"Warum soll der Libero schlecht sein?"

Von Interview: Haruka Gruber
Mittwoch, 20.06.2012 | 14:20 Uhr
Italiens Schlüsselspieler Andrea Pirlo beim Freistoß gegen die Spanier. Das Spiel ging 1:1 aus
© Imago
Advertisement
League Cup
So25.02.
Bohnen-Alarm! Rocket Beans kommentieren das Finale
Six Nations
Sa24.02.
Insel-Gedränge! Schottland - England & Island - Wales
Ligue 1
Live
Dijon -
Caen
Ligue 1
Live
Guingamp -
Metz
Ligue 1
Live
Lille -
Angers
Ligue 1
Live
Nantes -
Amiens
Ligue 1
Live
Rennes -
Troyes
Premier League
Live
West Bromwich -
Huddersfield (DELAYED)
Primera División
Live
FC Barcelona -
Girona
Serie A
Live
Inter Mailand -
Benevento
Primeira Liga
Live
Pacos Ferreira -
Benfica
Premier League
Bournemouth -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Brighton -
Swansea (DELAYED)
Premier League
Burnley -
Southampton (DELAYED)
J2 League
Fukuoka -
Gifu
A-League
FC Sydney -
Sydney Wanderers
Primera División
Villarreal -
Getafe
Eredivisie
Ajax -
Den Haag
Serie A
Crotone -
SPAL
Premier League
Crystal Palace -
Tottenham
Eredivisie
Feyenoord -
PSV
Premiership
Aberdeen -
Celtic
Super Liga
Partizan -
Zemun
Ligue 1
Bordeaux -
Nizza
Serie A
Florenz -
Chievo Verona
Serie A
Sassuolo -
Lazio
Serie A
Hellas Verona -
FC Turin
Serie A
Sampdoria -
Udinese
Premier League
Man United -
Chelsea
Primera División
Bilbao -
Malaga
1. HNL
Rijeka -
Dinamo Zagreb
Ligue 1
Lyon -
St. Etienne
League Cup
Arsenal -
Man City
League Cup
Arsenal -
Man City (Rocket Beans)
First Division A
Lüttich -
Brügge
Serie A
Juventus -
Atalanta
Superliga
Kopenhagen -
Odense
Primera División
Valencia -
Real Sociedad
Primera División
FC Sevilla -
Atletico Madrid
Serie A
AS Rom -
AC Mailand
Ligue 1
PSG -
Marseille
Primeira Liga
Portimonense -
FC Porto
Superliga
Union SF -
Colon
Serie A
Cagliari -
Neapel
Primera División
Levante -
Real Betis
Cup
Akhisar -
Galatasaray
Cup
Akhisar -
Galatasaray (Türkischer Kommentar)
Primera División
Espanyol -
Real Madrid
Coupe de France
Les Herbiers -
Lens
Primera División
Girona -
Celta Vigo
Copa Libertadores
Montevideo -
Gremio
Super Liga
Radnicki Nis -
Partizan
Coppa Italia
Juventus -
Atalanta
Coupe de France
Chambly -
Straßburg
Primera División
Getafe -
La Coruna
Primera División
Bilbao -
Valencia
Primera División
Malaga -
FC Sevilla
Coppa Italia
Lazio -
AC Mailand
Coupe de France
PSG -
Marseille
Primera División
Atletico Madrid -
Leganes
Primera División
Eibar -
Villarreal
Indian Super League
Bengaluru -
Kerala
Cup
Besiktas -
Fenerbahce
Cup
Besiktas -
Fenerbahce (Türkischer Kommentar)
Primera División
Real Betis -
Real Sociedad
Superliga
Midtylland -
Bröndby
Premier League
Arsenal -
Man City
Primera División
Las Palmas -
FC Barcelona
Coupe de France
Caen -
Lyon
Primera División
Alaves -
Levante
A-League
Melbourne City -
Melbourne Victory
CSL
Guangzhou Evergrande -
Guangzhou R&F
Ligue 1
Nizza -
Lille
Ligue 1
Monaco -
Bordeaux
Championship
Dundee United -
St. Mirren
Championship
Middlesbrough -
Leeds
Primeira Liga
FC Porto -
Sporting
A-League
Newcastle -
FC Sydney
J1 League
Kobe -
Shimizu
Primera División
Villarreal -
Girona
Premier League
Burnley -
Everton
Serie A
SPAL -
Bologna
Championship
Nottingham -
Birmingham
Primera División
FC Sevilla -
Bilbao
Ligue 1
Troyes -
PSG
Serie A
Lazio -
Juventus
Eredivisie
PSV -
Utrecht
Premier League
Liverpool -
Newcastle
Primera División
Leganes -
Malaga
Primera División
La Coruna -
Eibar
Championship
Wolverhampton -
Reading
First Division A
FC Brügge -
Kortrijk
Ligue 1
Amiens -
Rennes
Ligue 1
Angers -
Guingamp
Ligue 1
Metz -
Toulouse
Ligue 1
St. Etienne -
Dijon
Premier League
Tottenham -
Huddersfield (DELAYED)
Primera División
Real Madrid -
Getafe
Serie A
Neapel -
AS Rom
Premier League
Leicester -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Stoke (Delayed)
Premier League
Watford -
West Bromwich (Delayed)
Premier League
Swansea -
West Ham (DELAYED)
Primera División
Levante -
Espanyol
Serie A
CFC Genua -
Cagliari
League One
Blackburn -
Wigan
Super Liga
Partizan Belgrad -
Rad
Premier League
Lok Moskau -
Spartak Moskau
Eredivisie
Vitesse -
Ajax
Premier League
Brighton -
Arsenal
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Slaven Belupo
Ligue 1
Caen -
Straßburg
Serie A
FC Turin -
Crotone
Serie A
Udinese -
Florenz
Serie A
Benevento -
Hellas Verona
Serie A
Atalanta -
Sampdoria
Serie A
Chievo Verona -
Sassuolo
Primera División
FC Barcelona -
Atletico Madrid
Ligue 1
Montpellier -
Lyon
Superliga
Brøndby -
Odense BK
Primera División
Real Sociedad -
Alaves
Primera División
Valencia -
Real Betis
Serie A
AC Mailand -
Inter Mailand
Ligue 1
Marseille -
Nantes
Premier League
Crystal Palace -
Man United
Primera División
Celta Vigo -
Las Palmas
Championship
Leeds -
Wolverhampton

Für den DFB scoutete er die Gruppe A und damit den deutschen Viertelfinal-Gegner: SPOX-Experte Frank Wormuth scoutete vor Ort Viertelfinal-Gegner Griechenland (Fr., 20.15 Uhr im LIVE-TICKER). Wormuth, Leiter der Fußball-Lehrer-Ausbildung und Coach der deutschen U-20-Nationalmannschaft, über die taktischen Trends bei der EM, die unsichtbaren EM-Helden, Italiens Clou und Mats Hummels als Stilikone.

SPOX: Herr Wormuth, welche Nationalmannschaft hat Ihnen in der Vorrunde taktisch besonders gefallen? Und welches Team hat Sie taktisch besonders enttäuscht?

Frank Wormuth: Als Fußballtrainer und Ausbilder betrachte ich die Spiele ein wenig anders als der normale Fan, daher hat mich vor allem die Leistung der Italiener gegen die Spanier begeistert. Der ständige Wechsel vom defensiven 5-3-2 zum offensiven 3-5-2 war äußerst interessant anzuschauen. Mit Andrea Pirlo verfügen die Italiener über den modernen Spielgestalter auf der Sechser-Position, der für die Defensiv- und für die einleitenden Offensivaktionen verantwortlich ist. Eine taktisch sehr interessante Verhaltensweise, mit denen die Spanier richtig Probleme hatten. Ein taktisch enttäuschendes Team zu benennen ist schwer, da ich natürlich nicht alle Spiele vor Ort sehen kann. Aber es gibt ein paar Mannschaften, die sich taktisch nicht weiterentwickelt haben, und mehr vom Einsatz als von taktischen Verhaltensweisen leben.

