Teppichnägel auf der Strecke sorgt für viele Defekte

Sabotage-Akt überschattet 14. Tour-Etappe

Von SPOX
Sonntag, 15.07.2012 | 17:40 Uhr
Als Vorjahressieger Evans nach mehreren Defekten das Ziel erreichte, war ihm der Frust anzusehen
© Getty
Advertisement
Erlebe
deinen Sport
live
AEGON International Women Single
MiLive
WTA Eastbourne: Tag 4
Boodles Challenge
MiLive
The Boodles: Tag 2
National Rugby League
Do11:50
Eels -
Bulldogs
AEGON International Women Single
Do12:00
WTA Eastbourne: Viertelfinals
Boodles Challenge
Do13:30
The Boodles: Tag 3
National Rugby League
Fr11:50
Broncos -
Storm
AEGON International Women Single
Fr12:00
WTA Eastbourne: Halbfinals
Boodles Challenge
Fr13:30
The Boodles: Tag 4
AEGON International Women Single
Sa13:15
WTA Eastbourne: Finale
Boodles Challenge
Sa14:00
The Boodles: Tag 5
National Rugby League
So08:00
Rabbitohs -
Panthers
Shanghai Darts Masters
Do13:00
Shanghai Darts Masters -
Tag 1
National Rugby League
Fr11:50
Roosters -
Rabbitohs
Shanghai Darts Masters
Fr13:00
Shanghai Darts Masters -
Tag 2
National Rugby League
Sa09:30
Panthers -
Sea Eagles
National Rugby League
Sa11:30
Storm -
Eels

Cadel Evans stand hilflos ohne Hinterrad auf dem Gipfel der Mur de Peguere, der Kroate Robert Kiserlovski krümmte sich mit großen Schmerzen auf dem Asphalt und sogar das TV-Motorrad wurde mit einem Plattfuß aus dem Verkehr gezogen. Ein Sabotage-Akt hat die 14. Etappe der 99. Tour de France überschattet. Zahlreiche Teppichnägel waren auf die Strecke geworfen worden, sodass es zu etlichen Defekten bei den Spitzenfahrern kam.

"Dramatischer Tag heute bei der Tour. Drei Platten auf den letzten 38 Kilometern - alle durch Teppichnägel", twitterte Cadel Evans im Ziel - und lieferte den Beweis gleich mit.

"So viele Defekte sind verdächtig. Es ist etwas auf die Straße geworfen worden. Das war ein dummer Streich. Es war sehr gefährlich für die Fahrer", schimpfte Tourchef Christian Prudhomme und Renndirektor Jean-Francois Pescheux ergänzte: "30 von 50 Fahrern hatten einen Platten. Wir konnten das Rennen nicht neutralisieren, weil alles so schnell ging. Wir wissen nicht, wer der Täter war."

Besonders heftig hatte es Kiserlovski und Vorjahressieger Evans erwischt. Kiserlovski stürzte so schwer, dass er das Rennen mit Verdacht auf einen Schlüsselbeinbruch aufgeben musste. Evans musste indes gleich dreimal das Hinterrad und einmal das Vorderrad wechseln. Immer wieder standen Fahrer am Straßenrand, die Mechaniker waren quasi im Dauereinsatz. So sprach Evans' BMC-Teamchef Jim Ochowicz gleich von einem "kriminellen Akt".

"Wussten sofort, dass etwas nicht stimmt"

Auch Spitzenreiter Bradley Wiggins war nicht unbeschadet davongekommen, der Brite musste einmal das Rad wechseln. Zuvor hatte der Bahn-Olympiasieger aber Größe bewiesen und seine Mitstreiter in der Favoritengruppe angewiesen, das Tempo zu drosseln, bis Evans und alle weiteren abgehängten Fahrer wieder aufgeschlossen hatten.

