"Mit seinen Pranken fast zerquetscht": Früherer Trainer des FC Bayern München wollte Kommentator einschüchtern

Von Felix Götz
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Marcel Reif hat Anekdoten aus seiner langjährigen Tätigkeit als Fußball-Kommentator zum Besten gegeben. Der 74-Jährige sprach dabei über Probleme mit Louis van Gaal und den Friedensschluss mit den BVB-Fans.

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"Am Anfang mit Louis van Gaal", antwortete Reif im Bild-Podcast "Phrasenmäher" auf die Frage, mit welchem Trainer er nicht gut klargekommen sei.

"Der hatte so eine Test-Art", sagte Reif über den niederländischen Coach, der von 2009 bis 2011 den FC Bayern München betreute: "Beim Handgeben hat er dir die eigene Hand mit seinen großen Pranken fast zerquetscht, und er starrte dir dabei in die Augen und wartete ab, ob man wegzuckt. Irgendwann habe ich dann mal zu ihm gesagt: 'Wissen Sie was, Herr van Gaal? Ich bin genauso alt wie Sie. Ich habe auf diesen Quatsch keine Lust.'"

Danach sei van Gaal freundlicher gewesen: "Wenn ich ihm damals signalisiert hätte, dass ich Angst vor ihm habe, wäre ich verloren gewesen. Dann hast du keine Chance bei ihm. Aber wenn du durchhältst und ihm zeigst, dass du dir so etwas nicht bieten lässt - dann ist alles gut."

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Reif über BVB-Ultras: "Das war der Friedensschluss"

Reif erinnerte sich außerdem an sein einst angespanntes Verhältnis zu den Fans von Borussia Dortmund. Dieses sei "über viele Jahre nicht ganz ungebrochen" gewesen, erklärte der Sportjournalist: "Viele haben mir unterstellt, dass mit mir wieder Antenne Bayern ins Stadion kommt und ich eine Bayern-Hörigkeit unerträglichen Ausmaßes pflegen würde."

Irgendwann vor einem Spiel zwischen Dortmund und Juventus Turin hätten ihm die BVB-Ultras über seinen Assistenten Christoph Biermann ausrichten lassen, dass er sich am Abend die Partie im Fernsehen ansehen solle.

"Ich mache also den Fernseher an, und da kommt ein Schwenk über die Südtribüne, wo über 40, 50 Meter ein Banner mit meiner Aussage vor dem 3:1 von Lars Ricken im Champions-League-Finale 1997 hängt: 'Lupfen jetzt!' Das war der Friedensschluss. Das Foto davon hängt bei mir im Büro."

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