ManCity-Nachwuchsboss Mark Allen im Interview

"Wir können von Deutschland lernen"

Von Interview: Haruka Gruber
Donnerstag, 18.08.2011 | 00:28 Uhr
Das Ziel der Akadamie-Absolventen der Citizens: Das City of Manchester Stadium:
© Imago
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Die Gegenwart wird von Blockbuster-Deals bestimmt, in naher Zukunft soll Manchester City aber zum Jugend-Vorzeigeklub werden - und das mit deutschem Know-how. Mark Allen, Direktor der City-Akademie und damit verantwortlich für die Nachwuchsarbeit des Vereins, spricht über Vorwürfe aus der Bundesliga, den strukturellen Vorteil des FC Barcelona und den Werdegang zweier deutscher Talente in Manchester.

SPOX: Die Bundesliga feiert den Erfolg ihrer Nachwuchsleistungszentren und alle Verantwortlichen betonen, dass es für ein deutsches Talent keinen Grund gibt, in die Premier League zu wechseln. Was sagt Manchester Citys Akademiedirektor?

Mark Allen: Jeder Experte in England wird zugeben, dass es in Deutschland sehr gut läuft. Das steht außer Frage. Aber: Die Stars und die besten Talente wollen immer in die beste Liga, und die heißt nun mal England. Man muss sich nur das Abschneiden in der Champions League in den letzen Jahren ansehen. Alleine der direkte Vergleich zwischen Manchester United und Schalke sollte Beweis genug sein, wie die Kräfteverhältnisse sind. Das wissen auch die Spieler.

SPOX: Liegt es nicht eher am Geld, wenn ein deutscher Nachwuchsspieler nach England wechselt?

Allen: Ich antworte mit einer Gegenfrage: Glauben die deutschen Klubs wirklich, dass es reicht, nur mit den Scheinen zu wedeln? Dass die Mutter ihr Kind einfach mal so in ein fremdes Land schickt? Die Unterstellung, dass Geld alles regelt, ist schlichtweg falsch. Auf uns bezogen: Wir müssen die Eltern und die Jugendlichen mit einer Philosophie überzeugen und ihnen erklären, warum unsere Akademie die richtige ist und wie der zukünftige Weg aussehen kann. Sonst würde niemand bei City unterschreiben.

SPOX: Dennoch werden die Bundesliga-Vereine nicht müde zu betonen, wie unredlich sich die englische Konkurrenz verhält und dass sie sich wie ein Geier auf jedes deutsche Talent stürzt.

Allen: Ich kenne die Äußerungen der Bundesliga-Vereine nicht. Ich kann nur sagen, dass wir - bildlich formuliert - immer durch die Vordertür gehen. Wir wissen, dass es schlecht rüberkommt, wenn man es durch die Hintertür versucht. Ganz im Gegenteil: Wir sind jedem Gespräch aufgeschlossen und sind daran interessiert, mit einem deutschen Verein einen institutionellen Austausch zu etablieren.

SPOX: Sie sind an einer Kooperation interessiert?

Allen: Absolut!

SPOX: Mit welchen Klubs wäre es denkbar?

Allen: Wir stehen in Gesprächen, daher möchte ich die Namen nicht nennen. Aber Fakt ist: Wir können von Deutschland lernen.

SPOX: Was?

Allen: Deutschland hat vor einigen Jahren tief eingeatmet und in Ruhe das gesamte System hinterfragt. Jetzt ist Deutschland dort, wo England hin will. Bei uns entsteht erst seit der enttäuschenden WM 2010 eine richtige Diskussionskultur. Vieles ist noch schwammig und es ist keine Linie zu erkennen. In Deutschland hingegen wurden alte Denkmuster aufgebrochen. Früher kamen deutsche Spieler über ihre Physis, doch mittlerweile sind viele klein, wendig und technisch gut, fast auf dem Niveau der Spanier.

SPOX: Was wünschen Sie sich?

Allen: Es sind viele Punkte, die in England abzuarbeiten sind. Angefangen mit der Restriktion, dass man Spieler zwischen 13 und 16 Jahren nur unter Vertrag nehmen kann, wenn diese innerhalb eines 90 Minuten Autofahr-Radius' von der Akademie leben. Ab 16 fällt die Beschränkung zwar weg, dann jedoch beginnt ein Wettbieten, weil es anders als in Deutschland keine klaren Regeln gibt, wie der abgebende Verein entschädigt wird. Deswegen brauchen wir eine grundsätzliche Neuordnung. Irgendwann wäre es ideal, wenn die größten Talente tatsächlich bei den Akademien landen, die die beste Infrastruktur, die höchsten Coaching-Standards und eine Vision bieten.

SPOX: Und der Scheichklub Manchester City wird zu diesen Akademien zählen?

Allen: Ich kenne die Vorbehalte gegen City, doch am Ende sind die Zweifel egal, solange wir an unsere Philosophie glauben. Es lässt sich nicht wegdiskutieren, dass bei uns die Nachwuchsförderung schon immer eine wichtige Rolle eingenommen hat. Shaun Wright-Phillips, Micah Richards oder Nedum Onouha sind ein Beweis dessen.

SPOX: Für die meisten Klubs ist der FC Barcelona das Vorbild? Für Sie auch?

Allen: Wir haben uns als Ziel gesetzt, zur absoluten Nummer eins zu werden. Daher muss man sich genau anschauen, was Barcelona erreicht hat. Wir wollen in Zukunft ebenfalls, dass ein Großteil der Mannschaft aus selbst ausgebildeten Spielern besteht. Ich bin jedoch dagegen, alles zu verklären. Ich meine das nicht kritisch, aber man darf auch festhalten, dass Barcelona gegenüber anderen Klubs mit ähnlichen Ambitionen einen großen Vorteil besitzt: Es hat regional fast keine Wettbewerber und kann aus einem riesigen Pool auswählen. Wir hingegen müssen uns gegen Manchester United, Liverpool, Everton, Blackburn und Wigan durchsetzen.

Teil II: Allen über die City-Vision und eine ominöse Tafel

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