Fussball

Ex-Bayern-Talent Gianluca Gaudino: Nach dem Höhenflug das Tief – und der Schritt zurück

Von SPOX
Gianluca Gaudino trainierte unter Pep Guardiola.

Beim FC Bayern feierte Gianluca Gaudino einst sein überraschendes Debüt. Nach mehreren Tiefschlägen kommt seine Karriere über Umwege wieder ins Rollen.

Es dürften sich nicht wenige verwundert die Augen gerieben haben, als der damalige Bayern-Coach Pep Guardiola seine Startelf für den Bundesliga-Auftakt gegen den VfL Wolfsburg am 22. August 2014 bekanntgab. Dort zauberte der Spanier neben Stars wie Arjen Robben, Thomas Müller und Robert Lewandowski einen gewissen Gianluca Gaudino aus dem Hut.

Der A-Jugendliche durfte während der Sommervorbereitung bei den Profis vorspielen, auch, weil Guardiola nach der WM kaum Profis zur Verfügung standen. Ein 17-jähriges Talent, das direkt am ersten Spieltag gegen die Wölfe sein Ligadebüt feierte - und was für eins.

Gaudino, Sohn des Ex-Nationalspielers Maurizio Gaudino, spielte fast 90 Minuten durch und stach beim 2:1-Erfolg als laufstärkster Spieler (12,8 Kilometer) sowie durch eine herausragende Passquote von knapp 97 Prozent heraus. "Besser kann man kaum spielen. Es ist nicht einfach, mit 17 in der Allianz Arena aufzulaufen. Er hat ein paar sehr, sehr gute Pässe gespielt", schwärmte Guardiola anschließend vom Debütanten. Gaudino senior schlug in die gleiche Kerbe: "Er ist stärker, als ich es war."

Alles angerichtet also für eine steile Karriere, in der allerdings nur noch sieben weitere Einsätze in der deutschen Beletage folgen sollten. Gaudinos Höhenflug war schnell wieder vorbei. Aktuell versucht er, seine Karriere nach einigen enttäuschenden Phasen wieder ins Rollen zu bringen.

Gianluca Gaudino: Aufwind, Tiefphase und der Schritt nach Bern

Bei den Bayern pendelte der zentrale Mittelfeldspieler nach eindrucksvollem Beginn zwischen Ersatzbank, U19 und Bayerns Zweitvertretung. Dass er genauso schnell von der Bildfläche verschwand, wie er gekommen war, sieht der mittlerweile 23-Jährige als Teil des Geschäfts. "Das Feedback war spärlich, das ist aber normal. Es geht um Titel, Titel, Titel, man muss funktionieren. Klappt das nicht, muss man sich wieder hinten anstellen", erklärte er einst im Gespräch mit dem kicker: "Selbstkritisch sage ich, dass nach dem Aufwind zu Beginn eine Tiefphase kam, deshalb war ich nicht mehr so oft dabei."

Gaudino wollte jedoch wieder dabei sein, "auf höherem Niveau" spielen. 2016 folgte daher ein Leihgeschäft in die Schweiz, zum FC St. Gallen. Dort bestritt er in knapp anderthalb Jahren 36 Pflichtspiele, die meisten von Beginn an. Doch auch nach seiner Rückkehr sahen die Münchner mit Trainer Carlo Ancelotti keine Verwendung für den einstigen Senkrechtstarter. Also zog er weiter, diesmal zu Chievo Verona, wo er zunächst mit einer Lungenentzündung ausfiel und insgesamt nur zweimal in der Serie A auf dem Platz stand.

Zwischen August 2018 und Januar 2019 war Gaudino vereinslos, hielt sich zwischenzeitlich bei Borussia Mönchengladbach fit und spielte bei Young Boys Bern vor. Bei diesem Klub unterschrieb er dann einen Vertrag bis 2021. "Ich kann viel Positives erzählen. Gerade jungen Spielern kann ich die Liga empfehlen. Die Schweiz ist ein sehr gutes Pflaster für Talente, um einen weiteren Schritt voranzukommen", fasste Gaudino seine bisherige Zeit bei den Young Boys auf der vereinseigenen Homepage zusammen.

Gaudino: "Wenn Bayern nochmals mit einem Angebot käme ..."

In Bern ist Gaudino meist gesetzt. Dort will er den erneuten Schritt nach vorne machen und sich wieder ins Rampenlicht spielen. Dass dies der richtige Weg ist, daran zweifelt Gaudino nicht - das soll auch sein Jugendverein merken. "Wenn Bayern nochmals mit einem Angebot käme, würde das zumindest bedeuten, dass es in meiner Karriere gut gelaufen ist und mein Weg ein steiniger, aber guter war", erklärte er dem kicker.

Vielleicht nimmt seine Karriere ja erneut einen unerwarteten Lauf - wie einst im August 2014.

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