Die verrückte Diva

Von Thomas Gaber
Montag, 06.07.2009 | 19:57 Uhr
Juan Arango (M.) will mit Venezuela zur WM 2010 nach Südafrika
© Imago
Advertisement
NFL
Sa21.01.
US-Kommentar gesucht? DAZN lässt dir die Wahl!
Indian Super League
Mumbai City -
Bengaluru
Copa del Rey
Leganes -
Real Madrid
Primeira Liga
Setubal -
Sporting
Ligue 1
Caen -
Marseille
Championship
Derby County -
Bristol City
Primera División
Getafe -
Bilbao
Primeira Liga
FC Porto -
Tondela
Primera División
Espanyol -
FC Sevilla
Premier League
Brighton -
Chelsea
Championship
Aston Villa -
Barnsley
Primera División
Atletico Madrid -
Girona
Ligue 1
Nantes -
Bordeaux
Premier League
Man City -
Newcastle
Primera División
Villarreal -
Levante
Championship
Sheffield Wed -
Cardiff
Ligue 1
Amiens -
Guingamp
Ligue 1
Montpellier -
Toulouse
Ligue 1
Rennes -
Angers
Ligue 1
Straßburg -
Dijon
Ligue 1
Troyes -
Lille
Premier League
Arsenal -
Crystal Palace (DELAYED)
Primera División
Las Palmas -
Valencia
Premier League
West Ham -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Burnley -
Man United (DELAYED)
Premier League
Stoke -
Huddersfield (DELAYED)
Premier League
Leicester -
Watford (DELAYED)
Premier League
Everton -
West Bromwich (DELAYED)
A-League
Melbourne City -
Adelaide Utd
Primera División
Alaves -
Leganes
Serie A
Atalanta -
Neapel
Eredivisie
Ajax -
Feyenoord
Ligue 1
Nizza -
St. Etienne
Serie A
Bologna -
Benevento
Serie A
Lazio -
Chievo Verona
Serie A
Hellas Verona -
Crotone
Serie A
Sampdoria -
Florenz
Serie A
Udinese -
SPAL
Serie A
Sassuolo -
FC Turin
Primera División
Real Madrid -
La Coruna
Eredivisie
Heracles -
PSV
Ligue 1
Monaco -
Metz
Premier League
Southampton -
Tottenham
First Division A
Genk -
Anderlecht
Serie A
Cagliari -
AC Mailand
Primera División
Real Sociedad -
Celta Vigo
Primera División
Real Betis -
FC Barcelona
Serie A
Inter Mailand -
AS Rom
Ligue 1
Lyon -
PSG
Serie A
Juventus -
CFC Genua
Premier League
Swansea -
Liverpool
Primera División
Eibar -
Malaga
Coupe de France
Nantes -
Auxerre
League Cup
Bristol City -
Man City
Premiership
Partick Thistle -
Celtic
Coupe de France
Epinal -
Marseille
Copa del Rey
FC Sevilla -
Atletico Madrid
Coupe de France
PSG -
Guingamp
Serie A
Lazio -
Udinese
Copa del Rey
Alaves -
Valencia
Serie A
Sampdoria -
AS Rom
League Cup
Arsenal -
Chelsea
Coupe de France
Monaco -
Lyon
Copa del Rey
Real Madrid -
Leganes
Indian Super League
Kalkutta -
Chennai
First Division A
Brügge – Oostende
Coupe de France
Straßburg -
Lille
Copa del Rey
FC Barcelona -
Espanyol
A-League
Melbourne Victory -
FC Sydney
Ligue 1
Dijon -
Rennes
Primera División
Bilbao -
Eibar
Primera División
La Coruna -
Levante
Championship
Bristol City -
QPR
Primera División
Valencia -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Montpellier
Serie A
Sassuolo -
Atalanta
Primera División
Malaga -
Girona
Ligue 1
Angers -
Amiens
Ligue 1
Guingamp -
Nantes
Ligue 1
Metz -
Nizza
Ligue 1
St. Etienne -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Troyes
Primera División
Villarreal -
Real Sociedad
Serie A
Chievo Verona -
Juventus
Primera División
Leganes -
Espanyol
Eredivisie
Utrecht -
Ajax
Eredivisie
Feyenoord -
Den Haag
Ligue 1
Lille -
Strassburg
Serie A
Turin – Benevento
Serie A
Neapel – Bologna
Serie A
Crotone -
Cagliari
Serie A
Florenz -
Hellas Verona
Serie A
CFC Genua -
Udinese
Premiership
Ross County -
Rangers
Primera División
Atletico Madrid -
Las Palmas
Ligue 1
Bordeaux – Lyon
First Division A
Lüttich – Anderlecht
Primera División
FC Sevilla -
Getafe
Primera División
FC Barcelona -
Alaves
Serie A
AS Rom -
Sampdoria
Ligue 1
Marseille -
Monaco
Primera División
Celta Vigo -
Real Betis
Primeira Liga
Belenenses -
Benfica
Premier League
Huddersfield -
Liverpool
Coupe de la Ligue
Rennes -
PSG
Premier League
West Ham -
Crystal Palace (Delayed)
Premier League
Swansea -
Arsenal (Delayed)
Coppa Italia
AC Mailand – Lazio
Premier League
Tottenham -
Man United
Premier League
Man City -
West Brom (Delayed)
Premier League
Everton -
Leicester (Delayed)
Premier League
Stoke -
Watford (Delayed)
Premier League
Southampton -
Brighton (Delayed)
Premier League
Chelsea -
Bournemouth (Delayed)
Premier League
Newcastle -
Burnley (Delayed)

Der Wechsel von Juan Arango von RCD Mallorca zu Borussia Mönchengladbach ist perfekt. Am Montag unterschrieb der 29-jährige Venezolaner einen Dreijahresvertrag und absolvierte sein erstes Training mit den neuen Kollegen. Wer ist dieser Mann, dessen Leben vor ein paar Jahren am seidenen Faden hing, und wie konnte Gladbach dieser Coup gelingen? SPOX fragte in Spanien nach.

Im Hause Arango hat normalerweise die Tochter das Sagen. "Sie ist ein Sonnenschein. Ich lese ihr jeden Wunsch von den Augen ab", beteuert Juan Arango, der neue Vier-Millionen-Mann von Borussia Mönchengladbach.

Als es darum ging, Arangos Wahlheimat Mallorca möglicherweise zu verlassen, hatte Töchterchen Jau-ryns plötzlich nichts mehr zu sagen.

"Sie war natürlich traurig, als ich ihr klargemacht habe, dass wir nach Deutschland gehen. Schließlich muss sie ihre ganzen Freundinnen zurücklassen. Aber sie wird sich schon anfreunden mit der neuen Umgebung", sagte Arango der venezolanischen Zeitung "El Universal". Arangos Frau Laurys sucht noch nach einer geeigneten Schule für den Stolz der Familie, Juan nach einem Haus.

"Erst wenn wir alle Dinge organisiert haben, kommen meine Tochter und mein kleiner Sohn nach Deutschland", sagte der offensive Mittelfeldspieler, der in Gladbach viel erreichen will: "Ich möchte die Fans mit der Art und Weise, wie ich spiele, verzaubern und ihnen viele Siege schenken. Ich möchte mich aber auch persönlich entwickeln. Deshalb habe ich den Schritt nach Deutschland gewagt."

Angebot von Celtic Glasgow

Fünf Jahre spielte der Kapitän der Nationalmannschaft Venezuelas für Mallorca, wurde Spielführer und erzielte in 183 Pflichtspielen 46 Tore. Sein Ansehen in der Primera Division war hoch und mit 29 ist er im besten Fußballeralter. Warum wechselt dieser Mann, der auch ein Angebot von Celtic Glasgow hatte, ausgerechnet nach Deutschland zu einem Verein, der in der letzten Saison fast aus der Bundesliga abestiegen wäre?

Ricardo Moar, Sportdirektor von Deportivo La Coruna, verrät im Gespräch mit SPOX: "Er kam sich verarscht vor in Mallorca. Der Verein hat ihm über Jahre viel versprochen und nichts gehalten. Sie haben ihm gesagt, dass er mehr Geld bekommt. Ein neuer Präsident kam und tat so, als wüsste er davon nichts. Beim nächsten Mal haben sie ihm gesagt, dass die Mannschaft verstärkt wird. Es ist nichts passiert. Im Gegenteil: Mallorca hat Spieler abgegeben, weil man Geld brauchte. Irgendwann hatte Arango die Schnauze voll - zurecht."

