"Nebenan schlug eine Panzerfaust ein"

Dienstag, 13.10.2015 | 16:34 Uhr
Michael Krüger betreut seit 2015 die U23 von Hannover 96
© getty
Advertisement
Superliga
Live
Estudiantes -
Boca Juniors
Primera División
Espanyol -
Girona
Serie A
Lazio -
FC Turin
Championship
Reading -
Cardiff
Coupe de la Ligue
Toulouse -
Bordeaux
Serie A
Genua -
Atalanta
Coppa Italia
Inter Mailand -
Pordenone
Premier League
Huddersfield -
Chelsea
Coupe de la Ligue
Monaco -
Caen
Premier League
Crystal Palace -
Watford (DELAYED)
Premier League
Burnley -
Stoke (DELAYED)
Super Liga
Partizan -
Roter Stern
Eredivisie
Groningen -
PSV Eindhoven
Coupe de la Ligue
Rennes -
Marseille
Coppa Italia
AC Mailand -
Hellas Verona
Eredivisie
Feyenoord -
Heerenveen
Premiership
Hibernian – Glasgow Rangers
Premier League
West Ham -
Arsenal
Coupe de la Ligue
Straßburg -
PSG
Premier League
Liverpool -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Everton (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Man United -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Man City (DELAYED)
Premier League
Tottenham -
Brighton (DELAYED)
Copa Sudamericana
Flamengo -
Independiente
Indian Super League
Pune -
Bengaluru
Coppa Italia
Lazio -
Cittadella
A-League
FC Sydney -
Melbourne City
Indian Super League
Kerala -
NorthEast Utd
Ligue 1
St. Etienne -
Monaco
Championship
Sheffield Wed -
Wolverhampton
Primera División
Sevilla -
Levante
Premier League
Leicester -
Crystal Palace
Premiership
Aberdeen -
Hibernian
Serie A
Inter Mailand -
Udinese
Premier League
Arsenal -
Newcastle
Championship
Sunderland -
Fulham
Primera División
Bilbao -
Real Sociedad
Ligue 1
Rennes -
PSG
Serie A
FC Turin -
Neapel
Premier League
Man City -
Tottenham
Primera División
Eibar -
Valencia
Championship
Cardiff -
Hull
Ligue 1
Caen -
Guingamp
Ligue 1
Dijon -
Lille
Ligue 1
Montpellier -
Metz
Ligue 1
Straßburg -
Toulouse
Ligue 1
Troyes -
Amiens
Premier League
Chelsea -
Southampton (Delayed)
Primera División
Atletico Madrid -
Alaves
Serie A
AS Rom -
Cagliari
Premier League
Stoke -
West Ham (Delayed)
Premier League
Brighton -
Burnley (DELAYED)
Premier League
Watford -
Huddersfield (DELAYED)
Primera División
Girona -
Getafe
Eredivisie
Sparta -
Feyenoord
Serie A
Hellas Verona -
AC Mailand
Eredivisie
Alkmaar -
Ajax
First Division A
Brügge -
Anderlecht
Ligue 1
Nantes -
Angers
Serie A
Bologna -
Juventus
Serie A
Crotone -
Chievo Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
Sampdoria -
Sassuolo
Premier League
West Bromwich -
Man United
Primera División
Celta Vigo -
Villarreal
Ligue 1
Nizza -
Bordeaux
Premier League
Bournemouth -
Liverpool
Serie A
Benevento -
SPAL
Primera División
Las Palmas -
Espanyol
Primeira Liga
Sporting -
Portimonense
Primera División
Barcelona -
La Coruna
Serie A
Atalanta -
Lazio
Ligue 1
Lyon -
Marseille
Premier League
Everton -
Swansea
Primera División
Malaga -
Real Betis
Primeira Liga
FC Porto -
Maritimo Funchal
League Cup
Arsenal -
West Ham
League Cup
Leicester -
Man City
Coppa Italia
Napoli -
Udinese
Primera División
Levante -
Leganes
Coppa Italia
AS Rom -
FC Turin
Primera División
Getafe -
Las Palmas
First Division A
Mechelen -
Brügge
Coppa Italia
Juventus -
Genua
League Cup
Chelsea -
Bournemouth
Ligue 1
Amiens -
Nantes
Ligue 1
Angers -
Dijon
Ligue 1
Bordeaux -
Montpellier
Ligue 1
Guingamp -
Saint-Etienne
Ligue 1
Lille -
Nizza
Ligue 1
Marseille -
Troyes
Ligue 1
Metz -
Strasbourg
Ligue 1
Monaco -
Rennes
Ligue 1
PSG -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Lyon
League Cup
Bristol City -
Man United
Indian Super League
Bengaluru -
Jamshedpur
Primera División
Eibar -
Girona
Primera División
Alaves -
Malaga
Indian Super League
Chennaiyin -
Kerala Blasters
Serie A
Chievo Verona -
Bologna
Premier League
Arsenal -
Liverpool
Serie A
Cagliari -
Florenz
A-League
Melbourne City -
Melbourne Victory
Serie A
Lazio -
Crotone
Premier League
Everton -
Chelsea
Premiership
Kilmarnock -
Rangers
Serie A
Genua -
Benevento
Serie A
Neapel -
Sampdoria
Serie A
Sassuolo -
Inter Mailand
Premier League
Man City -
Bournemouth
Championship
Sheffield Wed -
Middlesbrough
Serie A
AC Mailand -
Atalanta
Championship
Aston Villa -
Sheff Utd
Eredivisie
PSV -
Vitesse
Premier League
Leicester -
Man United
Serie A
Juventus -
Roma
Premier League
Brighton -
Watford (DELAYED)
Premier League
West Ham -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Crystal Palace (DELAYED)
Premier League
Stoke -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Huddersfield (DELAYED)
Eredivisie
Ajax -
Willem II

