Mats Hummels im Interview

"Der Schlüssel ist, effektiv zu sein"

Von Für SPOX bei der Nationalmannschaft: Stefan Rommel
Donnerstag, 14.06.2012 | 09:48 Uhr
Mats Hummels (r.) bleibt nach dem Sieg gegen die Niederlande auf dem Boden
© Getty
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Nach dem 2:1-Sieg über die Niederlande zeigt sich DFB-Verteidiger Mats Hummels erleichtert. Im Interview spricht der Dortmunder über die Fortschritte im Vergleich zum Portugal-Spiel, den entscheidenden Vorteil gegenüber der Oranje-Elf und die deutsche Favoritenrolle.

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Frage: Herr Hummels, Deutschland hat die Niederlande mit 2:1 besiegt. Wie ordnen Sie den Sieg und die Konstellation in der Gruppe B jetzt ein?

Mats Hummels: Wir haben einen großen Schritt gemacht, aber wir sind eben auch noch nicht durch. Uns reicht jetzt ein Punkt, was ein schönes Gefühl ist in dieser schwierigen Gruppe. Wir sind Erster und es reicht ein Remis, um das auch zu bleiben. Das ist sehr angenehm - aber leider auch noch nicht das endgültige Ticket fürs Viertelfinale.

Frage: Was hat diesmal besser funktioniert als gegen Portugal?

Hummels: In der ersten Halbzeit vor allen Dingen das Spiel nach vorne. Da haben wir den Ball ganz gut laufen lassen. Es gab in der Defensive ein, zwei gefährliche Situationen, darunter eine große Chance durch van Persie gleich nach wenigen Minuten. In der zweiten Halbzeit waren wir ein bisschen passiver, haben versucht, das Ergebnis zu verwalten. Da haben wir als Mannschaft ganz gut verteidigt.

Frage: War die Vorgabe denn, erst einmal die Null zu halten?

Hummels: Das ist bei ganz vielen Teams bei diesem Turnier zu erkennen. Viele Mannschaften sind sehr auf Sicherheit bedacht, wollen schnell wieder hinter den Ball kommen und bei eigenem Ballbesitz auch nicht so schnell den Risikopass spielen. Das ist nicht nur bei uns so, sondern auch bei anderen Mannschaften. Vielleicht ist da eine kleine Tendenz zu erkennen.

Frage: Können Sie sich vorstellen, was Ihre Leistungen in Deutschland bewirken, Stichworte Public Viewing, Fanmeilen, Euphorie?

Hummels: ich hoffe, dass das so weitergeht. Ich habe das 2006 als 17-Jähriger selbst mitgemacht. Es war damals eine großartige Zeit. Und jetzt wäre es den Leuten zu gönnen, dass sie noch länger eine schöne Zeit haben. Dafür wollen wir sorgen.

Frage: Wie war das heute im Vergleich zum Portugal-Spiel, wo Deutschland ständig den Ball hatte und anrennen musste?

Hummels: Mir war das ehrlich gesagt relativ wurscht. Ich habe an jeder Art Fußball zu spielen Spaß. Es gibt ja nicht nur eine Variante, sondern mehrere, um zum Erfolg zu kommen. Aber prinzipiell wird es für uns mit mehr Ballbesitz verbunden sein.

Frage: Haben Sie bei der Chance von van Persie gleich zu Beginn damit gerechnet, dass Manuel Neuer vielleicht aus dem Tor kommt? Sie hatten einen Moment gezögert...

Hummels: Ich dachte eigentlich, dass ich ihn ins Abseits gestellt hätte. Wir waren darauf vorbereitet, dass solche Bälle kommen würden. Dieses eine Mal haben wir das zugelassen, weil der Ball auch hervorragend gespielt war. Aber danach haben wir es dann besser gemacht.

Frage: Fühlen Sie sich nach diesem Sieg gegen den Vizeweltmeister noch ein Stückchen mehr als Favorit?

Hummels: Wir haben noch nicht mal die Gruppenphase überstanden. Deshalb denken wir so noch lange nicht.

Frage: Die Niederlande hatten in der ersten Halbzeit eine Chance, Deutschland drei. Sie haben daraus aber zwei Tore gemacht, der Gegner gar keins.

Hummels: Es ist der Schlüssel, effektiv zu sein. Das macht am Ende auch den Unterschied der einzelnen Mannschaften aus.

Frage: Es gab zuletzt immer wieder Beschwerden über die Beschaffenheit der Rasen in den Stadien. Wie was das in Charkiw?

Hummels: Der Rasen war perfekt. Und es war auch gar nicht zu heiß. Es war nicht die befürchtete Hitzeschlacht.

Frage: Hatte die Mannschaft zwischendurch das Gefühl, dass der Gegner gar nicht mehr richtig an sich glaubt? Die holländischen Fans haben zur Halbzeit ziemlich wütend gepfiffen.

Hummels: Das habe ich gar nicht mit bekommen. Das nagt natürlich am Selbstvertrauen, mit einer Niederlage ins Siel zu gehen und dann 0:2 in Rückstand zu geraten. Aber große Einbrüche beim Gegner habe ich nicht festgestellt.

Frage: Die Niederlande stand in der guten deutschen Phase nach der Pause mit der Viererkette sehr tief. Es schien fast so, als hätten sie Angst.

Hummels: Vielleicht war das aber auch nur die Taktik: Jetzt erstmal nicht das dritte Gegentor zu kassieren. Und letztlich ist es ja auch so gekommen: Selbst einen Treffer erzielen und darauf zu hoffen, doch noch einen Punkt mitzunehmen. Denn der hätte ihnen ja eine gute Ausgangsposition verschafft.

Frage: Die Ausgangslage für das letzte Gruppenspiel ist klar. Wie geht die Mannschaft das jetzt an?

Hummels: Ein Punkt reicht zwar für Platz eins, aber wir wollen jedes Spiel gewinnen. Wir versuchen die Dänen zu schlagen und die Gruppe als Tabellenerster zu beenden.

Frage: Wie war es diesmal gegen Robin van Persie? Sie hatten im Vorfeld ja von Ihren einschlägigen Erfahrungen berichtet.

Hummels: Getroffen hat er ja wieder... Aber wir haben ganz gut verteidigt gegen die gesamte holländische Mannschaft. So viele Chancen haben wir nicht zugelassen. Vielleicht bis auf die fünf Minuten nach dem Tor.

Niederlande - Deutschland: Daten zum Spiel

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