Fussball

Platini bestreitet familiäre Verbindungen zu Katar

SID
Die WM 2022 in Katar bringt ihn oft in die Kritik: Michel Platini
© getty

UEFA-Präsident Michel Platini hat energisch familiäre Verbindungen zu den Geldgebern des französischen Fußball-Tabellenführers Paris St. Germain aus Katar bestritten.

Zuletzt hatte es mehrere Medienberichte gegeben, wonach Platini-Sohn Laurent für die Katar-Scheichs von PSG tätig sei.

"Das stimmt so nicht! Laurent arbeitet lediglich für eine Sportartikelfirma aus Katar. Er hat absolut nichts mit dem Klub oder dem Fußball zu tun. Er ist ein exzellenter Jurist und leidet unter den Verdächtigungen. Er würde gerne im Fußball tätig sein, doch das geht wegen meines Amtes nicht. Ich scherze: An dem Tag, an dem ich meine Stimme verkaufen würde, würde es sehr, sehr teuer werden...", sagte der Chef der Europäischen Fußball-Union (UEFA) im Interview mit der "Bild".

"Länder hatten bisher keine WM"

Der 57-Jährige begründete nochmals, warum er am 2. Dezember 2010 in Zürich im Exekutivkomitee des Weltverbandes FIFA für Katar als WM-Ausrichter der Endrunde 2022 gestimmt habe. "Ich habe die Entscheidung aus persönlichen Gründen so getroffen, genauso wie ich für Russland 2018 gestimmt habe", sagte Platini, "ich war der Einzige, der vorher offen erklärt hat, wem er seine Stimme gibt. Beide Länder hatten noch nie eine WM." Er sei unter zwei Bedingungen für Katar: "Wegen der Hitze muss die WM im Winter ausgetragen werden. Bei über 40 Grad lässt sich kaum Fußball spielen und für die Fans wäre es auch schwer erträglich. Und: Die Nachbar-Emirate müssen mit einbezogen werden, sodass die WM in der ganzen Region stattfindet."

Platini wurde auch nach einem Treffen mit dem damaligen französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy und den Katerern im November 2010, einen Monat vor der Abstimmung im FIFA-Exko, befragt, ob er damals überzeugt worden sei, für Katar zu stimmen. "Nein, so war das ganz und gar nicht! Ich hatte eine Einladung von Sarkozy zu einem Mittagessen. Ich ging von einem Vier-Augen-Gespräch aus. Dort saß zu meiner Überraschung der Premierminister von Katar. Gut, ich habe verstanden, ich bin ja nicht blöd... Aber, um es klar zu sagen: Nicolas Sarkozy hat mich zu keinem Zeitpunkt gebeten, für Katar zu stimmen. Vielleicht hat er es sich gewünscht. Mehr nicht. Es wurde nie Druck auf mich ausgeübt", betonte Platini.

FIFA-Präsident Platini?

Eine Kandidatur für die FIFA-Präsidentschaft 2015 schloss Frankreichs einstiger Weltstar nicht aus: "Darüber muss ich erst einmal nachdenken. Es hängt davon ab, ob ich die Lust dazu habe. Es bleiben mir ja noch ein paar Monate bis zu einer Entscheidung." In zwei Jahren läuft die Amtszeit von FIFA-Chef Joseph S. Blatter (76) aus. Der Walliser scheint nicht abgeneigt, für eine fünfte Amtszeit zu kandidieren.

Michel Platini im Steckbrief

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