Cookie-Einstellungen
Olympia

Bahnrad: Emma Hinze verpasst im Sprint zweite Olympia-Medaille

SID
Emma Hinze hat eine Medaille im Sprint verpasst.

Keine weitere Medaille für die deutschen Bahnrad-Sprinter am Schlusstag: Emma Hinze wird nur Vierte im Sprint, Maximilian Levy Sechster im Keirin. Die Bahn-Bilanz fällt durchwachsen aus.

Emma Hinze atmete schwer, sie stieg völlig entkräftet vom Rad und hielt sich kaum noch auf den Beinen. Der Griff nach der zweiten Olympia-Medaille hatte die deutsche Bahnrad-Hoffnung bis an das absolute Limit getrieben, allein die Belohnung für die Strapazen blieb ihr am Ende der Sommerspiele in Japan verwehrt.

"Es war richtig hart. Mir haben noch nie die Beine so weh getan", sagte die Weltmeisterin nach ihrem vierten Platz im Sprint: "Ich wollte sehr gern eine Medaille, egal, welche. Jetzt ist es Platz vier geworden, und ich bin traurig."

Statt mit Hinze gleich eine Nachfolgerin von Rio-Olympiasiegerin Kristina Vogel in der Königsdisziplin zu inthronisieren, beendete Deutschland die Bahnrad-Wettbewerbe im Izu Velodrome mit einer Enttäuschung und insgesamt ernüchternd. Maximilian Levy verpasste am Schlusstag ebenfalls olympisches Edelmetall, das wäre im Keirin allerdings auch recht überraschend gekommen.

Die 23-jährige Hinze bezahlte am Sonntag für sechs hammerharte Wettkampftage sowie den eng getakteten Zeitplan. "Ich kam nach dem Lauf nicht mal die Treppe runter", berichtete die Sportsoldatin, der nach dem verlorenen Halbfinale gegen die spätere Olympiasiegerin Kelsey Mitchell aus Kanada bereits "schwindelig" gewesen war.

Im Rennen um Rang drei gegen Lee Wai-Sze aus Hongkong war die deutsche Mitfavoritin dann letztlich chancenlos. Schon zur Rennhalbzeit kommentierte Vogel im ZDF: "Das deutsche Sprinterherz schmerzt schon sehr." Lea Sophie Friedrich fuhr immerhin noch auf den fünften Platz.

Bahnrad: Zwei Medaillen für Deutschland

Mit nur zwei Medaillen fällt die deutsche Bilanz insgesamt durchwachsen aus. Mit Silber im Teamsprint durch Hinze und Friedrich hatten die Wettkämpfe gut begonnen, die Goldmedaille des Bahn-Vierers der Frauen in Weltrekordzeit war anschließend ein echtes Glanzlicht - doch in den folgenden Tagen gab es mehr Enttäuschungen als Erfolge.

Bundestrainer Detlef Uibel sprach von einer Lehrstunde: "Wir wollten in Tokio mehr Medaillen, das hat nicht geklappt." Insgesamt sei man nicht dort, "wo wir hin wollten". Das gilt besonders für den Männerbereich, wo Deutschland seit 2012 kein olympisches Edelmetall mehr gewann.

So fuhren die BDR-Starter im Ausdauerbereich nur hinterher. Und Routinier Levy verbuchte mit Rang fünf im Sprint sowie sechs im Keirin zum Ende seiner olympischen Laufbahn zwar sehr ordentliche Ergebnisse, aber eben keine Medaille.

Bei den Frauen sind die Sorgen geringer. Hinze, das bewies sie mit ihrem WM-Triple in Berlin, hat noch Großes vor sich. Daran glaubt auch Kristina Vogel. "Emma ist noch ein wahnsinnig junges Mädchen", sagte die 30-Jährige, "vielleicht klappt es nicht jetzt, und es ist sehr, sehr schmerzhaft. Aber 2024 in Paris kann sie zurückkommen."

Werbung
SPOX Fallback Ads, Eigenwerbung
Werbung
SPOX Fallback Ads, Eigenwerbung