 20:37 Uhr
Michael Ballack saß beim 1:1 bei Werder Bremen 90 Minuten auf der Bank
© Imago
Advertisement
Premier League Darts
Do22.02.
Berlin Calling! Wer rockt die Premiere in der Hauptstadt?
League Cup
So25.02.
Bohnen-Alarm! Rocket Beans kommentieren das Finale
Indian Super League
Mumbai CIty -
NorthEast Utd
J1 League
Tosu -
Kobe
Ligue 1
Straßburg -
Montpellier
Championship
Hull -
Sheffield Utd
Primera División
La Coruna -
Espanyol
Primera División
Celta Vigo -
Eibar
Premier League
Leicester -
Stoke
Premier League
Liverpool -
West Ham
Championship
Preston -
Ipswich
Primera División
Real Madrid -
Alaves
Ligue 1
Toulouse -
Monaco
Serie A
Bologna -
CFC Genua
Premier League
Watford -
Everton
Primera División
Leganes -
Las Palmas
Championship
Fulham -
Wolverhampton
Ligue 1
Dijon -
Caen
Ligue 1
Guingamp -
Metz
Ligue 1
Lille -
Angers
Ligue 1
Nantes -
Amiens
Ligue 1
Rennes -
Troyes
Premier League
West Bromwich -
Huddersfield (DELAYED)
Primera División
FC Barcelona -
Girona
Serie A
Inter Mailand -
Benevento
Primeira Liga
Pacos Ferreira -
Benfica
Premier League
Bournemouth -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Brighton -
Swansea (DELAYED)
Premier League
Burnley -
Southampton (DELAYED)
J2 League
Fukuoka -
Gifu
A-League
FC Sydney -
Sydney Wanderers
Primera División
Villarreal -
Getafe
Eredivisie
Ajax -
Den Haag
Serie A
Crotone -
SPAL
Premier League
Crystal Palace -
Tottenham
Eredivisie
Feyenoord -
PSV
Premiership
Aberdeen -
Celtic
Super Liga
Partizan -
Zemun
Ligue 1
Bordeaux -
Nizza
Serie A
Florenz -
Chievo Verona
Serie A
Sassuolo -
Lazio
Serie A
Hellas Verona -
FC Turin
Serie A
Sampdoria -
Udinese
Premier League
Man United -
Chelsea
Primera División
Bilbao -
Malaga
1. HNL
Rijeka -
Dinamo Zagreb
Ligue 1
Lyon -
St. Etienne
League Cup
Arsenal -
Man City
League Cup
Arsenal -
Man City (Rocket Beans)
First Division A
Lüttich -
Brügge
Serie A
Juventus -
Atalanta
Superliga
Kopenhagen -
Odense
Primera División
Valencia -
Real Sociedad
Primera División
FC Sevilla -
Atletico Madrid
Serie A
AS Rom -
AC Mailand
Ligue 1
PSG -
Marseille
Primeira Liga
Portimonense -
FC Porto
Superliga
Union SF -
Colon
Serie A
Cagliari -
Neapel
Primera División
Levante -
Real Betis
Cup
Akhisar -
Galatasaray
Cup
Akhisar -
Galatasaray (Türkischer Kommentar)
Primera División
Espanyol -
Real Madrid
Coupe de France
Les Herbiers -
Lens
Primera División
Girona -
Celta Vigo
Copa Libertadores
Montevideo -
Gremio
Super Liga
Radnicki Nis -
Partizan
Coppa Italia
Juventus -
Atalanta
Coupe de France
Chambly -
Straßburg
Primera División
Getafe -
La Coruna
Primera División
Bilbao -
Valencia
Primera División
Malaga -
FC Sevilla
Coppa Italia
Lazio -
AC Mailand
Coupe de France
PSG -
Marseille
Primera División
Atletico Madrid -
Leganes
Primera División
Eibar -
Villarreal
Indian Super League
Bengaluru -
Kerala
Cup
Besiktas -
Fenerbahce
Cup
Besiktas -
Fenerbahce (Türkischer Kommentar)
Primera División
Real Betis -
Real Sociedad
Superliga
Midtylland -
Bröndby
Premier League
Arsenal -
Man City
Primera División
Las Palmas -
FC Barcelona
Coupe de France
Caen -
Lyon
Primera División
Alaves -
Levante
A-League
Melbourne City -
Melbourne Victory
CSL
Guangzhou Evergrande -
Guangzhou R&F
Ligue 1
Nizza -
Lille
Ligue 1
Monaco -
Bordeaux
Championship
Dundee United -
St. Mirren
Championship
Middlesbrough -
Leeds
Primeira Liga
FC Porto -
Sporting
A-League
Newcastle -
FC Sydney
J1 League
Kobe -
Shimizu
Primera División
Villarreal -
Girona
Premier League
Burnley -
Everton
Serie A
SPAL -
Bologna
Championship
Nottingham -
Birmingham
Primera División
FC Sevilla -
Bilbao
Ligue 1
Troyes -
PSG
Serie A
Lazio -
Juventus
Eredivisie
PSV -
Utrecht
Premier League
Liverpool -
Newcastle
Primera División
Leganes -
Malaga
Primera División
La Coruna -
Eibar
Championship
Wolverhampton -
Reading
First Division A
FC Brügge -
Kortrijk
Ligue 1
Amiens -
Rennes
Ligue 1
Angers -
Guingamp
Ligue 1
Metz -
Toulouse
Ligue 1
St. Etienne -
Dijon
Premier League
Tottenham -
Huddersfield (DELAYED)
Primera División
Real Madrid -
Getafe
Serie A
Neapel -
AS Rom
Premier League
Southampton -
Stoke (Delayed)
Premier League
Watford -
West Bromwich (Delayed)
Primera División
Levante -
Espanyol
Serie A
CFC Genua -
Cagliari
League One
Blackburn -
Wigan
Super Liga
Partizan Belgrad -
Rad
Premier League
Lok Moskau -
Spartak Moskau
Eredivisie
Vitesse -
Ajax
Premier League
Brighton -
Arsenal
Ligue 1
Caen -
Straßburg
Serie A
Benevento -
Hellas Verona
Serie A
Atalanta -
Sampdoria
Primera División
FC Barcelona -
Atletico Madrid
Primera División
Valencia -
Real Betis
Serie A
AC Mailand -
Inter Mailand
Ligue 1
Marseille -
Nantes
Premier League
Crystal Palace -
Man United
Primera División
Celta Vigo -
Las Palmas