"Es ist traurig, aber als Radsportler müssen wir es wohl hinnehmen. Im Fußballstadion wäre man sofort verhaftet worden. Wir sind nun einmal verwundbar. Ich hoffe, dass das nicht noch einmal passiert. Was soll man machen? Man kann das nicht kontrollieren", sagte Wiggins und fügte hinzu: "Wir wussten sofort, das irgendwas nicht stimmt. Plötzlich hatten 15, 16 Fahrer einen Platten."

Für sein Verhalten erhielt Wiggins viel Lob. "Es war sehr ehrlich und fair von ihm, dass er gewartet hat", lobte BMC-Sportdirektor John Lelangue. Aber auch die Begleitfahrzeuge waren betroffen. Das TV-Motorrad musste beispielsweise auch mit einem Plattfuß stoppen.

Sanchez hängt Sagan ab

Der Sabotage-Akt war auch ein Grund dafür, warum sich die Favoriten einen Rückstand von gut 18 Minuten auf Tagessieger Luis Leon Sanchez eingehandelt hatten. Der Spanier und seine Mitstreiter in der Ausreißergruppe waren jedenfalls von dem Vorfall nicht betroffen und machten den Sieg unter sich aus.

So siegte nach 191 Kilometern von Limoux nach Foix Solist Sanchez mit einem Vorsprung von 47 Sekunden vor den Mitausreißern Peter Sagan (Slowakei) und Sandy Casar (Frankreich). Es war bereits der fünfte Tour-Etappensieg in der Karriere des Spaniers.

"Ich wusste, dass ich attackieren muss. Im Sprint hätte ich gegen Sagan kaum eine Chance gehabt", sagte Sanchez, der einer von nur noch vier Rabobank-Profis im Feld ist. "Wir hatten viel Pech, aber unsere Mannschaft hat ordentlich gearbeitet."

Wiggins weiter 2:05 Minuten vor Froome

Das Gelbe Trikot von Wiggins war beim Einstieg in die Pyrenäen so oder so zu keiner Zeit in Gefahr. Der Bahn-Olympiasieger geht mit einem Vorsprung von 2:05 Minuten auf seinen Landsmann und Sky-Teamkollegen Christopher Froome in die letzte Tour-Woche und hat den ersten britischen Gesamtsieg in der Geschichte der Frankreich-Rundfahrt weiter fest im Visier.

Andre Greipel hatte am Sonntag angesichts der zwei Berge der ersten Kategorie mit dem Ausgang des Rennen nichts zu tun. Dafür hatte der deutsche Topsprinter sein Soll bereits auf der 13. Etappe voll erfüllt.

Am Cap d'Agde hatte Greipel dem slowakischen Überflieger Peter Sagan mit einem kraftvollen Sprint die Grenzen aufgezeigt und war zum dritten Mal auf das oberste Treppchen gefahren, womit er sich selbst schon einmal zu seinem 30. Geburtstag am Montag vorzeitig beschenkte. Drei Etappensiege bei einer Frankreich-Rundfahrt waren von den deutschen Profis nur Erik Zabel, Rudi Altig, Jan Ullrich und Didi Thurau geglückt.

Vor allem aber muss die Art und Weise, wie Greipel siegte, die Konkurrenz mit Blick auf das olympische Straßenrennen in Alarmstimmung versetzen. Selbst der fürchterlich steile Mont Saint-Clair 23 Kilometer vor dem Ziel hielt den Mann, den sie "Gorilla" nennen, nicht auf. "Ich war bei den Junioren mal deutscher Bergmeister", scherzte Greipel. Allerdings sei er damals zehn Kilo leichter gewesen.

Weiter geht es am Montag mit der 15. Etappe über 158,5 Kilometer von Samatan nach Pau. Das Profil der 158,5 Kilometer spricht eigentlich für eine Sprintentscheidung, denn es gibt lediglich drei kleinere Bergwertungen. Allerdings geht es auf der Fahrt mit den Pyrenäen in Sichtweite ständig auf und ab, sodass Ausreißer - den Ruhetag am Dienstag im Hinterkopf - einiges riskieren werden.

Das Rennen im Re-Live

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung