Deutschland nach dem Ghana-Spiel

Zu viel altes Deutschland

Von Für SPOX in Südafrika: Stefan Rommel
Donnerstag, 24.06.2010 | 09:42 Uhr
Arne Friedrich jubelte nach dem Sieg gegen Ghana, Per Mertesacker blickte nachdenklich
© Getty
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Deutschland hat durch ein 1:0 im Endspiel der Gruppe D gegen Ghana das Achtelfinale der WM in Südafrika erreicht. Mesut Özil erzielte das erlösende Tor, das das nächste Endspiel gegen England ermöglichte. Aber überzeugend war die Leistung des DFB-Teams nicht. Individuelle Schwächen paarten sich mit einer zweifelhaften Taktik.

Das Ergebnis und der daraus resultierende Auftrag, doch noch ein paar Tage länger in Südafrika zu bleiben, überstrahlten vieles am Mittwochabend in Johannesburg.

Deutschland hat die Gruppe D gewonnen. Das 1:0 gegen Ghana im abschließenden Gruppenspiel katapultierte die Mannschaft von Joachim Löw doch noch von Platz zwei auf Rang eins und damit ins Achtelfinale.

Nicht ein Hauch weniger war auch erwartet worden, schließlich war eine deutsche Nationalmannschaft bei einer Weltmeisterschaft noch nie in der Vorrunde gescheitert.

Es bleibt ein deutsches Recht, auch im Jahr 2010 wieder zu den besten 16 Mannschaften der Welt zu gehören. Das ist für das Fußball-Land Deutschland eine schöne Geschichte und sichert ganz nebenbei dem Bundestrainer seinen Job.

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Vieles kann Löw nicht gefallen haben

Aber neben den nüchternen Zahlen und einer Spielpaarung, die jetzt schon ein ganzes Königreich in unkontrollierbare Verzückung zu versetzen scheint, gab es auch sehr viel, das Joachim Löw nicht gefallen haben dürfte - und seiner Mannschaft ebenso wenig.

Vor dem Spiel gegen Ghana, von einigen Spielern flugs zum Sechzehntelfinale ernannt, war viel die Rede davon, wie gut diese junge Mannschaft mit der Drucksituation umzugehen vermag.

Von allen Seiten wurde dann beschwichtigt und auf die schönen Statistiken verwiesen, die über 100 Champions-League-Einsätze auf Seiten der deutschen Spieler ermittelten, und außerdem stünden ja auch sieben U-21-Europameister in der Mannschaft, die den Druck eines solchen Turniers auf alle Fälle aushalten könnten.

Lahm: "Wir waren teilweise zu nervös"

Wenn man dann aber die 90 Minuten von Johannesburg Revue passieren lässt, gab es zwei, vielleicht drei deutsche Spieler, die in der Tat völlig unbelastet ihr Spiel spielen konnten - während der Rest mehr mit sich selbst zu kämpfen hatte als mit dem Gegner.

"Man hat gemerkt, dass die Nerven mitgespielt haben. Wir müssen einige Dinge besser machen", sagte Löw nach dem Spiel. Sein Kapitän Philipp Lahm ging da schon mehr ins Detail. Wie ein Wirtschaftsprüfer analysierte er die Leistung seiner Mannschaft und fand dabei mehr kritische als lobende Worte.

"Wir haben viel zu viele Torchancen zugelassen, wir hatten relativ viele Ballverluste nach vorne, wir waren teilweise zu nervös."

Schwindender Glaube an die eigene Stärke

Die Liste hätte sich noch verlängern lassen, unter anderem mit Erkenntnissen wie: Wir hatten kein sauberes Passspiel, wir hatten kein Tempo im Spiel, wir hatten keinen alternative Angriffsstrategie.

In den ersten Minuten der Partie wurde schon klar, dass auch an diesem Abend nur eine Mannschaft Deutschland würde schlagen können - und zwar Deutschland selbst. Die DFB-Elf begann mit einer gewissen Leichtigkeit und ihr wurden von den Ghanaern auch jede Menge Räume gewährt.

Aber wohin Thomas Müller, Lukas Podolski oder Sami Khedira auch starteten: Der Pass kam nie oder viel zu schlampig gespielt an. Als dann nach 20 Minuten immer noch das 0:0 von der Anzeigetafel grüßte, konnte man den schwindenden Glauben an die eigene Stärke förmlich mit Händen greifen.

Mertesacker schwach - Neuer bewährt sich

Zusehends verkrampfter und unentschlossener wurde das deutsche Offensivspiel. Und in der Defensive tat sich ein neues, kaum zu vermutendes Loch auf. Per Mertesacker setzte seinen unterdurchschnittlichen Auftritten bei dieser WM einen neuen negativen Höhepunkt auf.

Der Abwehrchef wird langsam zum Abwehrrisiko. Zum Glück für Deutschland räumte Arne Friedrich so auf, wie man es sich eigentlich von Mertesacker erwartet hatte. Und Manuel Neuer durfte endlich zeigen, dass Deutschland einen der besseren Torhüter dieser Titelkämpfe stellen wird.

"Es war wie eine Genugtuung für mich, dass ich endlich auch etwas zu tun bekommen habe und dass ich auch endlich mal zeigen konnte, dass ich auch was kann", sagte Neuer fast schon beleidigt, weil ihm die gegnerischen Stürmer in den ersten beiden Begegnungen kaum Chancen zur Bewährung gegeben hatten.

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Ghana legt deutsches Angriffsspiel lahm

Joachim Löw hätte wohl auch gegen die Ghanaer gerne darauf verzichtet, Neuer so im Fokus zu sehen. Aber es lag zu gewissen Teilen auch am Bundestrainer, dass es so eine zähe Angelegenheit wurde.

Löw ließ sein Spielsystem und sein Personal bis auf zwei Ausnahmen so wie in den beiden Spielen zuvor. Vor allen Dingen aber schickte er seine Elf mit derselben Spielausrichtung und Vorgabe ins Rennen.

Viele Positionswechsel, kurze Pässe in die Tiefe auf die einlaufenden Außenspieler oder aber Mesut Özil oder Khedira. Der Plan war gut durchdacht, scheiterte aber an seiner korrekten Umsetzung und einem Gegner, der sich schnell darauf einstellen konnte - und schon war das deutsche Offensivspiel nur noch die Hälfte wert.

Gegen England braucht es mehr

Löw konnte seiner Mannschaft im Verlauf des Spiels keine Alternative schmackhaft machen. Das Schema war immer dasselbe, Variationen oder Überraschungsmomente kaum zu sehen. Auch der Bundestrainer sollte sich in den kommenden Tagen einen abweichenden Schlachtplan zurecht legen.

Mit den Engländern und Trainer Fabio Capello wartet nämlich eine Mannschaft, für die es ein bisschen mehr benötigen wird als nur einen Plan A und das alte Deutschland, das sich auch mit einem schlechteren Spiel irgendwie in die K.o.-Runde mogelt. Aber bis Sonntag sind ja auch noch vier Tage Zeit.

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