Bayer Leverkusen demontiert systematisch seine Spieler. Michael Ballack wurde von Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser in der Öffentlichkeit angegriffen und steht vor einer ungewissen Zukunft, nachdem er beim 1:1 in Bremen 90 Minuten auf der Bank saß. Die Opfer vor ihm hießen Rene Adler, Simon Rolfes und Hanno Balitsch. Ex-Leverkusen-Star Carsten Ramelow geht mit Trainer Robin Dutt und Klub-Boss Wolfgang Holzhäuser hart ins Gericht.

SPOX: Herr Ramelow, wie verfolgen Sie die jüngste Eskalation in Leverkusen?

Carsten Ramelow: Die letzten Ereignisse verwundern mich total. Schon im Sommer hatte man das Gefühl, dass eine große Unruhe herrscht. Als diese sich zum Ende der Hinrunde hin etwas gelegt hat, dachte ich, dass der Verein die Zeit in der Winterpause nutzt, um sich neu zu besinnen. Stattdessen geht es noch schlimmer zu als zuvor. Wolfgang Holzhäusers Aussagen werden sehr nachhaltige Konsequenzen haben und dafür sorgen, dass das Ballack-Thema Leverkusen die gesamte Rückrunde beschäftigt.

SPOX: Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser griff bereits in der Hinrunde unter anderem Renato Augusto mit bemerkenswert deutlichen Worten an. Ein auffälliges Muster?

Ramelow: Auf der einen Seite ist Holzhäuser der Chef, von daher ist es sein gutes Recht, öffentlich Stellung zu beziehen. Auf der anderen Seite darf man eines nicht vergessen: Wenn sich ein Spieler in einer solchen Form äußern würde, wäre der Verein zutiefst empört. Selbst bei Aussagen, die nicht so gemeint sind oder falsch wiedergegeben werden, muss ein Spieler höllisch aufpassen. Aber: Ein Spieler ist nur ein Spieler, und Holzhäuser ist eben der Chef.

SPOX: Wie hätte Leverkusen das Krisenmanagement besser gestalten können?

Ramelow: Der Verein hätte sich bereits in der Hinrunde zum Thema klar positionieren sollen. Anfangs war es nur eine Ahnung, dass Leverkusen intern anders über Ballack denkt als nach außen hin präsentiert. Nun zeigt sich, dass vieles einfach nur versucht wurde zu überspielen. Jetzt aber so zu tun, als ob Ballack an allem Schuld ist, finde ich nicht in Ordnung. Es gibt immer zwei Seiten - und von der Trainerseite aus wurde einiges dazu beigetragen, dass es soweit kommen konnte.

Simon Rolfes im Interview: "Das Theater beeinflusst uns nicht"

SPOX: Wie sehen Sie die Rolle von Trainer Robin Dutt?

