Der beste linke Fuß der Liga

Juan Arango: Zauberhafter Ritter

Von Stefan Rommel
Donnerstag, 21.02.2013 | 14:03 Uhr
Szene aus dem Hinspiel: Juan Arango (l.) bejubelt seinen Treffer zum 3:2 gegen Lazio Rom
© Getty
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Juan Arango ist der wichtigste Spieler im System von Gladbachs Coach Lucien Favre. Der akribische Schweizer gesteht seinem Gestalter dabei mehr Fehler zu als dem Rest seiner Belegschaft - im Wissen, dass Arangos Genius allein ganze Spiele entscheiden kann. Im Europa-League-Rückspiel bei Lazio Rom sind die Fähigkeiten des Venezolaners wieder gefragt (ab 18.45 Uhr im LIVE-TICKER).

Die Ausbilder in den heiligen Hallen deutscher Nachwuchsleistungszentren würden sich wohl mit Grausen wegdrehen, wenn sie Juan Fernando Arango Saenz zu betreuen hätten.

Dann würde ihnen ein lethargisch wirkender Jüngling auffallen, der einem allgemein gültigen Anforderungsparameter nicht entspräche. Die deutsche Fußballsprache hat sich irgendwann dazu entschlossen, den Begriff der Beidfüßigkeit zuzulassen. Ein ziemliches Ungetüm von einem Wort, sperrig und hölzern zugleich.

2012 war sein Jahr

Die Spielweise von Juan Arango ist so ziemlich das Gegenteil davon. Im Torabschluss gab es in der Hinrunde der Bundesliga kaum einen spektakuläreren Spieler. Das Einfache liegt ihm offenbar nicht so, sagt Arango. Das Schwere dagegen schon. Selbst im Training.

2012 war sein Jahr. Mit Borussia Mönchengladbach zog er nach einer fantastischen Saison beinahe in die Champions League ein, jetzt spielt er zum ersten Mal in seiner Karriere immerhin in der etwas kleineren Ausgabe, der Europa League, mit. Am Donnerstag im Rückspiel des Sechzehntelfinales bei Lazio Rom (ab 18.45 Uhr im LIVE-TICKER).

In Mönchengladbach, wo er seine vierte Saison absolviert, wurde er zu einer Säule des Aufschwungs und nach den Abgängen wichtiger Spieler wie Dante, Roman Neustädter und Marco Reus ist sein Wirken für die Mannschaft noch elementarer. Dazu wurde er in seiner Heimat Venezuela zum besten Spieler aller Zeiten gewählt.

"Mit dem rechten Fuß geht nichts"

Seit 15 Jahren verdient Arango mit dem Fußball seinen Lebensunterhalt. Er gehört noch einer etwas anderen Generation von Fußballern an. Heute würde er mit seinen nicht zu übersehenden Schwächen womöglich durchs Raster fallen. Auf dem Platz macht der 32-Jährige nahezu alles mit dem linken Fuß. "Ich schreibe mit rechts. Das ist meine Balance", sagt er ein wenig schnippisch.

"Mit dem rechten Fuß geht dafür nichts, absolut nichts. Den brauche er nur zum Einsteigen ins Auto, zum Gasgeben und zum Bremsen... oder doch mehr zum Gasgeben", sagte er jüngst in einem Interview. In seinen ersten Monaten in Deutschland sammelte er so mehr Knöllchen als Scorerpunkte.

Und überhaupt die erste Zeit in einem fremden Land mit einer anderen Kultur: "Als Latino hat man es nicht ganz so mit der Pünktlichkeit. Das lernt man wirklich erst mit der Zeit, das ist auch jetzt noch schwierig für mich", sagt er.

Deshalb notierte er seine Termine für sich immer eine halbe Stunde früher als veranschlagt, Zeit zum Trödeln muss einfach sein. "Und trotzdem komme ich sogar nach drei Jahren manchmal noch zu spät. Ich habe viele Geldstrafen bekommen..."

Favre goutiert das Risiko

Eigentlich ist es ein kleines Wunder, dass Arango - schwach mit dem rechten Fuß, nicht der Allerschnellste - bei einem perfektionistisch veranlagten Trainer wie Lucien Favre eine derart wichtige Rolle einnehmen kann.

Aber der Schweizer hat von der ersten Minute an gewusst, wie er Arangos Stärken für seine Spielidee nutzen kann. Und vor allen Dingen etwas geschafft, was nicht jeder Trainer im Profibereich von sich behaupten kann: Er hat Arango wenigstens eine Klasse besser gemacht.

Favre übersieht die Unzulänglichkeiten, einige davon will er gemeinhin sogar in der Form auch weiter goutieren. Die Sache mit den direkten Pässen zum Beispiel. Elementar für das erwünschte schnelle Umschalten in der Offensive. Es gibt kaum einen Spieler in der Bundesliga, der auch unter Druck und in der falschen Stellung zum Ball noch versucht, das Spielgerät mit einem Kontakt und nach vorne weiterzuleiten.

