Chiellini vs. Cavani: Die Frisur hält!

SID
Montag, 04.03.2013 | 11:04 Uhr
Echte Männerliebe: Juves Giorgio Chiellini mag Napolis Edinson Cavani gar nicht wieder loslassen
© imago
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In Italien teilten Napoli und Juventus die Punkte. Dazu gab's ein paar gemeine Handgreiflichkeiten. England spottet über Arsenals Kinderriegel. In Spanien war - gähn - Clasico. Der brachte immerhin die Erkenntnis, dass Barca entsetzlich miesen Fußball spielt. Dies und mehr von unseren Korrespondenten in Europa.

Serie A

Von Oliver Birkner

Spiel des Spieltags: Irgendwo gibt es ja immer ein paar durchgeknallte Wett-Hasardeure, die am Sonntag allerdings gut Kohle verdienten. Denn wer zum Pausentee noch auf einen Inter-Sieg in Catania setzte, dem hätte man eigentlich zu einem dringenden Arztbesuch geraten. Nicht bloß, weil die Mailänder 0:2 hinten lagen, sondern weil sie herumirrten, als stünde jeder unter einem illegalen Betäubungsmittel.

Dann kam Rodrigo Palacio, und hier muss eine kleine Parenthese erlaubt sein: Der argentinische Außenstürmer mit dem diskussionswürdigen Spaghetti-Zöpfchen gehört seit Jahren zum kleinen Kreis jener phantastischen Kicker, die kaum ihre verdiente Anerkennung erfahren. In jedem Fall kam Palacio, servierte einen Assist, traf selbst zwei Mal - fertig war der Inter-Erfolg und die Champagner-Sause besagter Wett-Wahnsinniger.

Auswärts hatte Inter zuletzt übrigens ein 0:2 vor 45 Jahren bei Torino gedreht. Salbei auf die Wunden, fuhren die Nerazzurri doch mit der Cassano-Eskapade im Gepäck nach Sizilien. Der Harlekin war ja beinahe gespenstisch lange harmonisch geblieben, doch beim Freitagstraining konnte er nicht mehr stillhalten. "Hier kommen keine drei Pässe hintereinander an", maulte Cassano und neckte Coach Andrea Stramaccioni, vor Monaten mal zum jungen Mourinho in StraMouccioni getauft, am Ende des Trainingskicks: "Oh, Herr Mourinho, hat zum Duschen geordert!"

Auf dem Weg zur Kabine steigerten sich beide in heftige Beleidigungen und wollten sich dann an die Gurgel, was Dejan Stankovic und Ivan Cordoba gerade noch verhinderten. Cassano wurde für das Duell in Catania suspendiert, steht seit Montag jedoch wieder im Kader - eher aus Personalnot, denn vor dem Duell bei Tottenham sind verfügbare Inter-Stürmer eine rare Spezies. Ab Sommer darf Cassano sein Unwesen dann wohl in einem anderen Team treiben - vielleicht in einem, wo drei Pässe hintereinander ankommen.

Mann des Spieltags: Den Preis zur Förderung des Fair-Play erhielt am Sonntagabend Referee Andrea Gervasoni während der Partie AS Rom gegen Genoa. Gäste-Coach Davide Ballardini rief seinen Spielern vom Rand lautstark zu, den Ball ins Aus zu schießen, weil ein Roma-Profi am Boden lag. Der Schiedsrichter schickte den Trainer daraufhin auf die Tribüne wegen Reklamierens außerhalb der Coaching-Zone, dem fraglos höchsten Gut des modernen Fußballs.

Es ist ja ohnehin unbegreiflich, wie der Spielbetrieb jahrzehntelang am Leben erhalten werden konnte, als Trainer in einem düsteren Szenario der Anarchie weiter als einen Meter von der Bank entfernt unkontrolliert herumspazieren durften. Und überhaupt, wo kommen wir da hin, wenn Trainer jetzt schon ihre Spieler dazu animieren möchten, den Ball ins Aus zu schießen - außerhalb der Coaching-Zone!

Und sonst? Complimenti an Roma-Capitano Francesco Totti, der Ligator Nummer 225 erzielte und nun auf Rang zwei der besten Serie-A-Schützen aller Zeiten steht (gleichauf mit Milans Gunnar Nordahl). "Erst wenn ich Piola überrunde, höre ich auf", sagte der 36-Jährige. Spitzenreiter Silvio Piola rangiert bei 274, demnach dürfte die Roma noch einige Jährchen Freude an Totti haben. Ganz neu war die Erkenntnis, dass Giorgio Chiellini nebenbei im Schwarzkopf-Haarstudio aushilft.

Während des 90-minütigen Ringkampfes mit Napolis Edinson Cavani bekam der Juve-Verteidiger dessen Ellbogen zu schmecken und revanchierte sich artig mit einem Ziehen der glänzend langen Locken bis zur Grasnarbe.

Neapel. Chiellini brennt. Perfekter Schutz - Drei Wetter Taft. "Giorgio wollte nur testen, ob Cavanis Haare natürlich oder durch Gel so brillieren", enthüllte indes Juve-Coach Antonio Conte. Er selbst wird im Trainingskick nun wohl nicht mehr gegen Chiellini spielen, denn Conte hat sich die neue Kopfpracht ja erst vor einigen Jahren für 10.000 Euro anschweißen lassen.

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