17 Trainerstationen in 26 Jahren: Hannovers U23-Coach Michael Krüger hat nicht nur auf dem Papier viel erlebt. Mit SPOX spricht er über ein richtungsweisendes Abkommen mit Peter Neururer, seine irrwitzigen ersten Schritte in Ägypten, den Status "Nationalheld", aber auch die Schattenseite des Jobs: Korruption, Lebensgefahr und seine sehr besorgte Familie.

SPOX: Herr Krüger, Sie sind zurück in Deutschland und nun U23-Trainer bei Hannover 96. Schaut man sich Ihre Vita an, stellt sich aber eigentlich nur die Frage: Wann zieht es Sie wieder ins Ausland?

Michael Krüger: Ich glaube nicht mehr. Als ich letztes Jahr aus Ägypten zurückkam, habe ich beschlossen, dass ich jetzt oft genug weg war. Mein Wunsch war es seit längerer Zeit, für den letzten Abschnitt meiner Karriere in den Nachwuchs zurückzukehren. Dass sich diese Möglichkeit in Hannover ergeben hat, ist für mich ideal. Nach all dem Reisen bin ich wieder bei meiner Familie und meinen Freunden.

SPOX: Seit Beginn Ihrer Cheftrainerlaufbahn 1989 waren Sie für 14 verschiedene Vereine tätig, unter anderem den VfL Wolfsburg, Eintracht Braunschweig und Alemannia Aachen. Haben Sie Ihre fußballerische Heimat noch nicht gefunden oder sind Sie einfach ein Globetrotter?

Krüger: Ein Globetrotter bin ich mit Sicherheit nicht, denn vieles hat sich im Laufe der Zeit einfach so ergeben. Der Wechsel zu Braunschweig, nachdem ich drei Jahre die U23 des VfL trainiert hatte, war eine riesige Chance. Mit dem Aufstieg in die 2. Liga haben wir dann auch eine schöne Erfolgsgeschichte geschrieben. Ich war dennoch nie einer der Trainer, die sich ihre Klubs nach Belieben aussuchen konnten. Deshalb war es wichtig, sich durch gute Arbeit für weitere Anstellungen zu empfehlen.

SPOX: Ihre Trainerlizenz haben Sie 1987 unter anderem mit Horst Hrubesch, Michael Henke und Peter Neururer gemacht. Mit Letzterem bildeten Sie von 1987 bis 1989 das Trainerteam auf Schalke. Wie hat er Sie in Ihrer Arbeit geprägt?

Krüger: Das fing schon bei unserem Kennenlernen an, das höchst kurios verlief.

SPOX: Inwiefern?

Krüger: Wir haben einmal gegeneinander gespielt - er als Abwehrspieler des STV Horst-Emscher, ich als Stürmer für den FC Paderborn. Ich habe ihn im direkten Duell fürchterlich eingedreht, wofür er sich recht schnell revanchiert hat. Denn es ist ja bekannt, dass Peter kein guter Kicker war, dafür aber ein umso besserer Treter. (lacht) Auf dem Lehrgang 1987 haben wir uns wiedergesehen und es ist schnell eine Freundschaft entstanden. Als wir ein paar Wochen später in nicht mehr ganz nüchternem Zustand um die Häuser zogen, haben wir uns geschworen: Wer zuerst den Sprung ins Profi-Geschäft schafft, holt den Anderen nach.