Moar bestätigt, dass auch viele spanische Vereine hinter Arango her waren. "Auch ich habe mit Mallorca verhandelt. Aber sie wollten immer zu viel Geld. Die drei, vier Millionen Euro, die Gladbach jetzt für ihn gezahlt hat, sind für 80 Prozent der spanischen Vereine nicht zu bezahlen", so der ehemalige Sportdirektor von Hannover 96.

Arango fühlt sich geehrt

Allerdings habe das Interesse an Arango in Spanien abgenommen, weil er, so Moar, "in ein Loch gefallen ist und sich nur langsam wieder nach oben gekämpft hat."

Arango fühlte sich vom Interesse der Borussia geehrt und von der Hartnäckigkeit, mit der der Verein die Verhandlungen mit Mallorca führte.

"Von der Borussia haben sich alle sehr um mich bemüht. Der Verein hat Tradition und tolle Strukturen. Gladbach ist top organisiert und international eine Marke. Max Eberl hat mir bei den Vertragsgesprächen klar gesagt, dass er eine neue Ära einleiten will. Ich will meinen Teil dazu beitragen und weiß, dass das nur über harte Arbeit und Fleiß geht", so Arango.

Moar: Arango ist launisch

Genau darin liegt laut Moar Arangos Problem: "Er hat große Qualitäten. Aber er ist eine launische Diva. Wenn er einen schlechten Tag hat, geht gar nichts. Man muss der Borussia zu diesem Transfer gratulieren, aber sie müssen ihn glücklich machen. Nicht nur durch das Gehalt. Wenn er sich nicht wohlfühlt, verliert er schnell die Lust."

Arango kann im linken oder zentralen offensiven Mittelfeld spielen, hat eine gute Technik und eine, so Moar, "überragende Übersicht".

Gladbachs Trainer Michael Frontzeck hat ihm eine Schlüsselrolle zugedacht: "Wir haben nach einem starken Linksfuß gesucht. Juan passt genau ins Konzept. Wir haben zwei Kreativspieler verloren und in Raul Bobadilla und Arango einen jungen und einen gestandenen Mann geholt. Juan war fünf Jahre Stammspieler in Spanien. Da dürfen wir auch ein bisschen stolz sein, so einen Spieler zu Borussia geholt zu haben."

Berühmt für verrückte Tore

Arango, der in Gladbach seine Lieblingsnummer 18 bekommen hat, soll die Abgänge von Marko Marin (zu Werder Bremen) und Alexander Baumjohann (zu Bayern München) kompensieren und für mehr Torgefahr aus dem Mittelfeld sorgen. Von den Mallorca-Fans wurde er für seine unkonventionellen Tore vergöttert.

"Er ist zwar nicht der schnellste, aber er kann scharfe Flanken schlagen und vor allem: Er schießt Tore aus den unmöglichsten Winkeln und Entfernungen. Da wirst du verrückt. Der hält von überall drauf", schwärmt Moar.

Die Herzen der Gladbacher Fans hat Arango gleich an seinem ersten Arbeitstag erobert. Mehr als 1.000 Fans bejubelten seinen Einstand. "Ich bin ein bisschen müde. Der Tag war anstrengend nach der langen Reise aus Venezuela. Aber die Leute hier sind fantastisch. Beim Training von Mallorca waren immer nur zehn Leute und die haben pausenlos gemeckert", sagt Arango.

Karriere hing am seidenen Faden

Der Star aus Venezuela will die letzten Jahre seiner Karriere einfach genießen.

Am 20. März 2005 hing seine Laufbahn und sogar sein Leben am seidenen Faden. Nach einem brutalen Ellbogencheck von Sevillas Javi Navarro war Arango bewusstlos zusammengebrochen und drohte zu ersticken. Er blutete aus Nase und Mund, die Atmung setzte aus, sein Körper zitterte vor Krämpfen.

Die erfolgreichen Erste-Hilfe-Maßnahmen der Ärzte retteten ihm das Leben. Arango kann sich an den Vorfall nicht mehr erinnern. Er ist einfach nur dankbar, dass er weiter Fußball spielen darf. "Das ist das einzige, was ich richtig gut kann", sagte er.

Die Gladbacher Fans können sich davon vielleicht schon am kommenden Donnerstag überzeugen, wenn Mönchengladbach ein Freundschaftsspiel in Wegberg absolviert. Frontzeck will ihn spielen lassen, zumindest für ein paar Minuten.

Juan Arango: seine Karriere im Steckbrief

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung