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NBA

Eine unfassbare letzte Sekunde

Von SPOX
Zu früh gefreut: Die Spieler er Chicago Bulls lagen sich nach der Schlusssirene noch in den Armen
© Getty

Spannung pur im Spiel der Chicago Bulls gegen die Denver Nuggets. Erst nach zehnminütigem Videostudium stand fest, wer das Spiel in den letzten Zehntelsekunden gewonnen hatte. Während die Miami Heat weiter von Sieg zu Sieg eilen, machte Gilbert Arenas so viele Fehler wie schon lange niemand mehr.

Chicago Bulls (4-3) - Denver Nuggets (6-2) 89:90

Was für ein sportliches Drama in Chicago! Sechs Zehntelsekunden vor Schluss brachte Chauncey Billups die Nuggets durch den ersten von zwei Freiwürfen mit 90:89 in Führung. Danach war die Taktik klar: den zweiten Freiwurf absichtlich verwerfen, dann haben die Bulls garantiert nicht mehr genug Zeit, um noch einmal zum Wurf zu kommen.

Falsch gedacht. Joakim Noah holte den Rebound und zeigte gleichzeitig das Timeout an - 0,3 Sekunden waren noch auf der Uhr. Einwurf Bulls, Kirk Hinrich findet Brad Miller, der dreht sich blitzschnell und wird den Sprungwurf noch los - und der fällt!

Während die Bulls jubelnd über den Platz rennen, gehen die Schiedsrichter an den Bildschirm und schauen sich den Videobeweis an - zehn Minuten lang, so knapp ging es her. Dann die Entscheidung: Der Ball hatte die Hand von Miller nicht vor der Schlusssirene verlassen, der Korb zählt nicht - jetzt jubeln die Nuggets.

"Als ich ihn zum ersten Mal gesehen habe, dachte ich, der Wurf sei regulär gewesen", sagte Bulls-Coach Vinny Del Negro. Aber er trat nicht nach: "Das spielt jetzt aber keine Rolle mehr. Die Schiedsrichter haben entschieden. Vielleicht war der Ball tatsächlich noch an den Fingerspitzen." Ob er das in einem Playoff-Spiel ähnlich gelassen weggesteckt hätte?

Miami Heat (6-1) - Washington Wizards (2-6) 90:76

Während Dwyane Wade einen Sahnetag erwischte, wäre Gilbert Arenas lieber im Bett geblieben. Wade führte seine Heat mit 41 Punkten zum sechsten Sieg im siebten Spiel  - so gut ist Miami noch nie in eine Saison gestartet.

Arenas dagegen stellte einen eher zweifelhaften Rekord auf. Er leistete sich 12 Turnovers, so viele wie noch nie in seiner Karriere. In der ganzen NBA hat zuletzt im Februar 2007 ein Spieler so viele Fehler gemacht. Kurioser Weise war das damals Dwyane Wade.

Der Superstar der Heat machte es diesmal vor allem in der zweiten Halbzeit viel besser. Mit 29 Punkten drehte er nicht nur einen 8-Punkte-Rückstand der Heat zur Pause, er machte auch zwei Punkte mehr als das gesamte Team der Wizards.

"Wir hatten es zu Beginn der zweiten Halbzeit eilig. Wir wollten dieses Spiel einfach nicht verlieren. Wenn man gegen ein Team spielt, bei dem es nicht ganz so gut läuft, dann muss man das ausnutzen", sagte Wade.

Charlotte Bobcats (3-4) - Orlando Magic (6-2) 81:93

Vince Carter is back - und zwar nach einer regelrechten Wunderheilung. Noch am Morgen vor dem Spiel in Charlotte musste er wegen starker Schmerzen im Sprunggelenk den Belastungstest abbrechen.

Doch dann ist im Laufe des Tages Wundersames passiert. Der Schmerz verging, Carter probierte es beim Warmmachen direkt vor der Partie noch einmal - und es ging. Carter kam von der Bank, machte 15 Punkte und hatte Anteil am Sieg der Magic.

"Es muss auf Fußweg zurück zum Hotel passiert sein - im Regen", sagte Carter. "Ich habe mir Zeit gelassen und bin einfach so durch den Regen zurückgetrottet." Schön, wenn sich Verletzungen manchmal so einfach in Luft auflösen.

Memphis Grizzlies (1-7) - Portland Trail Blazers (5-3) 79:93

Nicht nur, dass die Grizzlies das siebte von acht Spielen verloren haben, sie müssen auch noch auf ihren Center Hasheem Thabeet verzichten. Der brach sich beim Zusammenprall mit seinem Mitspieler Zach Randolph den Kiefer.

Bei den Trail Blazers überzeugten Brandon Roy mit 20 Punkten und LaMarcus Aldridge mit 16 Punkten und 12 Rebounds.

Sacramento Kings (4-4) - Oklahoma City Thunder (3-4) 101:98

Zum ersten Mal seit drei Jahren haben die Kings eine ausgeglichene Bilanz. Vier Siege bei nur vier Niederlagen - objektiv gesehen nicht berauschend, aber für die seit langer Zeit chronisch erfolglosen Kings ein Meilenstein.

"Wir wollen, dass man endlich Respekt vor uns hat, und das können wir nur durch unsere Leistungen auf dem Platz schaffen", sagte Jason Thompson, der mit 21 Punkten und 14 Rebounds großen Anteil an Sacramentos Erfolg hatte.

Die Thunder rettete auch Kevin Durants Saisonbestmarke von 37 Punkten nicht. Er verwarf eine Sekunde vor Schluss den Dreier, der das Spiel in die Overtime gebracht hätte.

Dallas vs. Houston: Mavs-Basketball nahe der Perfektion

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