Das geht selbstverständlich weitaus öfter schief, als dass die Aktion wohl temperiert einen Abnehmer findet. Es gehört aber zum System Arango schlicht und ergreifend dazu. Würde er eine noch bessere Passquote erzielen, bei gleichbleibender Qualität seiner tödlichen Zuspiele in die Spitze - er würde bei allem Respekt vor Borussia Mönchengladbach wohl bei einem größeren Klub spielen.

223 Fehlpässe in der Hinrunde

Der Fehlerhasser Favre sieht deshalb über die 223 Fehlpässe seines Gestalters in der Hinrunde hinweg. Eine exorbitante Zahl, die rund 13 Fehlpässen pro Partie entspricht.

Und trotzdem spielt Arango immer und auch fast immer durch. Von den 1980 Spielminuten in der Bundesliga hat er fünf verpasst, weil er zweimal kurz vor dem Ende ausgewechselt wurde. Eine Borussia ohne Arango ist schlicht undenkbar.

Sein Aufstieg ist eng verknüpft mit Lucien Favre. "Seit er kam, passen die Dinge wunderbar. Er hat mir Vertrauen gegeben, und ich habe das genutzt", sagt Arango.

Also hat er in Deutschland doch noch die Kurve gekriegt. Den großen Erwartungen nach seinem Wechsel vom RCD Mallorca an den Niederrhein konnte er zu Beginn nicht gerecht werden. Da schimmerte zu oft seine in der Tat etwas gleichgültig anmutende Art durch. Den "Ritter von der traurigen Gestalt", hat ihn die "Süddeutsche Zeitung" einmal genannt.

Schwere Verletzung überstanden

Innerhalb der Mannschaft erfreut er sich des Spitznamens "Chiller". Ganz und gar nicht entspannt, sondern sehr bedrohlich war dagegen ein Unglück aus dem Jahr 2005. In einer Partie gegen den FC Sevilla bekam Arango von seinem Gegenspieler Javi Navarro einen brutalen Ellenbogencheck mit. Er könne sich auch heute nicht an die Szene erinnern.

Mit dem Rettungshubschrauber ging es damals ins Krankenhaus, wo ein schweres Hirntrauma diagnostiziert wurde. Mit etwas Pech hätte es das Ende der Karriere bedeuten können. Arango aber stand sechs Wochen danach wieder auf dem Platz - und erzielte gleich ein Tor.

Trotzdem wollte er weg von der Ferieninsel. Ricardo Moar, als Manager unter anderem bei Deportivo La Coruna ein exzellenter Kenner des spanischen Fußballs, erklärte vor drei Jahren bereits im SPOX-Gespräch Arangos Wunsch nach einer Veränderung.

"Er kam sich verarscht vor in Mallorca. Der Verein hat ihm über Jahre viel versprochen und nichts gehalten. Sie haben ihm gesagt, dass er mehr Geld bekommt. Ein neuer Präsident kam und tat so, als wüsste er davon nichts. Beim nächsten Mal haben sie ihm gesagt, dass die Mannschaft verstärkt wird. Es ist nichts passiert. Im Gegenteil: Mallorca hat Spieler abgegeben, weil man Geld brauchte. Irgendwann hatte Arango die Schnauze voll - zurecht."

Fasziniert vom linken Fuß

Gegen eine Handvoll spanischer Klubs und Celtic Glasgow setzte sich die Borussia damals durch und holte Arango nach Deutschland. Dass er bis heute nur wenig Deutsch sprechen mag, liegt allerdings nicht daran, dass er die Sprache nicht lernen wollte. Arango ist von Haus aus "mundfaul", wie er sagt. Sein Vater habe einst den Spruch geprägt, dass man seinem Juan "die Wörter mit der Zange aus dem Mund ziehen" müsse.

Dafür sprühen Pässe, Flanken und Torschüsse nur so aus seinem linken Fuß. Mehr Genie als in besagtem Fuß habe Rainer Bonhof bei der Borussia noch nie gesehen. Und Bonhof, mit kleinen Unterbrechungen seit 40 Jahren im Klub, hat schon einiges gesehen bei der Borussia.

"So viel Gefühl im Fuß wie andere in der Hand", bescheinigt ihm Trainer Favre. Und sein Mitspieler Oscar Wendt bemüht den Vergleich mit dem womöglich Größten aller Zeiten.

"Sein linker Fuß gehört zu den Top zwei in der Welt. Mindestens", sagt der Schwede, der momentan direkt hinter Arango platziert auf der linken Seite seinen Dienst verrichtet. " Er hat einen besseren linken Fuß als Messi."

Mag sein, dass Juan Arango nicht so schnell, nicht so wendig, nicht so trickreich und nicht so torgefährlich ist wie Lionel Messi. Aber sein linker Fuß und da sind sich alle Beobachter einig: ist Weltklasse.

Juan Arango im Steckbrief

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