"Ist das dann auch ein Foul?": Niclas Füllkrug zückt Smartphone, um Jamal Musialas Führungstor gegen Ungarn zu verteidigen

Von Stefan Petri
Niclas Füllkrug
© Getty

DFB-Stürmer Niclas Füllkrug hat den Einsatz von Ilkay Gündogan vor dem 1:0-Treffer der deutschen Nationalmannschaft gegen Ungarn (Endstand: 2:0) verteidigt. Der BVB-Star zückte in der Mixed Zone sogar ein Smartphone, um eine entsprechende Frage eines ungarischen Journalisten zu kontern.

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Vor dem deutschen Führungstreffer gegen die Ungarn im zweiten Gruppenspiel war Verteidiger Willi Orban nach einem Zusammenstoß mit Gündogan gestolpert und schließlich zu Boden gegangen. Der deutsche Kapitän eroberte den Ball und spielte quer auf Jamal Musiala, der aus kurzer Distanz sein zweites Turniertor erzielen konnte.

"Deutschland hat es nicht nötig, gegen eine Mannschaft wie Ungarn mit Hilfe des Schiedsrichters zu gewinnen", schimpfte der ungarische Trainer Marco Rossi anschließend auf seiner Pressekonferenz.

"Er gibt mir einen Check in die Hüfte, meine Hüfte fliegt zur Seite und ich falle fast auf mein Gesicht", erklärte Orban selbst. "Es gibt ja keinen Grund, sich im Sechzehner so hinzulegen."

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© getty

Füllkrug wurde nach dem Spiel in der Mixed Zone auf Englisch gefragt, ob er mit dem Tor einverstanden sei: "Einige ungarische Spieler haben von einer zweifelhaften Entscheidung gesprochen."

"Nein", wehrte der 31-Jährige ab. "Es war ein reguläres Tor. Ich kann Ihnen ein Bild zeigen." Der Angreifer zückte prompt sein Smartphone und zeigte ein Foto mit ihm und Orban, auf dem der ungarische Kapitän von RB Leipzig den Deutschen beim Kopfballversuch mit beiden Händen zurückstößt.

"Ist das dann auch ein Foul? Hä? Also bitte", so Füllkrug weiter. Die Antwort gab er selbst, nachdem er das Bild in alle Richtungen gezeigt hatte: "Nein, es ist kein Foul. Da schubst er auch nur, das ist aber kein Foul."

Gündogan sei nicht der größte und kräftigste Spieler, habe seinen Körper aber gut eingesetzt. "Ich denke, das ist kein irreguläres Tor", sagte Füllkrug.

Ilkay Gündogan: "In der Premier League kaputt gelacht"

Gündogan selbst hatte ebenfalls keine Probleme mit seinem Körpereinsatz. "Ich war ein bisschen überrascht, dass er oder die ungarischen Spieler sich beschwert haben", sagte der deutsche Spielführer vom FC Barcelona. "Ich habe sieben Jahre in der Premier League gespielt. Da hätten sie sich kaputt gelacht, wenn das Tor nicht gegeben worden wäre."

Im dritten und letzten Vorrundenspiel trifft Deutschland als erstes bereits fürs Achtelfinale qualifiziertes Team am Sonntagabend auf die Schweiz (21 Uhr). Zeitgleich bekommt es Ungarn mit den Schotten zu tun.