Zwanziger läuft die Zeit davon

SID
Freitag, 16.07.2010 | 15:33 Uhr
Dr. Theo Zwanziger ist seit dem 8. September 2006 alleiniger Präsident des DFB
© Getty
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Die Verhandlungen mit Bundestrainer Joachim Löw ziehen sich in die Länge. DFB-Präsident Theo Zwanziger läuft die Zeit davon. Bereits am 11. August steht das nächste Länderspiel an.

Theo Zwanziger und dem DFB läuft im Poker um eine Vertragsverlängerung mit Bundestrainer Joachim Löw allmählich die Zeit davon. Schon am 11. August muss die Nationalmannschaft ihr erstes Länderspiel nach der WM bestreiten. Der Sturm der Entrüstung über den Termin für den Test in Dänemark - am Freitag beklagte sich nach Bayern-Coach Louis van Gaal auch Schalke-Trainer Felix Magath bitterlich - verlangt aber schon jetzt nach klärenden Gesprächen.

Doch die Verhandlungen zwischen Löw und Zwanziger ziehen sich hin. Der DFB-Präsident hat sich in Südafrika einen Infekt eingefangen und ist momentan nicht verhandlungsfähig. Aber auch die Krankheit kann seinen Optimismus nicht erschüttern.

Löw hat sich am Freitag erstmals nach der WM in seinem Wohnort Freiburg mit Teammanager Oliver Bierhoff, seinem Assistenten Hansi Flick und Torwarttrainer Andreas Köpke getroffen, um ein erstes Sondierungsgespräch zu führen.

Köpke bestätigte entsprechende Informationen der Tageszeitung "Die Welt". "Es ist richtig, dass wir uns heute getroffen haben, um einige Dinge abzusprechen. Mehr gibt es aber zum jetzigen Zeitpunkt zu sagen", sagte Köpke.

Entscheidung vor dem 30. Juli

"Er weiß, was er am DFB hat - und er weiß, dass er mit dieser Mannschaft in der Zukunft noch einiges erreichen kann. Ich kann mir schwer vorstellen, dass er es einem anderen Trainer überlassen will, die Früchte zu ernten", sagte Zwanziger in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung. Ein Gefeilsche mit Löw hält er für ausgeschlossen. "Er wird die WM mit Sicherheit nicht für abwegige Forderungen ausnutzen. Das würde überhaupt nicht seinem Charakter entsprechen", sagte Zwanziger.

Noch bis Ende des Monats, glaubt Zwanziger, könnten die Würfel gefallen sein. "Wir werden in den nächsten 14 Tagen zusammenkommen. Ich bin optimistisch, dass wir zur Präsidiumssitzung am 30. Juli eine grundsätzliche Einigung hinbekommen", sagte er.

Bundesliga-Trainer sind verärgert

Doch auch mit den Bundesligisten besteht Gesprächsbedarf. Nach van Gaal nahm auch Magath den internationalen Terminplan aufs Korn. "Das Verhältnis zwischen Geben und Nehmen zwischen den Verbänden und den Klubs stimmt schon lange nicht mehr. Ich glaube nicht, dass es einen einzigen Klubtrainer gibt, für den dies kein riesiges Ärgernis darstellt", sagte Magath. Die Situation berge "großes Konfliktpotenzial".

Van Gaal hatte am Donnerstag seine Nationalspieler indirekt zum Boykott des Dänemark-Länderspiels aufgefordert und eine Saisonvorbereitung unter diesen Voraussetzung als "lächerlich" bezeichnet. Magath ist derselben Meinung, gab sich aber fatalistisch: "Dieser Dänemark-Termin und die Diskussionen darüber bringen doch nichts Neues. Wir Trainer beschweren uns schon seit Jahren, und rein gar nichts passiert."

Der Schalker Trainer und Manager vermied es, die Vorwürfe direkt gegen den DFB oder den Weltverband FIFA zu richten. Auch auf Boykottforderungen verzichtete Magath: "Ich sehe keine Mittel gegen die Praktiken."

Absage des Länderspiels ausgeschlossen

DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach hatte am Donnerstag eine Absage des Länderspiels kategorisch ausgeschlossen, aber ein Entgegenkommen angedeutet.

"Das Länderspiel zu einem solch frühen Zeitpunkt ist für niemanden ideal. Aber es steht im internationalen Terminkalender, den alle akzeptiert haben. Für den Bundestrainer ist das Spiel in Dänemark die einzige Möglichkeit, vor Beginn der EM-Qualifikation sein Team zu testen", sagte Niersbach dem "sid" und ergänzte: "Natürlich kommt eine Absage des Spiels in Kopenhagen nicht in Frage. Bei der Nominierung der Spieler wird sich der Bundestrainer wie immer eng mit den Vereinen abstimmen."

Doch de facto steht wohl kein Bundestrainer unmittelbar bereit, sollte Löw seinen Vertrag nicht verlängern. Zwanziger geht nicht davon aus, dass die kraftraubende Arbeit ein Beweggrund für Löw sein könnte, seinen Posten zu räumen. Löws Vorgänger Jürgen Klinsmann hatte sich nach der Heim-WM 2006 verabschiedet, weil er sich ausgebrannt fühlte.

Zwanziger sieht Zukunft für Bierhoff beim DFB

"Bei persönlichen Gründen ist wenig zu verhandeln. Ich habe allerdings nicht den Eindruck, dass Joachim Löw das Amt als zu starke Belastung empfindet", sagte Zwanziger.

Sogar für Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff, der im Februar nach der gescheiterten ersten Verhandlungsrunde ins Zentrum der Kritik geraten war, sieht der DFB-Präsident nach dem erfolgreichen Abschneiden bei der WM wieder eine Zukunft im Verband.

"Warum nicht?", sagte Zwanziger: "Während der WM hatte ich mit ihm sehr engen Kontakt. Die Befürchtungen, die auch aus der Liga kamen, Oliver Bierhoff strebe eine Herauslösung der Nationalelf aus dem DFB an, sind meiner Meinung nach zerstreut."

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