SPOX: Gehört Deutschlands Viertelfinal-Gegner Griechenland dazu?

Wormuth: Man muss immer vorsichtig sein mit Aussagen, die auf einer externen Sichtweise begründet sind, bezüglich Griechenland scheint es jedoch zu stimmen. Ihr portugiesischer Trainer Fernando Santos hat bei der Übernahme der Nationalmannschaft angekündigt, dass er den Kombinationsfußball mag. Ihm muss allerdings ganz schnell aufgefallen sein, dass er zur Otto-Rehhagel-Philosophie zurückkehren muss: Effektivität vor Attraktivität. In der Defensive wird als Team gearbeitet, während in der Offensive das Individuum als Philosophie bevorzugt wird. Es ist nicht der moderne Fußball - doch am Ende zogen sie und nicht Russland oder Polen ins Viertelfinale ein. Die Iren konnten ob ihrer Qualität und der Klasse der Gegner auch nicht anders agieren. Aus taktischer Sicht spielte Irland in der Defensive hervorragend, nur dass es in diesem Fall nicht ausreichte.

SPOX: Nach der Frage über die Mannschaften: Gab es einen einzelnen Spieler, der Sie beeindruckte?

Wormuth: Pirlo nannte ich bereits. Ein Sami Khedira schließt durch seine Laufarbeit so viele Räume, dass der Zuschauer ihn kaum in Aktion sieht, er dennoch ungemein wichtig ist für das Defensivverhalten der deutschen Mannschaft. Würde er nicht noch vorne auftauchen, könnte der Normalfan ihn gar nicht bewerten. Ähnlich bei Lukas Podolski, dem man gegen die Portugiesen ein schwaches Spiel attestiert hatte. Nur: Es wurde von niemandem richtig positiv beurteilt, was der Junge nach hinten gearbeitet hat. Was ich damit ausdrücken möchte: In der Regel werden nur sichtbare Aktionen bewertet, dabei sind die unsichtbaren meist die wichtigsten, die über den Erfolg einer Mannschaft entscheiden. Deshalb müsste ich viele Spieler nennen, die mich beeindruckten, wie zum Beispiel den Kroaten Ognjen Vukojevic, der Luka Modric den Rücken freihält, damit dieser effektiv für sein Team sein kann.

SPOX: Sie sprachen Podolski an. Thomas Müller, sein Gegenüber auf rechts, wird ähnlich kritisch beurteilt. Zu Recht? Oder ist es bei Müller ebenfalls eine Folge von Löws Maßgabe, dass die Flügelspieler mehr als früher defensiv absichern müssen?

Wormuth: Anders als Podolski, der in Köln nie auf den Flügeln spielt, muss sich Thomas Müller nicht umstellen, weil das Arbeiten nach hinten in der Bundesliga zum normalen Arbeitsweg eines Außenspielers gehört. Bei ihm sehe ich eher eine individuelle Hängepartie seit der WM 2010. Er kommt einfach nicht mehr an diese unbekümmerte Verhaltensweise heran. Früher stürmte er noch ohne zu Zögern auf die Gegner zu und spielte sie aus. Heute kommt es mir immer so vor, dass er zuerst denkt, bevor er aktiv wird.

SPOX: Müller steht sinnbildlich für den neuen DFB-Fußball: weniger Rausch, mehr Nüchternheit. Vermissen Sie die Leichtigkeit von der WM 2010?

Wormuth: Wir haben von der WM 2010 die Siege gegen Argentinien oder gegen England im Hinterkopf. Wir dürfen trotzdem nicht die anderen Spiele vergessen: Gegen Serbien verloren wir das zweite Vorrundenspiel, gegen Ghana wären wir fast aus dem Turnier ausgeschieden. Auf dem Top-Level-Niveau kann fast jeder jeden schlagen, daher sollte man verschiedene Verhaltensweisen beherrschen. Und das kann unser Team ganz gut. Zum EM-Auftakte zeigte es die erforderliche Cleverness gegen Portugal. Gegen die Niederländer sah es so aus, wie es sich die meisten wünschen - dennoch wird am Ende die clevere Mannschaft Europameister und nicht die, die im Hauruck-Stil alles überrennt. Selbst die Spanier machen das nicht, auch wenn sie unheimlich dominant auftreten.

SPOX: Im Experten-Interview vor der EM sagten Sie, dass das Löw-Ideal so aussehen könnte: Defensiv wird in den ersten vier bis sechs Sekunden nach Ballverlust "spanisch" nach dem Ball gejagt, dann zieht man sich "augsburgisch" zurück. Offensiv wird nach Ballgewinn "dortmundisch" der direkte Weg nach vorne gesucht, dann "bayrisch" der Ball in den eigenen Reihen gehalten. Wie nah ist das DFB-Team dem Optimum?

Wormuth: Gegen Portugal waren defensiv die Augsburger gut zu sehen, dafür wurde offensiv zu wenig in steilgehende Läufe investiert. Das war angesichts des starken Kontrahenten und den neuen klimatischen Verhältnissen nicht anders zu erwarten. Gegen die Niederländer gab es die ersten Ansätze der Dortmunder mit dem schnellen Umschalten. Genauso wurde die punktuell eingesetzte spanische Balleroberungsmaschine sichtbar. Dass die Mannschaft die bayrisch geduldige Spielweise beherrscht, war in allen Spielen zu beobachten. So gesehen sind sie dem Ideal punktuell und entsprechend der Anforderung gegenüber dem Gegner ab und zu sehr nahe gewesen. Und das ist die große Kunst: Zu wissen, wann was einzusetzen ist.

SPOX: Zu einem Prunkstück der Deutschen hat sich die Innenverteidigung entwickelt. Bestechend vor allem die spielerischen Qualitäten von Mats Hummels und Holger Badstuber. Italien als extremes Gegenspiel bot mit Giorgio Chiellini und Leonardo Bonucci zwei Seitenmänner für Libero Daniele De Rossi auf, die wie klassische Vorstopper aus dunklen DFB-Tagen agieren. Was sagt es aus?

Wormuth: Im Grunde nur die Präferenz der jeweiligen Trainer. Cesare Prandelli wollte um den gelernten Mittelfeldspieler De Rossi herum typische Abräumer, um erfolgreich gegen die spanischen Weltklassestürmer zu sein. Der Bundestrainer wägt genau dasselbe ab: Braucht er auf der Innenverteidiger-Position einen guten Spielaufbau oder ein starkes Zweikampfverhalten? Stuttgarts Serdar Tasci ist hierfür ein gutes Beispiel: Überragend im Spielaufbau, Probleme im defensiven Zweikampfverhalten. Für die Bundesliga ist es gut genug, aber Jogi Löw will beides, daher spielen eben Hummels und Badstuber - auch wenn Letztgenannter nicht immer optimal gegen den Ball spielt.

SPOX: Badstuber hat Defizite im Spiel gegen den Ball?

Wormuth: Ich erzähle hier sicherlich nichts Neues und Holger Badstuber kennt selbst seine Entwicklungsmöglichkeit. Er hat alles im Griff, wenn der Gegner mit dem Rücken zu ihm steht. Er gerät jedoch wie alle anderen großen Innenverteidiger in Schwierigkeiten, wenn ein Gegenspieler frontal mit dem Ball auf einen zu rennt. Vor allem gegen kleine quirlige Messis ist das nicht einfach. Erinnern wir uns an das Niederlande-Spiel und Robin van Persies Tor: Der Pass davor auf van Persie hätte von den anderen unterbunden und Hummels sich dann anders verhalten müssen. Und es war schwer für Badstuber, sofort van Persies Tempo aufzunehmen, damit es nicht erst im Strafraum zum Kontakt kommt. Nur: Wenn Du als Spieler solche Situationen ohnehin schon nicht magst, fängt Du an zu denken... und dann ist es schon zu spät.

Hier geht's zu Teil II: Wormuth über das Karagounis, die Russen und Italiens Libero-Wiedergeburt

Werbung
Dunkest - The American Fantasy Basketball by SPOX.com
Werbung
Werbung
Werbung