Fussball

Usbekistan: Ein Underdog muckt auf

Von Fatih Demireli
Server Djeparov (l.) und Sanjar Tursunov sind mit Usbekistan auf dem Weg zur WM
© imago

In Asien machen Usbekistan und Jordanien auf sich aufmerksam. Usbekistans Kapitän darf wohl endgültig die große Bühne betreten, die ihm einst verwehrt wurde. In Südamerika patzen die Favoriten, aber Ecuador mischt plötzlich oben mit. Neuseeland löst das Playoff-Ticket. Und: Spanien hat plötzlich Victor Valdes wieder lieb.

Europa

Die gesamte Qualifikation im Überblick

Das Team der Stunde: Montenegro. Podgorica bleibt kein gutes Pflaster für England. So formstark sich die Three Lions auch präsentieren mögen, an Montenegro kommen sie nicht vorbei. Schon in der Qualifikation zur EM 2012 gelang England kein Sieg gegen den Balkanstaat. Beim 2:2 im Oktober 2011 sicherte sich England zwar den Gruppensieg, verlor aber Wayne Rooney, der die Rote Karte sah und bei der folgenden EM zunächst nur zuschauen konnte.

Jener Rooney schoss nun trotz zahlreicher Provokationen das 1:0, aber Dejan Damjanovic (76.) gelang noch der Ausgleich und sicherte Montenegro den Punkt, der genügte, um an der Spitze zu bleiben. Wichtig war auch der Sieg zuvor in Mazedonien. Die Mannschaft von Trainer Branko Brnovic hat die EM 2012 noch knapp verpasst, die WM ist nach vier Siegen in sechs Spielen und nur drei Gegentoren mehr als realistisch.

Dass viele Experten Montenegro als Geheimfavoriten in der schweren Gruppe gesehen haben, bestätigt sich nun. Es ist nicht nur die große Portion Herzblut, die die Mannschaft jedes Mal an den Tag legt, es ist auch das immense Potenzial: Mirko Vucinic und Stevan Jovetic haben internationale Klasse, Abwehrchef Stefan Savic, letzte Saison noch bei Manchester City, ebenso. Lilles Marko Basa ist ein wichtiger Faktor. Der Mainzer Milorad Pekovic, der gegen England gesperrt war, und Damjanovic bringen viel Erfahrung mit. Wichtig werden die kommenden Spiele gegen die Ukraine und in Polen. Sollte Montenegro bestehen, ist die direkte Qualifikation zum Greifen nahe.

Der Spieler der Stunde: Victor Valdes. Viele positive Schlagzeilen machte der Schlussmann des FC Barcelona zuletzt nicht. Leichte Formschwankungen, Platzverweis im Clasico, folglich eine lange Sperre und zu allem Überfluss die aktuelle Vertragssituation: Valdes lehnt derzeit eine Vertragsverlängerung mit Barcelona ab und kokettiert für Sommer 2014 mit einem Wechsel. Das heimst ihm freilich nicht nur Sympathien ein.

Vicente Del Bosque überlegte dennoch nicht lange, wen er als Vertreter für den immer noch verletzten Iker Casillas in der WM-Qualifikation spielen lässt. Die heimische Presse favorisierte Manchester Uniteds David de Gea, wobei Del Bosque der Erfahrung Valdes' vertraut. Beim für Spanien wichtigsten Länderspiel des Jahres lieferte Valdes den Beweis, wieso es die richtige Entscheidung war.

In Paris vereitelte Valdes mehrere Angriffe Frankreichs. Bärenstark gegen Franck Ribery, überragende Reflexe gegen Blaise Matuidi und vor allem gegen Patrice Evra. Nicht umsonst lief nach Schlusspfiff der eine oder andere Spanier zu Valdes, um sich zu bedanken. Die größte Anerkennung widmete ihm aber die madridfreundliche "Marca" und titelte in Anlehnung an Iker Casillas: "San Victor Valdes".

Der Bundesliga-Legionär der Stunde: David Alaba. Es war mitnichten eine Beschwerde, aber doch ein Wink. Kurz bevor die Länderspiel-Reise begann, sprach der Youngster im österreichischen Fernsehen davon, dass er eigentlich lieber im Zentrum spielt und er froh sei, dass ihm Marcel Koller diese Chance im ÖFB-Team gibt. Als wollte er den Beweis antreten, war Alaba in den Spielen gegen die Färöer und in Irland deutlich präsenter als zuletzt beim FC Bayern, wo er als Linksverteidiger derzeit ein bisschen durchhängt.

Das Tor gegen den Fußball-Zwerg darf als Pflichtaufgabe verbucht werden, der Last-Minute-Ausgleich in Dublin dagegen als Duftmarke, zumal Österreich dadurch die Chance auf Platz zwei mindestens gewahrt hat. Nach der frühen Verletzung von Zlatko Junuzovic hatte das Koller-Team zwar Probleme, Struktur ins Spiel zu bekommen und Alaba nicht den erhofften Zug bei den Offensivaktionen, aber er war jederzeit präsent und letztlich Matchwinner. Ob sein Wunsch, auch beim Klub zentral zu spielen dadurch erfüllt wird, darf aber bezweifelt werden.

Südamerika: Der Erfolgsgarant und Farfans Durchbruch

Nord- und Mittelamerika: Klinsmanns 24-Stunden-Nürnberger

Asien: Server Djeparovs spätes Glück

Ozeanien: Neuseeland löst das Ticket

Afrika: Eto'os glorreiches Comeback

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