Ramelow: Mich verwundert einiges. Anfang der Saison plant er nicht mit Ballack, später aber greift er doch auf ihn zurück, weil er ihn braucht - nur um ihm nach der Winterpause wieder die Unterstützung zu entziehen. Ich frage mich wirklich, wie sich Bayer das mit Ballack vorgestellt hat.

SPOX: Was ist Dutts größter Fehler?

Ramelow: Er hätte rechtzeitig reagieren müssen. Schon in der Hinrunde fiel auf, dass das Gefüge in der Mannschaft verloren geht, weil er die Spieler unterschiedlich behandelt. Vielleicht hätte er in der Winterpause ein Gleichgewicht im Kader herstellen können, so dass eine Hierarchie entsteht, doch auch diese Chance hat er verpasst. Zum Beispiel war Ballacks Auswechslung gegen Mainz ein Fehler. Auch wenn er schlecht gespielt hat, wissen die Zuschauer sehr wohl zu schätzen, dass sich Ballack wieder herangekämpft und sich in eine gute Form gebracht hat. Aber es macht den Eindruck, als ob es Dutt ohnehin um etwas anderes geht. Man kann fast schon die Uhr danach stellen, bis Ballack ausgewechselt wird. Die Vermutung eines Machtkampfs liegt nahe.

SPOX: Wie bewerten Sie Ballacks Rolle?

Ramelow: Ich finde es gut, wie er sich präsentiert. Er hat sich nie zu einer Provokation hinreißen lassen, obwohl er seit Monaten einen schweren Stand beim Trainer hat und attackiert wurde. Das ist nicht selbstverständlich. Wir dürfen nicht vergessen, wie unglücklich alles für ihn gelaufen ist: Die schwere Verletzung und die erzwungene WM-Absage, die unschöne Trennung von der Nationalmannschaft, jetzt die Geschichte mit Leverkusen. Dass zu verkraften fällt jedem schwer.

SPOX: Hätte es einen Unterschied gemacht, wenn Leverkusen frühzeitig auf Ballack zugegangen wäre? Oder würde er nicht so oder so beleidigt reagieren?

Ramelow: Die Art und Weise macht einen großen Unterschied aus. Jeder Spieler möchte, dass man ehrlich mit ihm umgeht und dass einem rechtzeitig gesagt wird, wie der Verein plant. Ein Spieler, der ins Alter kommt und verletzt war, weiß nur zu gut, dass seine Zeit langsam ausläuft. Das Einzige, das er erwartet, ist Offenheit.

SPOX: Was auffällt: Besonders die erfahrenen Spieler werden in Leverkusen in Frage gestellt. Ähnlich wie Ballack ergeht es Simon Rolfes. Hanno Baltisch wurde gar aus der Mannschaft verbannt, bevor er nach Nürnberg floh.

Ramelow: Wir dürfen einen in der Reihe nicht vergessen: Rene Adler. Keine Frage, Bernd Leno hält überragend und ist eine würdige Nummer eins. Dennoch war es unfair, wie mit Adler umgegangen wurde. Er ist lange im Verein, zeigt Topleistungen - und landet nach einer Verletzung auf dem Abstellgleis. Kein Spieler hat so ein Verhalten verdient.

SPOX: Welche Folgen hat die Entmachtung der erfahrenen Spieler auf die Mannschaft?

Ramelow: Es fehlt die Hierarchie. Jede Mannschaft braucht eine Achse, an der sich die jungen Spieler orientieren können. Stattdessen werden Ballack und Rolfes geschwächt. Rolfes wird in der Öffentlichkeit in Frage gestellt, indem Dutt völlig unnötig sagt, dass er und Ballack zusammen nicht spielen könnten. Kein Wunder, dass die Mannschaft noch immer nicht eingespielt ist.

SPOX: Ist Dutt überfordert?

Ramelow: Er sollte aus den Erfahrungen lernen. Er hätte in der Winterpause die Dinge regeln sollen, die in der Hinrunde schief gelaufen sind. Das ist ihm offenbar nicht gelungen. Vielleicht schafft er es nicht, mit den höheren Ansprüchen zurechtzukommen. Im Vergleich zu Freiburg ist Leverkusen eine ganz andere Hausnummer. Nur fachlich top zu sein, reicht bei einem Verein wie Bayer nicht. Mittlerweile haben sich die Probleme so verfestigt, dass es schwierig wird, die Kurve zu bekommen.

Leverkusen gefangen im oberen Mittelfeld: Die Bundesliga-Tabelle

Werbung
Dunkest - The American Fantasy Basketball by SPOX.com
Werbung
Werbung
Werbung