SPOX: So sind Sie beim FC Schalke gelandet?

Krüger: Genau. Peter hat den Verein übernommen und in der 2. Liga gehalten. In der neuen Saison wurde ich sein Co-Trainer. Solche Kapriolen waren früher wohl eher möglich.

SPOX: Trotz Ihrer guten Referenzen in Deutschland überraschten Sie 1995 plötzlich mit der Entscheidung, nach Ägypten zu wechseln und die Arab Contractors zu trainieren. Was bewegte Sie zu diesem außergewöhnlichen Schritt?

Krüger: Ich hatte auch ein Angebot vom VfL Wolfsburg für den Co-Trainer-Posten bei Willi Reimann, den ich noch aus meiner aktiven Zeit bei Hannover kannte. Zur gleichen Zeit lag mir aber auch ein schriftliches Angebot aus Kairo vor.

SPOX: Und Sie entschieden sich für das Ausland?

Krüger: Nicht direkt. Kurz nach Weihnachten fuhr ich zum VfL, um mir alles anzuhören. Der damalige Fußballchef Wolfgang Heitmann, der auch mein Freund war, empfahl mir, mich während der Vertragsgespräche weder zu bescheiden, noch zu gierig zu verhalten. Ich habe den VW-Bossen aber signalisiert, nur für den teuersten aller möglichen Verträge anfangen zu wollen. Auf der Heimfahrt klingelte mein Handy und Heitmann sagte mir, ich könne direkt anfangen.

SPOX: Warum taten Sie es nicht?

Krüger: Der Flug nach Ägypten war schon gebucht und ich dachte mir: Wann kann ich schon mal umsonst nach Kairo fliegen? Zudem war ich einfach neugierig und wollte erst einmal schauen, was mich erwartet. Das war auch mit dem VfL so abgesprochen. Ich kann aber nicht leugnen, dass ich bei der Ankunft am Flughafen in Kairo durchaus ein mulmiges Gefühl hatte.

SPOX: Wie kam es plötzlich dazu?

Krüger: Es fing schon damit an, dass man mir sagte, man würde mich am Flughafen abholen. Als ich gelandet bin, warteten viele Menschen mit Namensschildern in der Ankunftshalle - für all die Touristen. Ich habe vergeblich nach meinem Namen gesucht, ihn aber nicht gefunden. Ein Schild mit der Aufschrift "Kroga" klang zwar ähnlich, sicher konnte ich mir aber nicht sein. Erst als alle Menschen weg waren und dieser Kerl mit dem "Kroga"-Schild noch da stand, wusste ich Bescheid.

SPOX: Verlief das erste Treffen mit den Klub-Verantwortlichen ähnlich kurios?

Krüger: Definitiv. Ich muss zugeben, ich war über die sportliche Situation des Vereins überhaupt nicht informiert. Über das Internet war es damals noch nicht möglich, die Tabelle oder Statistiken einzusehen.

SPOX: Sie wussten also gar nicht, dass der Verein gegen den Abstieg spielte?

Krüger: Nein und es war auch gar nicht so einfach, das von den Verantwortlichen zu erfahren. Mister Gamal, der Manager des Klubs, erzählte mir auf Nachfrage, man stünde im Mittelfeld der Tabelle. Erst als ich weiter nachhakte, erfuhr ich, dass der Verein auf dem 14. von 16 Plätzen stand, also einem Abstiegsplatz. Das nächste Problem war: Das für den Klub entscheidende Spiel fand gegen den al Ahly Sports Club statt, quasi den FC Bayern Ägyptens. Den letzten Sieg gegen diesen Verein hatte es 15 Jahre zuvor gegeben.

SPOX: Und Sie entschieden sich, den Job trotzdem anzunehmen?

Kürger: Irgendeine Stimme sagte mir: Ja, mach es! Es hätte auch gar nicht zu mir gepasst, wenn ich in dem Moment nicht den Risiko-Weg gewählt hätte. Den bin ich eigentlich immer gegangen.

SPOX: Sie haben das Spiel sensationell gewonnen.

Krüger: Mit 2:0. Das war ein Rieseneinstand für mich, wenngleich ich leider nicht mehr die Möglichkeit hatte, nach Hause zu fliegen, um mich von meiner Familie zu verabschieden. Eine Stunde nach dem Vertragsgespräch begann die Arbeit mit der Mannschaft.

Seite 1: Krüger über ein Abkommen mit Neururer und den irrwitzigen Start in Ägypten

Seite 2: Krüger über Korruption, Lebensgefahr und seine sehr besorgte Familie

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung